Samojede (Hunderasse) – flauschig, konzentriert und freundlich

by StefanC
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Der Samojede (Samoiedskaïa Sabaka) zählt zu den nordischen Schlittenhunden. Typisch ist sein dichtes, weißes bis cremefarbenes Fell sowie sein freundlicher Charakter.

Der Samojede (auch: Samojedenhund oder Samojedenspitz) gilt als umgänglich sowie verspielt und dennoch stur. Obwohl seine Vorfahren auch als Wachhunde eingesetzt wurden, eignet er sich heute aufgrund seines freundlichen Wesens für diese Aufgabe nur noch bedingt. Bekannt ist die Rasse u. a. für den typischen Gesichtsausdruck, das sogenannte Lächeln der Samojeden: Die nach oben gerichteten Lefzen und die Augenform und Stellung lassen den Samojeden besonders freundlich aussehen.


Samojede (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Russland
FCI-Standardnummer: 212
Widerristhöhe:
ideal: 53 cm –57 cm
Rüden: 54 cm – 60 cm
Hündinnen: 50 cm – 56 cm
Gewicht:
Rüden: 20–30 kg
Hündinnen: ca. 17–25 kg
Verwendung: Herdengebrauchshund (laut FCI)


Häufige Fragen zum Samojeden

Geschichte und Herkunft

Ursprünglich kommt der Samojede aus dem kalten Sibirien. 1894 brachte der britische Zoologe Ernest Kilburn Scott erste Exemplare von Russland mit nach England. Der erste Rassestandard wurde 1909 in England festgelegt und dort fand 1913 auch die offizielle Anerkennung des Samoyed (dog) statt.

Der Name geht auf die ursprünglichen Halter der Hunde, die Samojedischen Völker Sibiriens zurück, die in der russischen Verfassung als „indigene Völker des russischen Nordens“ bezeichnet werden. Bei der Volksgruppe der Nenzen, die zu den Samojedischen Völkern gehört, fanden die Hunde als vielseitige Arbeitshunde, Hütehunde, Wachhunde und Schlittenhunde Verwendung. Sie hüteten vor allem Rentierherden und beschützten diese gleichzeitig vor Bären und Wölfen, zogen aber auch schwere Lasten und wärmten das Bett.

Der Samojede in der Neuzeit

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts begann die systematische Zucht. Um 1904 gelangten die ersten Samojeden in die USA, wo 1923 der Samoyed Club of America als Zuchtverein gegründet wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu wachsendem Interesse an der Hunderasse. Seit 1968 existiert in Deutschland der Deutsche Club nordischer Hunderassen (DCNH), der sich für die Einhaltung der entsprechenden Zuchtstandards zuständig zeigt.
Heute erfreut sich die Rasse weltweit großer Beliebtheit. Sogar in Simbabwe im Südosten Afrikas finden sich Nachfahren der ehemaligen sibirischen Schlittenhunde, die sich erstaunlicherweise gut an die dortigen Verhältnisse angepasst haben.

Wesen und Verhalten

Freundlichkeit sowie Aufgeschlossenheit gehören zu den charakteristischen Merkmalen der Samojeden. Die Hunde sind weder scheu noch aggressiv, zudem verfügen sie über keinen stark ausgeprägten Jagdtrieb. Trotz ihrer ursprünglichen Verwendung in diesem Bereich ist die Rasse aufgrund ihres vornehmlich zutraulichen Wesens heute als Wachhund eher ungeeignet.

Die meisten Schlittenhunderassen, wie der Siberian Husky oder der Alaskan Malamute, sind nicht besonders gut als Familien- und Begleithunde geeignet. Anders der Samojede: Als geselliger und verspielter Begleiter ist ihm die feste Einbindung in die Aktivitäten (und den Familienverband) seiner Halter besonders wichtig. Der Samojede braucht außerdem viel Bewegung und abwechslungsreiche  Beschäftigung, um ausgeglichen und glücklich zu sein.

Auch im Rudel fühlen sich die Hunde meist wohl. Ende des 19. Jahrhunderts fanden die Vorfahren der heutigen Samojeden als Schlittenhunde bei Forschungsexpeditionen in die Arktis und Antarktis Verwendung. Heutzutage treten Samojeden im wettkampfmäßigen Schlittenhundesport selten auf, da sie zwar eine ähnliche Ausdauer wie Huskys haben, allerdings weniger schnell sind.

Erscheinungsbild

Der Samojede ist mittelgroß und besitzt ein Haarkleid, das nicht nur als üppig, dick, elastisch und dicht, sondern auch als „selbstreinigend“ gilt. Das Fell mit der weichen Unterwolle ist perfekt an kaltes Klima angepasst und bildet an Hals und Schultern eine buschige Mähne. Außerdem befinden sich sogenannte „Hosen“ an der Rückseite der Oberschenkel, denn um die hinteren Läufe ist das Haar etwas länger als am restlichen Körper.
Trotz seines üppigen dicken Fells haart die Rasse außerhalb der Fellwechsel (zweimal im Jahr) kaum. Allerdings sind nur die Fellfarben reinweiß, cremefarben oder weiß mit Biskuit erlaubt.

