English Foxhound (Hunderasse) – traditioneller Jagdhund

Ein English Foxhound in Tricolor steht auf einer grünen Wiese.
Der (Old) English Foxhound ist ein Meutejagdhund mit langer Tradition. / Foto: Canva.

Seit Jahrhunderten ist der English Foxhound der britische Vorzeigehund für die Jagd – besonders oft wird er in der Meute eingesetzt. Sportlich und mit starkem Jagdtrieb braucht dieser Hund ein Zuhause, wo er seine Gelüste zum Verfolgen vollends ausleben kann.

English Foxhound (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen.
Sektion 1.1 – große Laufhunde.
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Großbritannien

Standardnummer: 159
Größe:

Rüden und Hündinnen – 58 bis 64 Zentimeter
Verwendung: Meutehund für die berittene Jagd

Geschichte und Herkunft

In England gibt es bereits vor der Römerzeit Belege über einen Hundetyp, welcher als der Vorfahre britischer Jagdhunde wie Beagle, Basset Hound, Harrier, English Foxhound und ähnlichen Hunderassen gilt. Es wird angenommen, dass dieser zusammen mit den Kelten auf den britischen Inseln eingeführt wurde. Später vermischte sich diese Urhunderassen mit Hunden, welche erst die Römer, dann germanische Stämme und später erobernde Wikinger mit sich brachten. Man setzte diese Hunde zum Jagdsport, zur Schädlingsbekämpfung und als Wachhunde ein. Ihr Besitz war primär dem Adel vorbehalten, doch auch im einfachen Volk gab es einige Vertreter. Der Typus des heutigen English Foxhound ist wahrscheinlich um 1200 entstanden, doch eine genaue Dokumentation der Zucht entstand „erst“ um 1800.

Mit großer Sorgfalt hielten Waidwerkmeister alle Würfe, Zuchtlinien und Verpaarungen fest, und dieses Stammbuch wird bis heute weitergeführt. Es gilt als das älteste Stammbuch europäischer Hunderassen. Besitzer eines English Foxhound können daher den Stammbaum ihres Hundes bis zu 200 Jahre zurückverfolgen. Um 1650 wurden English Foxhounds von Siedlern nach Nordamerika importiert, wo sich seitdem eine eigene Hunderasse, der American Foxhound, entwickelt hat.

In Großbritannien wurde derweil die Jagd auf Füchse, die sich damals rapide verbreitet hatten, besonders beliebt. Damit stieg auch die Beliebtheit des English Foxhounds an – um 1800 waren in England über 140 Meuten mit bis zu 50 Hunden registriert. Durch sorgfältige Verpaarung wurde ein auf diese Art der Jagd spezialisierter Jagdhund höchster Qualität gerangezüchtet und perfektioniert. Aus diesem Grund wird der English Foxhound noch heute selten als Familienhund gehalten, sondern befindet sich meist in der Meute eines Jägers oder Sportjägers, der mit Ersatzbeute trainiert. 1964 erfolgte auch die Anerkennung der Hunderasse bei der FCI. Dennoch sieht man diesen Hund recht selten außerhalb von England – zum einen, weil die Hetzjagd mit einer Hundemeute in vielen europäischen Ländern verboten oder stark eingeschränkt ist. Zum anderen auch, weil der English Foxhound ein sehr aktiver Hund mit geringer Anpassungsfähigkeit ist, dessen Haltungsbedingungen recht anspruchsvoll sind.

Eine große Meute English Foxhound zwischen zwei Pferden mit Reitern.
Der English Foxhound wurde zur Jagd zu Pferd in der Meute gezüchtet. / Foto: Luna04 via Wikipedia.

Wesen und Charakter

Dem English Foxhound liegt der Jagdtrieb tief im Blut. Obwohl er sich Menschen gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen verhält und sich auch mit anderen Hunden glänzend verträgt, sieht er besonders kleinere Haustiere wie Katzen, Vögel oder Kaninchen als Beute. Als Vollblutjagdhunde brauchen sie einen großen Garten und zusätzlich viel Bewegung in der freien Natur. Für die Haltung in einer Stadtwohnung ist diese Hunderasse vollkommen ungeeignet. Wegen ihrer hohen Spezialisierung fällt ihnen die Anpassung an das hektische Stadtleben sehr schwer, in ländlichen Gebieten fühlen sie sich viel wohler. Da es beim English Foxhound keine Showlinien, sondern hauptsächlich Arbeitslinien gibt, brauchen die Hunde dieser Rasse viel Beschäftigung durch Jagdersatztraining, Dummy Training oder Nasenarbeit. Dennoch werden sie ohnehin selten an Personen abgegeben, die nicht irgendeine Form von Jagdtraining oder rigoroses Jagdersatztraining anstreben.

