Mittwoch, August 17, 2022
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Vorsicht – Diese Tiere sind giftig für Hunde!

„Ihhh, was ist denn das? Ist das giftig?“ – Wie oft dieser Satz nicht im Garten, beim Spaziergang oder bei Wanderungen ausgesprochen wird. Überall können wir Tieren begegnen, die gefährlich aussehen, jedoch harmlos sind – und umgekehrt. Zu wissen, von welchen Lebewesen man sich und vor allem seine Hundenase tatsächlich fernhalten sollte, kann kritische Situationen verhindern.

Ammen-Dornfingerspinne

Diese Spinnenart stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, fühlt sich mittlerweile aber durch das milder werdende Klima auch bei uns wie zu Hause. Sie ist die für uns giftigste Spinne hierzulande, da sie mit ihren starken Kieferklauen in der Lage ist, unsere Haut bzw. die unserer Hunde zu durchstoßen. Ihr Gift ist für uns und unsere vierbeinigen Lieblinge zwar gefährlich, aber nicht tödlich! Es besitzt eine ähnliche Wirkung wie das Gift einer Wespe, und der Biss ist ebenso schmerzhaft. Auch die darauffolgenden Symptome kann man mit denen eines Insektenstichs vergleichen, wobei Hunde aber auch hier sehr unterschiedlich reagieren und es darauf ankommt, an welcher Stelle die Fellnase gebissen wurde und ob sie allergisch reagiert. Meist schwillt die Stelle bloß an und schmerzt. Im Zweifelsfall und bei starken Symptomen sollte aber jedenfalls der Tierarzt
aufgesucht werden.

Eine Dornfingerspinne sitzt auf einem Gerstenhalm.
(c) Adobe

Eichen-Prozessionsspinner

Der Eichen-Prozessionsspinner ist eigentlich ein harmloser Falter und in ganz Europa verbreitet. Die Raupe des Schmetterlings hingegen ist durchaus gefährlich. Genauer gesagt sind es die Haare älterer Raupen ab dem dritten Larvenstadium, die Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auslösen – bei Mensch und Tier. Da diese Haare leicht abbrechen und mit dem Wind weitergetragen werden können, lagern sie sich an verschiedenen Stellen ab und kontaminieren so auch die Umgebung. Die Härchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, was schwere Hautreaktionen, Augenreizungen, Fieber, Schwindel und Juckreiz hervorruft. Werden diese feinen Härchen eingeatmet, treten Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auf. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock. Daher den Hund bei Verdacht und im Zweifel schnellstens zum Tierarzt bringen! Wer Raupen oder Nester des Eichen-Prozessionsspinners entdeckt: Abstand halten, keinesfalls berühren und am besten der zuständigen Behörde melden.

(c) Adobe

Feuersalamander

Dieser kleine Geselle fällt schon von Weitem mit seiner schwarz-gelben Färbung auf und schreit förmlich „Giftig!“. Feuersalamander findet man in ganz Europa, wegen ihrer Hautgifte haben sie kaum natürliche Fressfeinde. Fühlt der Feuersalamander sich bedroht, sondert er ein weißliches Sekret namens Samandarin ab. Unter Stress kann er das Gift sogar bis zu einem Meter weit verspritzen. Bei Menschen löst der Kontakt meist lediglich ein Brennen auf der Haut aus – bei empfindlichen Menschen und Kindern kann es allerdings auch zu starken Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen und Atemproblemen führen. Für unsere vierbeinigen Lieblinge ist der Feuersalamander allerdings ungleich gefährlicher, potenziell sogar tödlich. Kommen sie mit dem giftigen Sekret durch Schnuppern oder Schlecken in Kontakt oder fressen sie den Salamander sogar, zieht dies schwere Konsequenzen nach sich. Krämpfe, starker Speichelfluss, Lähmung der Atmung, Herzbeschwerden, erhöhter Blutdruck, Genickstarre und Maulsperre können unter anderem auftreten. Bei Vergiftungsverdacht als Sofortmaßnahme das Maul und die Nase des Hundes mit viel Wasser spülen und so schnell wie möglich den Tierarzt aufsuchen.

Ein Feuersalamander sitzt auf Laub.
(c) Canva

Schlangen

Hierzulande gibt es verschiedene Schlangenarten, von denen einige giftig sind. Dazu zählen die Hornotter, die Kreuzotter, die Wiesenotter und die Aspisviper. Schlangen sind sehr scheu und greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen und nicht fl üchten können. Hunde können etwa beim Stöbern oder durch argloses „Spielverhalten“ auf Schlangen bedrohlich wirken und gebissen werden. Im Gegensatz zum „Beutebiss“ wird beim „Abwehrbiss“ zwar nur eine reduzierte Menge Gift injiziert – je nach Gesundheitszustand, Alter und Größe des Hundes kann diese aber mitunter lebensbedrohlich für unsere Fellnasen sein. Je nachdem, wie viel Gift der Hund abbekommen hat, breiten sich die Schwellungen über die Bissstelle aus und es kommt zu Symptomen wie starkem Speichelfluss, Schwäche
und Zittern, Orientierungs- und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Atemlähmung und Herzstillstand. Bei Schlangenbiss-Verdacht daher umgehend den Tierarzt aufsuchen.

Eine rötliche Schlange bewegt sich über einen Boden.
(c) pixabay

Erdkröte

Die Erdkröte gehört zu den bei uns häufigsten Amphibien, ist allerdings ein giftiger Zeitgenosse. Wie auch der Feuersalamander sondert sie über ihre Hautdrüsen ein giftiges Sekret ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Hunde nehmen das Gift bei Kontakt durch Schnuppern oder Lecken auf, was zu teilweise schweren Vergiftungserscheinungen führt. Wie bei allen Vergiftungen entscheidet auch hier wieder die Größe, der Gesundheitszustand und das Alter des Hundes sowie die Menge des aufgenommenen Gifts über das Ausmaß der Vergiftung. Bei kleinen und schwachen Tieren kann der Kontakt lebensbedrohlich sein, ebenso wenn ein Hund eine Kröte beißt oder gar verschluckt. Symptome, die auf eine Vergiftung hindeuten, sind unter anderem Unruhezustände, tränende Augen, Reiben der Schnauze, angeschwollene Schleimhaut, Bildung von Bläschen und Pusteln, Speicheln mit Schaumbildung, Atemnot, Muskelkrämpfe, Kreislauf-und Herzrhythmusstörungen. Auch hier gilt daher: Bei Verdacht Fang und Nase des Hundes mit viel Wasser spülen und bei schweren Symptomen sofort zum Tierarzt.

Eine Kröte sitzt auf Moos.
(c) Pixabay
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