Samojede (Hunderasse) – flauschig, konzentriert und freundlich

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Als "Exportschlager" aus Sibirien hat der Samojede (Samojedskaja Sobaka) seit Ende des 19. Jahrhunderts die Herzen vieler Tierfreunde weltweit erobert. / Foto: Pixabay

Der Samojede (Samoiedskaïa Sabaka) gehört zu den Nordischen Schlittenhunden. Typisch ist sein dichtes, weißes bis cremefarbenes Fell sowie sein freundlicher Charakter.

Der Samojede (auch: Samojedenhund oder Samojedenspitz) gilt als umgänglich wie verspielt und dennoch stur. Obwohl seine Vorfahren auch als Wachhunde eingesetzt wurden, eignet er sich heute aufgrund seines freundlichen Wesens für diese Aufgabe nur noch bedingt. Bekannt ist die Rasse u. a. für das ihren typischen Gesichtsausdruck, der wegen der nach oben gerichteten Lefzen sowie der Augenposition an ein Lächeln erinnert.

Samojede (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 5:
Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Russland
FCI-Standardnummer: 212

Widerristhöhe:
Rüden: 54–60 cm
Hündinnen: 50–56 cm
Gewicht:
Rüden: 20–30 kg
Hündinnen: ca. 17–25 kg
Verwendung: Herdengebrauchshund (laut FCI)

Geschichte und Herkunft

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Samojede systematisch gezüchtet. Die Ursprünge der Rasse liegen in Sibirien. 1894 brachte der britische Zoologe und Holzhändler Ernest Kilburn-Scott erste Exemplare von Russland mit nach England, wo der Samoyed (dog) 1913 offiziell anerkannt wurde.

Der Name geht auf die ursprünglichen Halter der Hunde, die Samojedischen Völker Sibiriens zurück, die in der russischen Verfassung als “indigene Völker des russischen Nordens” bezeichnet werden. Bei der Volksgruppe der Nenzen, die zu den Samojedischen Völkern gehört, wurden die Hunde als vielseitige Arbeitshunde, Hütehunde, Wachhunde und Schlittenhunde eingesetzt. Gehütet wurden vor allem Rentierherden und gleichzeitig vor Bären und Wölfen geschützt.

Um 1904 gelangten die ersten Samojeden (Hunde) in die USA, wo 1923 der Samoyed Club of America als Zuchtverein gegründet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu wachsendem Interesse an der Hunderasse. Seit 1968 existiert in Deutschland der Deutsche Club nordischer Hunderassen (DCNH), der sich für die Einhaltung der entsprechenden Zuchtstandards zuständig zeigt. Heute erfreut sich die Rasse weltweit großer Beliebtheit – sogar in Simbabwe im Südosten Afrikas finden sich Nachfahren der ehemaligen Sibirischen Schlittenhunde, die sich erstaunlicherweise gut an die dortigen Verhältnisse angepasst haben.

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Mitglieder der Samojedischen Volksgruppe mit Hund im Rahmen einer sogenannten Völkerschau im Zoologischen Garten Leipzig um 1880

Wesen und Verhalten

Freundlichkeit sowie Aufgeschlossenheit gehören zu den charakteristischen Merkmalen der Samojeden. Die Hunde sind weder scheu noch aggressiv, zudem ist ihr Jagdtrieb kaum ausgeprägt. Trotz ihrer ursprünglichen Verwendung in diesem Bereich, ist die Rasse aufgrund ihres vornehmlich zutraulichen Wesens heute als Wachhund eher ungeeignet. Als geselliger und verspielter Begleiter ist Samojeden die feste Einbindung in die Aktivitäten (und Familie) seiner Halter besonders wichtig.

