Tierfotografie: Die Ausrüstung für professionelle Bilder

tierfotografie hund foto professionel hundefoto
Tierfotografie richtig gemacht. Worauf gehört geachtet, wenn man schöne Hundefotos erstellen möchte? / Foto: Doreen Hasenfuß von pawtraits.de

Wer professionelle Tierfotografie betreiben möchte, sollte sich am besten eine (digitale) Spiegelreflexkamera und ein hochwertiges Objektiv zulegen. Da es auf dem Markt jedoch vor verschiedenen Kameras und Zubehör nur so wimmelt, haben wir hier einige Dinge aufgelistet, auf die man beim Kauf achten sollte.

Worauf sollte man beim Kamerakauf für Tierfotografie achten?

Tierfotografie ist gar nicht so einfach – vor allem nicht, wenn man schnelle Bewegungen, wie sie beim Laufen entstehen, einfangen möchte. Man sollte also beim Kamerakauf darauf achten, dass diese zu einer sehr kurzen Verschlusszeit (im besten Fall 1/8000 Sekunden) fähig ist. Die Verschlusszeit ist nämlich die Zeit, in der das Licht auf den Spiegel fällt und letztendlich den Moment einfängt, den man auf dem Foto haben möchte. Je länger man belichtet, desto länger wird der in der Kamera verbaute Sensor mit Bildinformationen geflutet und umso unschärfer kann das Foto werden.

Gerade wenn man Hunde beim Spielen oder Rennen einfangen möchte, empfiehlt es sich, eine Kamera mit Reihenbildfunktion zu verwenden, z. B. die Nikon D780 – diese schafft Reihenaufnahmen mit bis zu 12 Bildern pro Sekunde.

tierfotografie hund laufen hund foto hundefoto
Foto: Doreen Hasenfuß von pawtraits.de

Je nachdem, für welche Kamera man sich entscheidet, gibt es je nach Kamera auch unterschiedlich viele AF-Kreuzsensoren – also Punkte, auf die die Schärfe im Bild konzentriert werden soll. Je mehr Kreuzsensoren es gibt, desto mehr Gestaltungsfreiraum hat man im Bildaufbau. Da der Fokus in der Hundefotografie grundsätzlich auf den Augen liegen sollte, kann man dank zahlreicher Fokuspunkte den Hund an verschiedenen Stellen in einer Szene platzieren und dennoch mithilfe der Punkte die Augen scharf stellen. Die Canon 6 D Mark II bietet beispielsweise 45 Fokuspunkte an.

Möchte man Fotos mit einer hohen Auflösung schießen und auch sehr feine Details wie einzelne Haare einfangen, sollte man sich für eine Vollformatkamera entscheiden. Diese kosten zwar mehr als andere Kameras, machen den Preis durch qualitativ sehr hochwertige Aufnahmen aber auf jeden Fall wieder wett.

Für die spätere Bearbeitung der Fotos mit Adobe Lightroom und Co ist es Gold wert, sich für eine Kamera zu entscheiden, mit welcher man im RAW-Format fotografieren kann. Bei einer RAW-Datei handelt es sich sozusagen um ein digitales Negativ, also ein noch nicht fertig entwickeltes Foto, und man hat im Nachhinein viel mehr Gestaltungsfreiraum, was die Nachbearbeitung angeht, da man u. a. noch den Weißabgleich oder die Kontraste beliebig verbessern kann.

Was zeichnet ein geeignetes Objektiv aus?

Um einiges wichtiger als ein teures Kameragehäuse bei der Tierfotografie ist ein hochwertiges Objektiv.

Auch hier gibt es eine breite Auswahl auf dem Markt und man muss sich überlegen, was genau man fotografieren möchte. Für Portraitaufnahmen ist eine Festbrennweite (z. B. Sigma Art 56mm f1.4) ausreichend, für Bewegungsaufnahmen empfiehlt sich eher ein Teleobjektiv (z. B. Tamron SP 70-200 f2.8).

Das Wichtigste ist, dass das Objektiv lichtstark ist, zum Beispiel f2.8. Je lichtstärker das Objektiv, desto weniger Licht benötigt man, um scharfe Fotos zu machen – dies bietet sich vor allem an, wenn man bei bewölktem Himmel, abends oder im Innenbereich Fotos machen möchte und nicht mit einem Blitz oder einer anderen Studiobeleuchtung arbeiten kann oder will.

Je kleiner die Blende eines Objektivs (z. B. f2.8 statt f5.6) ist, desto stärker die Tiefenschärfe auf dem Foto. Gerade wenn man Portraitfotos machen möchte, empfiehlt es sich, mit einer kleinen Blende zu arbeiten, da so das Hundegesicht viel mehr in den Vordergrund tritt und das Auge des Betrachters nicht durch einen unruhigen Hintergrund abgelenkt wird.

Damit das Objektiv auch mit schnellen Bewegungsaufnahmen umgehen kann, ist ein eingebauter Ultraschallmotor sehr praktisch, z. B. bei dem Objektiv Canon 70-200 2.8L USM.

Es gibt einige namhafte Kamerahersteller und für welchen man sich letztendlich entscheidet, ist sicherlich Geschmackssache. Sowohl Canon als auch Nikon, Sony und einige andere bieten ein breites Spektrum an hochwertigen Kamerasystemen.