Studie: Gerechtigkeitssinn ist unabhängig von Hunderasse

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Wenn es ums Futter geht, haben Hunde einen großen Gerechtigkeitssinn. / Symbolfoto: Pixabay

Auch Tiere verfügen über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn – besonders, wenn es um die Verteilung von Leckereien geht. Eine Studie der Vetmeduni Wien untersuchte nun, ob zur Kooperationsbereitschaft erzogene Hunderassen stärker auf ungerechte Essensverteilung reagieren würden.

Dass viele Tierarten sehr ungehalten auf Ungerechtigkeit reagieren, wurde bereits in vielen Studien bewiesen – eine Erklärung für diese Reaktionen sehen Verhaltensforscher in der Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Denn für gutes Teamwork muss nicht nur die Arbeit, sondern auch der Lohn dafür gerecht verteilt sein. Gerade Hunde sind als sehr soziale und kooperative Lebewesen bekannt, und manche Hunderassen werden gezielt auf eine gute Fähigkeit zur Kooperation mit Menschen gezüchtet, z.B. Hütehunde. In einem Leckerchen-Experiment untersuchten Forscher des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung und dem Messerli-Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien nun, ob es einen Unterschied im Gerechtigkeitssinn verschiedener Hunderassen gibt.

Es geht um die Wurst

Im Zuge des Experiments wurden 12 Hunde kooperativer Rassen (australischer Schäferhund, Labrador Retriever, Border Collie, Langhaarcollie) und 12 Hunden unabhängiger Rassen (sibirischer Husky, Akita Inu, Shiba Inu, Basenji) miteinander verglichen. Jeweils zwei gemeinsam in einen Versuchsraum gebrachte Hunde mussten auf Kommando abwechselnd die Pfote geben, die Belohnung erfolgte je nach Variante:

  • Variante 1: Beide Hunde erhielten für jedes Pfotengeben ein Stück Wurst.
  • Variante 2: Nur ein Hund erhielt für jedes Pfotengeben ein Stück Wurst, der andere Hund ging leer aus – wie ungerecht!
  • Variante 3: Der Hund erhielt keine Wurst für jedes Pfotengeben, aber kein zweiter Hund war anwesend.

Im Anschluss an diese Aufgaben durften beide Hunde gemeinsam aus einer Futterschüssel mit 20 Scheiben Wurst fressen. Anhand der sogenannten Futtertoleranz wollten die Forscher nun herausfinden, ob der Gerechtigkeitssinn der Hunde dazu führen würde, dass der ungerecht behandelte Hund nun mehr Wurstscheiben fressen würde.

Ergebnis: Gerechtigkeitssinn ist nicht rassenabhängig

Die Ergebnisse der Studie suggerieren, dass die Hunde unabhängig ihrer Rasse eine Abneigung gegen ungerechte Behandlung haben – Ungerechtigkeitsaversion scheint also eine andere Ursache als bloße Kooperationsbereitschaft zu haben. Allerdings konnte das Forscherteam beobachten, dass Hunde kooperativer Rassen eher bereit dazu waren, Kommandos auch ohne Belohnung durchzuführen, und sich geselliger gegenüber ihren „Hundepartnern“ zeigten.