Hund im Auto lassen – im Sommer ein No-Go!

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Die Tierschutzombudsstelle Wien warnt wie jedes Jahr vor den Gefahren für Hunde, die im Sommer in Autos zurückgelassen werden. / Fotos: pixabay, TOW.

Nicht nur der Sommer kommt jedes Jahr wieder, sondern leider auch in Autos eingesperrte, dehydrierte Hunde – allein dieses Jahr verzeichnete die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) bereits 11 Fälle, obwohl die Temperaturen bisher vergleichsweise niedrig ausgefallen sind. Auch die Hundezeitung berichtete bereits über einen besonders tragischen Fall. Tierschutzstadträtin Ulli Sima appeliert an alle TierfreundInnen, das laue Wetter und die Gefahr, die für in Autos allein zurückgelassene Hunde besteht, keinesfalls zu unterschätzen. Tatsächlich kann sich ein in praller Sonne stehendes Automobil binnen weniger Minuten auf das doppelte der Außentemperaturen aufheizen und wird damit schnell zur Todesfalle für unsere Fellnasen, die ihre Körpertemperatur hauptsächlich nur durch Hecheln regulieren können.

Auch im milden Sommer herrscht Gefahr

„Einige Menschen glauben, dass aufgrund der milden Temperaturen und des wechselhaften Wetters das Gebot, den Hund ja nicht im Auto zurückzulassen, heuer nicht gilt“, warnt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien. „Dabei ist genau das Gegenteil der Fall, gerade weil das Wetter so unbeständig ist und schnell umschlägt.“ Im Sommer sind Hunde besonders anfällig für Hitzschläge, die trotz sofortiger tierärztlicher Behandlung zu oft tödlich enden – manchmal sogar bis zu 48 Stunden nach dem eigentlichen Hitzschlag, so sehr haben unsere Vierbeiner mit Hitze zu kämpfen. Für Mensch und Tier ist es daher besser, den Hund erst gar nicht allein im Fahrzeug zurückzulassen.

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Lassen Sie Ihren Hund am besten gar nicht erst im Auto zurück. / Symbolfoto: pixabay.

Da sitzt ein Hund im fremden Auto – was tun?

Begegnen Sie als Passant einem Hund in einem fremden Wagen, der in der prallen Sonne steht, ist das oberste Gebot, die Situation richtig einzuschätzen. Ist der Hund noch „ansprechbar“ und wirkt einigermaßen aufgeweckt, können Sie so helfen:

  • Lassen Sie den/die AutolenkerIn per Lautsprecher ausrufen, wenn Sie sich auf einem Parkplatz eines Geschäfts oder Betriebes befinden.
  • Beobachten Sie den Zustand des Hundes genau.
  • Wenn Sie merken, dass es dem Hund deutlich schlechter geht, rufen Sie sofort die Polizei und geben Sie das Autokennzeichen durch, danach öffnen Sie den Wagen oder lassen ihn öffnen.
  • Bringen Sie den Hund sofort in den Schatten und geben Sie ihm nur lauwarmes Wasser zu trinken – kaltes Wasser belastet den Kreislauf des Hundes zusätzlich.
  • Rufen Sie gegebenfalls den Tierarzt, wenn sich keine schnelle Besserung einstellt.

Hat der Hund bereits einen Hitzschlag erlitten (starkes Hecheln, Apathie, Nervosität, Taumeln, Erbrechen, glasiger Blick, keine Reaktion auf Rufen oder Klopfen), ist schnelles Handeln angesagt:

  • Rufen Sie sofort die Polizei und geben Sie das Autokennzeichen durch.
  • Befreien Sie das Tier selbst aus dem Wagen oder lassen Sie das Auto öffnen.
  • Leisten Sie erste Hilfe: Bringen Sie das Tier umgehend in den Schatten und bieten Sie lauwarmes Trinkwasser an. Lieber kein kaltes Wasser oder gar ein Übergießen mit kaltem Wasser, das kann den Kreislauf vollkommen zusammenbrechen lassen!
  • Kümmern Sie sich um eine schnelle medizinische Versorgung.

Damit auch Ihr Hund im Sommer cool bleibt:

Gesetzliches zum Hund im Auto

Bleibt kein anderer Ausweg, als die Autoscheibe einzuschlagen, ist es so, „dass es sich grundsätzlich um eine Sachbeschädigung handelt, die jedoch bei Vorliegen eines entschuldigenden Notfalls straflos wäre“, so Rechtsanwältin Regina Schedlberger auf planethund.com. „Es hängt bei der eigenmächtigen Befreiung des Tieres daher davon ab, ob tatsächlich eine Notstandssituation gegeben ist. Dies ist aber eine Frage, die für jeden Fall einzeln geprüft werden muss. Diesbezüglich ist zu fragen, ob mit einer baldigen Rückkehr des Besitzers gerechnet werden kann, wie hoch die Temperaturen sind, ob allenfalls Autofenster geöffnet wurden und wie die Verfassung des Tieres ist“.
Für die HundebesitzerInnen drohen bei Gefährdung ihrer Haustiere hohe Geldstrafen von 3.750 Euro bis zu im Wiederholungsfall 7.500 Euro und eventuell sogar eine Anzeige nach dem Strafgesetzbuch (§222).

Setzt der Sommer Ihrer Fellnase generell zu? Erfahren Sie hier, wie Sie den Kreislauf Ihres Hundes bei warmen Temperaturen entlasten!