Mythos hypoallergener Hund – Gibt es ihn wirklich?

by Xenia Graf
Mythos hypoallergener Hund - Was ist dran an dieser Behauptung?

Besonders Hybridhunderassen wie Labradoodle, Goldendoodle und andere -doodles werden gerne damit beworben, die perfekten Haustiere für Hundehaarallergiker:innen zu sein. Doch was ist an dem Mythos hypoallergener Hund dran und wie valide ist das Versprechen von leidensfreiem Hundebesitz für Allergiker:innen?

Alleine in Österreich leiden etwa 300.000 Menschen unter allergischen Reaktionen auf Haustiere: Nase und Augen jucken und rinnen, das Niesen und Husten will nicht aufhören, und für manche sind sogar beißende Nesselsucht und Hautausschläge die Folge davon, einer Fellnase zu nahe gekommen zu sein. Dennoch wünschen sich viele tierliebe Allergiker:innen (verständlicherweise), einen eigenen Hund zu besitzen. Da kommt ein garantiert hypoallerge-ner Hund genau richtig!

Denn manche „Hundezüchter:innen“ aus dem In- und Ausland verdienen viel Geld damit, verzweifelten Menschen leidensfreies Zusammenleben zu versprechen – zu Unrecht! Denn der „hypoallergene“ Hund ist (leider) ein reiner Mythos.

 

Haar spielt (k)eine Rolle?

Nicht ohne Grund spricht man medizinisch nur mehr von „Haustierallergie“ und nicht mehr von „Tierhaarallergie“. Denn wer allergisch auf Hunde reagiert, hat eigentlich eine Immunreaktion auf das Can-f1-Protein. Dieses Allergen befindet sich primär im Speichel, in Hautschüppchen und im Urin von Hunden. Natürlich verteilen Hunde diese Proteine durch das Lecken ihres Fells auch auf den Haaren, die daraufhin im ganzen Haus liegenbleiben und für Allergiker:innen ein echtes Gesundheitsproblem darstellen.

Je nachdem, wie viel ein Hund speichelt, können daher sogar vollkommen haarlose Hunderassen allergische Reaktionen auslösen. Spielt das Fell also keine Rolle? Jein – denn je weniger ein Hund haart, desto weniger können sich die proteinbehafteten Haare im Haushalt verteilen. Es gibt also durchaus zumindest Allergiker freundliche Hunderassen, die kaum Haare verlieren und wenig speicheln, wie beispielsweise Schnauzerrassen in allen Größen, Malteser und Havaneser oder Wasserhunde wie der Portugiesische Wasserhund oder der Lagotto Romagnolo. Auch der Pudel in allen verfügbaren Körpergrößen kann für Allergiker:innen angenehmer zu ertragen sein, weswegen diese Rasse gerne mit anderen gekreuzt wird.

Eine Garantie, dass keinerlei Symptome im Kontakt auftreten, gibt es aber natürlich für keine einzige Hunderasse.

Mythos„Hundehaarallergie“

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✔ Allergiker:innen reagieren auf das Can-f1-Protein.

✔ Dieses befindet sich im Speichel, inHautschüppchen und im Urin von Hunden.

✔ Durch Lecken kann es ins Fell gelangen und sich dann im Haushalt verteilen.

✔ Hunde, die kaum haaren oder speicheln, sind für Allergiker:innen leichter verträglich.

✔ Je nach Schweregrad der Reaktion kann Hundehaltung daher möglich sein.

✔ „Hypoallergene“ Hunde gibt es nicht.

Allergikerfreundliches Heim

Wer trotzdem nicht auf einen felligen Freund verzichten will oder kann – es gibt auch gute Nachrichten: Es gibt andere Möglichkeiten, das Zusammenleben mit Hund trotz Allergie erträglicher zu machen. Denn die sorgfältige Auswahl der Hunderasse selbst ist für Hundeallergiker:innen ebenso wichtig wie ein sauberer Haushalt. Ähnlich wie für Menschen mit Hausstauballergie kann häufiges Putzen einen Großteil der Allergene entfernen. Das regelmäßige Reinigen von Böden und Sitzgelegenheiten von Hundehaaren ist daher Pflicht – hier hilft ein starker, auf Tierhaare spezialisierter Staubsauger sehr.

Auch Allergenmagnete wie Vorhänge, Decken, Polsterbezüge und Teppiche sowie Hundebettchen oder -decken müssen regelmäßig gewaschen und abgesaugt werden.

Minimalistische Einrichtung kann hier helfen: Je weniger Heimtextilien man hat, desto besser! Das Entfernen von Hundehaaren,-hautschüppchen und Speichel funktioniert auf glatten Oberflächen besser und auch leichter. Auf aggressive Putzmittel sollte man aber gerade als Allergiker:in verzichten – im schlimmsten Fall können ätzende Chemikalien die Haut und Atemwege sogar noch mehr reizen. Gutes altes Seifenwasser oder schonende Reinigungsmittel haben denselben Effekt und schonen nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Umwelt.

 

Um euch die Suche nach eurem perfekten Allergiker freundlichen Hund etwas einfacher zu gestalten, haben wir einen ausführlichen Beitrag für euch verfasst. Darin erfährst du, welche Hunderassen als Allergiker freundliche Hunde gelten.

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