Während sich der English Foxhound zu seiner Familie (und auch zu Kindern) sehr warmherzig und anhänglich verhält, ist er Fremden gegenüber schwer einzuschätzen. Manche Hunde sind zu unbekannten Personen sehr aufgeschlossen, andere zeigen eine gehörige Portion Misstrauen. Dank ihrer jahrhundertelangen Zucht in Meuten sind sie anderen Hunden gegenüber hochsozial. Aber auch durch die Jagd zu Pferd eignen sie sich wunderbar als Reitbegleithund – selbst, wenn man nur einen Ausritt ohne Beute plant. Sie haben Freude daran, neben den ihnen bekannten Huftieren herzulaufen, und werden dadurch auch gut ausgelastet. Als Familienhund oder gar Stadthund ist diese Rasse jedoch nicht zu empfehlen. Wer einen aktiven Arbeitshund mit starkem Jagdtrieb wünscht, sollte sich am besten vom Züchter beraten lassen, ob der English Foxhound mit dem angestrebten Ziel (Jagd, Bewachen des Hauses, etc.) kompatibel ist.

Ein dreifarbiger English Foxhound vor einem grünen Hintergrund.
Als echter Vollblutjagdhund braucht der English Foxhound eine Menge Bewegung. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Der (Old) English Foxhound ist ein mittelgroßer, harmonisch gebauter und kraftvoller Hund mit sauberen Umrisslinien. Sein Gangwerk ist frei und ausgewogen, mit gutem Schub aus der Hinterhand. Er zeichnet sich durch einen flachen Schädel mit wenig ausgeprägtem Stopp aus. Seine Lefzen schließen nicht komplett mit dem Maul ab und „flattern“ ein wenig, dennoch speichelt diese Hunderasse vergleichsweise wenig. Die haselnussbraunen oder braunen Augen sind von mittlerer Größe und in ihrer Form eher rund. Ein weiteres Markenzeichen dieser Hunde sind die langen Hängeohren. Die Rute des English Foxhound ist hoch angesetzt und wird üblicherweise aufrecht getragen, was den Hunden einen fröhlichen Ausdruck verleiht. Sie sollte sich jedoch nicht über den Rücken rollen.

Fell und Pflege

Das Fellkleid des English Foxhound ist kurz und dicht und schützt den Hund vor schlechter Witterung wie Regen, Wind oder Schnee. Als erlaubte Fellfarben und Abzeichen werden im FCI- Rassestandard nur „alle anerkannten Laufhundefarben und – abzeichen“ genannt. Dabei handelt es sich um primär weiße Hunde mit Abzeichen, die klassische Tricolor-Färbung mit weiß, schwarz und braun und weiße Hund mit Zitrone-Sprenkeln.

Die Fellpflege des English Foxhound gestaltet sich sehr einfach: Einmal in der Woche sollte das Haarkleid mit einer normalen Bürste für kurzes Fell durchgebürstet werden. Man sollte den Hund nur dann baden, wenn es unbedingt notwendig ist. Neben der regelmäßigen Kontrolle von Augen, Ohren und Krallen fallen keine weiteren Pflegetätigkeiten an.

Ein weißer English Foxhound mit braunem Kopf und schwarzen Flecken auf dem Körper vor einem weißen Hintergrund.
Alle Farben und Abzeichen, die bei Laufhunden erlaubt sind, darf auch der English Foxhound aufweisen. / Foto: Canva.

Gesundheit

Als Laufhund mit langer Tradition gilt der English Foxhound üblicherweise als sehr robuster Hund, der sich über gute Gesundheit freuen darf. Er wird im Durchschnitt etwa 12 bis 13 Jahre alt. Dank seines wetterfesten Fells macht es ihm nichts aus, bei jeder Witterung die freie Natur zu genießen. Wegen seines hohen Energiebedarfs braucht er meistens ein wenig mehr Futter – allerdings nur, wenn er seinem ausgeprägten Bewegungsdrang entsprechend ausgelastet wird. Trotz hoher Zuchtstandards kann es immer wieder zu Fällen von Hüftdysplasie kommen. Außerdem sind English Foxhounds genauso wie Beagles anfällig für die sogenannte Hound-Ataxie. Diese degenerative Nervenkrankheit zeigt sich zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr. Sie führt zu Bewegungsstörungen, Krämpfen und teilweiser Lähmung. Während die Ursache für die Hound-Ataxie noch nicht einwandfrei feststellbar ist, geht man von einer Überfüttung mit Pansen aus.

Wusstest du, dass der English Foxhound ...

… sich auch in Indien großer Beliebtheit erfreute?

Während der Zeit der britischen Besatzung von Indien (1858-1947) brachten englische Soldaten den English Foxhound auch auf den tropischen Subkontinent. Dort verwendete man sie gerne auf der Jagd nach Schakalen, weil sie langsamer als Greyhounds waren und damit die Jagd länger andauerte. Allerdings waren die English Foxhounds nicht für das heiße indische Klima gemacht und lebten meist nicht besonders lange. Nachdem sich Indien von der Besatzung durch die fremde Macht befreit hatte, verschwand mit den Kolonialisten auch ihre English Foxhounds aus Indien.

Zwei dreifarbige English Foxhounds stehen auf einem Betonboden.
In gemäßigtem Klima fühlt sich der English Foxhound immer noch am wohlsten! / Foto: Canva.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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English Foxhound-Welpen bei der Mahlzeit (Video)

Für diesen süßen Wurf kleiner English Foxhound-Welpen hat es gerade zur Mittagsstunde geläutet – und da versammeln sich die Racker schwanzwedelnd um den Napf herum. Diese aufgeweckte Hunderasse hat einen hohen Energieverbrauch, wenn sie dementsprechend ausgelastet werden.

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