Donnerstag, Oktober 6, 2022
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Babesiose beim Hund – Symptome, Behandlung, Vorbeugung

Bei der Babesiose beim Hund handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen werden. Durch die vermehrte Ausbreitung dieser Parasiten ist diese Krankheit mittlerweile auch in Deutschland und Österreich angekommen. Ohne Behandlung kann der Krankheitsverlauf tödlich enden!

Zecken sind lästige Biester – nicht nur schmerzt ihr Biss und verursacht Juckreiz. Zudem können sie ein buntes Arrangement an Krankheiten auf den Hund übertragen: Ehrlichiose, Anaplasmose, Hepatozoonose, FSME und eben auch Babesiose. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch einzellige Parasiten der Gattung Babesia canis ausgelöst werden. Diese mikroskopisch kleinen Tierchen gelangen aber nur durch bestimmte Zeckenarten in den Hundekörper. Als solche Zwischenwirte fungieren hauptsächlich die Braune Hundezecke und die Auwaldzecke. Früher waren diese Arten primär in wärmeren Klimazonen zu Hause, heute sind diese lästigen Tierchen immer öfter schon auf Katze und Hund in Deutschland und Österreich zu finden. Beißt eine infizierte Zecke einen Hund oder Hundeartigen, kann sie über den Speichel die sogenannte Babesiose auf das Tier übertragen. Früher nannte man diese Infektionskrankheit auch “Hundemalaria” oder Piroplasmose. Achtung! Ohne Behandlung kann diese Krankheit binnen weniger Tage zum Tod des Hundes führen.

Krankheit und Symptome

Die Babesiose bzw. die Vermehrung der Babesia-Einzeller im Blut führt dazu, dass rote Blutkörperchen des Hundes systematisch zerstört werden. Deren wichtigste Aufgabe im Körper ist es, Sauerstoff von der Lunge zu allen anderen Organen zu transportieren. Daher kommt es früher oder später aufgrund eines Mangels roter Blutkörperchen zu einer sogenannten Blutarmut (Anämie als medizinischer Begriff). Betroffene Tiere zeigen bereits zwei Wochen nach dem initialen Zeckenbiss erste Symptome.

  • allgemeine Schwäche und Unwohlsein
  • (hohes) Fieber
  • Fressunlust und Gewichtsverlust
  • dunkelroter bis kaffeebrauner Harn (Ausscheidung von Blutfarbstoff)
  • blasse Schleimhäute
  • Gelbsucht

Zeigt der Hunde diese Anzeichen, sollte man dringend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Bei Verdacht wird der Veterinärmediziner eine Blutuntersuchung vornehmen. Babesiose zeigt sich meist durch einen niedrigen Anteil an roten Blutkörperchen oder auch Blutplättchen. Auch ein sogenannter Blutausstrich kann Aufschluss bringen. Denn unter dem Mikroskop lassen sich die Babesia von geschulten Augen als birnenförmige Tierchen erkennen. Zudem kann man eine Probe an ein externeres Labor senden, um Teile oder Erbgut der Parasiten im Blut zu identifizieren.

Ein Spot On gegen Zeckenbisse und damit gegen Babesiose wird aufgetragen.
Die beste Methode gegen Babesiose ist die Vorbeugung von Zeckenbissen. / Symbolfoto: Canva.

Behandlung und Vorbeugung

Am wichtigsten bei der Therapie der Babesiose ist einerseits die Stabilisierung des Patienten (wenn notwendig auch unter Einsatz von Bluttransfusionen) und andererseits die Abtötung der Einzeller. Dazu gibt es das Medikament Imidocarp, welches gezielt die Babesien angreift und eliminiert. Dank dieses Wirkstoffes kann sich der Hund bei rechtzeitigem Einsatz binnen weniger Tage vollständig erholen. Ohne Behandlung allerdings verläuft die Babesiose häufig leider tödlich.

Vorsicht ist besser als Nachsicht! Als Schutz vor Babesiose ist es daher am sinnvollsten, die Zecke als Zwischenwirt auszuschalten. Mit Spot On, Tabletten, Parasitenhalsbändern und andere Zeckenabwehrmitteln kann man den Biss vermeiden, der die Einzeller ins Blut der Hunde überträgt. Der Tierarzt des Vertrauens kann bei der Auswahl des passenden Zeckenmittels für den individuellen Hund beraten. Aber auch Zecken, die bereits zugebissen haben, kann man durchaus noch rechtzeitig entfernen. Denn früh erkannt ist es wahrscheinlich, dass noch nicht genug Speichel ins Blut gelangt ist, um ausreichend Babesien zu transportieren. Zudem sollte man nach Spaziergängen im Wald oder im hohen Gras den Hund gründlich auf Zecken absuchen. So kann man die Parasiten erwischen, noch bevor sie zubeißen können. Auf diese Weise kann man nicht nur der Babesiose vorbeugen, sondern auch anderen übertragenen Krankheiten.

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