Auch im Rudel fühlen sich die Hunde meist wohl. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Vorfahren der heutigen Samojeden als Schlittenhunde bei Forschungsexpeditionen in die Arktis und Antarktis eingesetzt. Heutzutage treten Samojeden im wettkampfmäßigen Schlittenhundesport selten auf. Da sie zwar ähnliche Ausdauerleistungen wie Huskys erbringen, in Rennen in der Regel allerdings weniger schnell sind.

Erscheinungsbild

Der Samojede ist mittelgroß und besitzt ein dichtes, elastisches Haarkleid, das als “selbstreinigend” gilt. Trotz seines üppigen Fells haart die Rasse außerhalb der Fellwechsel (2 x im Jahr) kaum. Der freundliche Chrakter der Hunde wird durch ihr typisches “Lächeln” verstärkt. Ihr heiterer Gesichtausdruck ist auf die Position der Augen, die oftmals als “Teddybär-Augen” bezeichnet werden, sowie die nach oben führenden Mundwinkel zurückzuführen.

Laut Zuchtvorgaben ist ein weißes bis hell-beiges bzw. cremefarbenes Fell erlaubt. Bei den Vorfahren der heutigen Samojeden gab es allerdings auch schwarze und braune Fellfärbungen. Verwechslungsgefahr besteht u. a. bei Eurasiern mit weißem Fell. Ähnlichkeiten weist der Samojede auch mit Rassen wie dem Deutschen Spitz (Großspitz), Wolfsspitz, American Eskimo Dog. Blaue oder zweifärbige Augen, wie sie beispielsweise beim Sibirischen Husky auftreten, sind nicht erwünscht. Samojeden mit derartigen Merkmalen werden von der Zucht ausgeschlossen.

Samojede-Welpen (Video)

Wie sehen Samojeden als Welpen aus? Der folgende Bericht von Animal Planet (Dauer: 6:58 Minuten, engl.) zeigt die süßen, weißen Fellnasen in ihren ersten Lebenswochen.

Krankheiten

Laut Veterinärmedizinischer Fachliteratur wurden zum Thema Gesundheit bei Samojeden folgende (erblich bedingte) Erkrankungen gehäuft festgehalten:

  • Erbliche Nierenentzündung, ähnlich dem Alport-Syndrom beim Menschen: Rüden sind davon eher betroffen als Hündinnen. Anzeichen sind ab dem Alter von drei bis vier Monaten das vermehrte Ausscheiden von Proteinen beim Urinieren (Proteinurie). In weiterer Folge führt die Krankheit zu Nierenversagen. Durch die Medikation mit Cyclosporin A und ACE-Hemmern kann der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden.
  • Diabetis Mellitus, ähnlich dem Typ I beim Menschen: Durchschnittlich wird die Krankheit (Insulindefizit) bei Samojeden im Alter von sieben Jahren diagnostiziert. Auswirkungen der Erkrankung sind ein chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse und/oder autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln (hormonbildende Zellen in der Bauchspeicheldrüse).
  • Verkürzte Gliedmaße in Kombinatination mit Augenproblemen: Aufgrund eines Gendefekts auf dem COL2A1-Locus tritt bei Samojeden ein disproportionierter Zwergwuchs (verkürzte Beine) in Verbindung mit Fehlbildungen der Netzhaut und/oder -ablösungen sowie Grauem Star auf.
  • Verengung der Ausflussbahn von der rechten Herzkammer zur Lungenschlagader (Pulmonalarterie): Die sogenannte Pulmalostenose kann zu Kurzatmigkeit und schnellem Ermüden führen. Sie wirkt sich negativ auf die Gesundheit des Herzens aus (Herzversagen) und tritt im Verhältnis zu anderen Hunderassen bei Samojeden häufiger auf.
  • Erblindung durch Progressive Retinaatrophie (PRA): Symptome treten in der Regel erstmals im Alter zwischen zwei und fünf Jahren auf. Die Krankheit, die beim Menschen dem X-linked PRA Typ 3 entspricht, bewirkt den schrittweisen Verlust der Sehkraft.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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