Der freundliche Charakter der Hunde wird durch ihr typisches „Lächeln“ verstärkt. Ihr heiterer Gesichtsausdruck ist auf die Kombination der Augenform, die man oftmals als „Teddybär-Augen“ bezeichnet, und den nach oben gerichteten Lefzenwinkeln zurückzuführen. Aufgrund ihrer ursprünglichen Verwendung als Schlittenhunde bewegen sie sich kraftvoll und frei. Die Vorderhand hat guten Raumgriff, die Hinterhand viel Schub.

Bei den Vorfahren der heutigen Samojeden gab es allerdings auch schwarze und braune Fellfärbungen. Verwechslungsgefahr besteht u. a. bei Eurasiern mit weißem Fell.

Ähnlichkeiten weist der Samojede auch mit Rassen wie dem Deutschen Spitz (Großspitz), Wolfsspitz, American Eskimo Dog. Blaue oder zweifärbige Augen, wie sie beispielsweise beim Sibirischen Husky auftreten, sind nicht erwünscht. Samojeden mit derartigen Merkmalen werden von der Zucht ausgeschlossen.

Samojede-Welpen (Video)

Wie sehen Samojeden als Welpen aus? Der folgende Bericht von Animal Planet (Dauer: 6:58 Minuten, engl.) zeigt die süßen, weißen Fellnasen in ihren ersten Lebenswochen.

Gesundheit

Ein Samojede kann zwischen 12 und 14 Jahre alt werden. Laut Veterinärmedizinischer Fachliteratur wurden zum Thema Gesundheit bei Samojeden folgende (erblich bedingte) Erkrankungen gehäuft festgehalten:

  • Erbliche Nierenentzündung, ähnlich dem Alport-Syndrom beim Menschen: Rüden sind davon eher betroffen als Hündinnen. Anzeichen umfassen ab dem Alter von drei bis vier Monaten das vermehrte Ausscheiden von Proteinen beim Urinieren (Proteinurie).
  • Diabetes Mellitus, ähnlich dem Typ I beim Menschen: Durchschnittlich ist die Krankheit (Insulindefizit) bei Samojeden im Alter von sieben Jahren diagnostizierbar.
  • Verkürzte Gliedmaßen in Kombination mit Augenproblemen: Aufgrund eines Gendefekts auf dem COL2A1-Locus tritt bei Samojeden ein disproportionierter Zwergwuchs (verkürzte Beine) in Verbindung mit Fehlbildungen der Netzhaut und/oder -ablösungen sowie Grauem Star auf.
  • Verengung der Ausflussbahn von der rechten Herzkammer zur Lungenschlagader (Pulmonalarterie). Sie wirkt sich negativ auf die Gesundheit des Herzens aus (Herzversagen) und tritt im Verhältnis zu anderen Hunderassen bei Samojeden häufiger auf.
  • Erblindung durch Progressive Retinaatrophie (PRA): Symptome treten in der Regel erstmals im Alter zwischen zwei und fünf Jahren auf.
Die Rasse im Überblick

Bewegung

Anfängertauglich

Familienfreundlich

Fellpflege

Wusstest du, dass der Samojede…

… zu den teuersten Hunderassen in Europa gehört?
Für Samojede-Welpen aus seriöser Zucht muss man mit einem Kaufpreis von 4.000 bis zu 11.000€ rechnen. Wer einen Samojeden kaufen will, muss daher leider etwas tiefer in die Börse greifen.  Besonders, wenn es sich um leistungsstarke Hunde für den Schlittenrennsport handelt, kann der Preis weit hochgehen.

Ist ein Samojede ein Anfängerhund?
Trotz seines freundlichen und folgsamen Charakters ist der Samojede kein Hund für Anfänger. Denn als vielseitige Arbeitshunde fordern sie viel Erfahrung, Know-how und Zeit von ihren Besitzern ein.

Ist ein Samojede ein Familienhund?
Anders als viele selbstbewusste und damit eher unverträgliche Schlittenhunde geben Samojeden tolle Familienhunde ab. Sie lieben Gesellschaft und sind dank ihres fröhlichen und nachsichtigen Charakters gut mit Kindern und anderen Hunden.

Sind Samojeden Kläffer?
Samojeden neigen zum Glück nicht zu endlosem Kläffen, können aber durchaus gelegentlich bellen. Schließlich geben sie auch talentierte Wachhunde ab. So zeigen sie gerne verdächtige Objekte oder Vorgänge in ihrer Nähe an. Dennoch beruhigen sie sich meist sehr schnell wieder.

Wie sehr haaren Samojeden?
Trotz seines üppigen Fells verliert der Samojede die meiste Zeit im Jahr kaum Fell. Das ändert sich allerdings drastisch mit dem zweimal im Jahr stattfindenden Fellwechsel: Dann sind die Haare überall! Dann muss man täglich zu Bürste und Staubsauger greifen, um der Fellflut Herr zu werden.

Wie viel Bewegung braucht ein Samojede?
Als Schlitten- und Arbeitshunde brauchen Samojeden sehr viel Bewegung – und das jeden Tag. Dennoch müssen sie nicht unbedingt laufen, sondern haben auch Spaß an ausgedehnten Spaziergängen oder Wanderungen.

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