Schweizer Schäferhund (Hunderasse) – weißer Workaholic

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Der Schweizer Schäferhund oder auch im Original "Berger Blanc Suisse". / Foto: pixabay.

Der Schweizer Schäferhund (auch als „Berger Blanc Suisse“ bekannt) ist ein freundliches Arbeitstier mit einer langen Geschichte im europäischen Hirtentum, wurde aber erst im 21. Jahrhundert als eigene Rasse anerkannt.

Schweizer Schäferhund (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehund und Treibhund (ausgenommen Schweizer Sennenhund).
Sektion 1 – Hütehund und Treibhund
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Schweiz

FCI-Standardnummer: 347
Widerristhöhe:
Rüden: 58 – 66 cm
Hündinnen: 53 – 61 cm
Verwendung: Familienhund, Begleithund

Geschichte und Herkunft

Viele europäische Schäferhunderassen gehen auf einen Typ von Arbeitshunden zurück, der speziell für die Schäferei geeignet war: ein wetterfester, robuster und belastbarer Hund, der mit hellem oder weißem Fell bevorzugt wurde, da er in der Dunkelheit der Nacht leichter von Raubwild zu unterscheiden war. Die Linie des Schweizer Schäferhundes war lange Zeit eng mit der von weißen deutschen Schäferhunden verbunden. Bis 1933 wurden Hunde der weißen Variante und ihre weißen Nachkommen in die Zuchtbücher des „Vereins für Deutsche Schäferhunde“ eingetragen, dann wurde die Farbvariation jedoch aus dem Rassestandard des deutschen Schäferhundes gestrichen. Man machte die weiße Fellfarbe für alle Gendefekte verantwortlich, die nach und nach in der Rasse auftauchten, wie z.B. Ellenbogen- und Hüftdysplasie, Blindheit, Taubheit und Unfruchtbarkeit. Aus diesem Grund wurde der weiße Schäferhund in Europa immer seltener, doch in den USA und Kanada nahm die Beliebheit der weißen Schäferhunde rasch zu, und es entwickelte sich eine eigene Zuchtbasis. Doch auch dort wurde er nicht als eigene Rasse anerkannt, sondern als Farbvariante des deutschen Schäferhundes gehandhabt, und mit der Zeit wurde diese Fellfarbe in den USA ebenfalls aus dem Rassestandard gestrichen und weiße Welpen als „fehlerhaft“ nicht zur Zucht zugelassen oder gar getötet. Allein in Kanada waren „white german shepherds“ weiterhin erlaubt.

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Schweizer Schäferhunde sehen den weißen deutschen Schäferhunden zum Verwechseln ähnlich - es handelt sich aber um zwei verschiede Rassen. / Foto: pixabay.

1966 wurde der weiße Schäferhundrüde „Lobo“ von den USA in die Schweiz importiert und gründete dort (zusammen mit anderen importierten Tieren) die neuen europäischen Zuchtlinien – er gilt also als der Stammvater der Schweizer Schäferhunde. Ein weiteres Mal verbreitete er sich in ganz Europa, und mit der zunehmenden Popularität wurde auch der Drang immer größer, die nun „Schweizer Schäferhund“ genannten Tiere als offizielle Rasse bei der FCI registrieren zu lassen. 2001 wurde ein dementsprechender Antrag von der „Schweizer Kynologischen Gesellschaft“ (SKG) eingereicht. Durch die Opposition des „Vereins für Deutsche Schäferhunde“, welcher sie weiterhin nur als weiße Version des deutschen Schäferhundes ansah, verzögerte sich die Anerkennung. 2003 kam es erstmals zu einer vorläufigen Rassenanerkennung durch die FCI, 2011 folgte die offizielle Anerkennung.

Wesen und Charakter

Als enger Verwandter des deutschen Schäferhundes ist auch der Schweizer Schäferhund ausgesprochen kooperativ, lebhaft, freundlich und führig. Seine hohe soziale Kompetenz macht ihn zum idealen Begleiter in allen Lebenslagen, und seine ausgeprägte Intelligenz, seine Ausgeglichenheit und hohe Reizschwelle sowie sein Arbeitswille lassen viele Ausbildungsmöglichkeiten zu. Als geborener Arbeits- und Sporthund braucht er jedoch auch tagtäglich Beschäftigung und eine adäquate physische wie mentale Auslastung und fordert diese auch ein. Er ist für jedes Abenteuer zu haben und ein treuer Freund seiner Familie gegenüber.

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Der Schweizer Schäferhund fühlt sich auch bei Eis und Schnee richtig wohl! / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Der Schweizer Schäferhund ist ein mittelgroßer, gut bemuskelter Hund mit mittelschwerem Knochenbau und eleganten Körperumrissen, die ein längliches Rechteck bilden. Seine kräftigen, sehnigen Läufe erlauben eine schnelle und ausdauernde Bewegung mit weit ausgreifendem Vortritt und kraftvollem Schub. Der keilförmige Kopf ist trocken und fein modelliert, die mandelfärmigen Augen dürfen braun oder dunkelbraun sein. Die Stehohren sind hoch angesetzt und parallel nach vorne gerichtet. Die buschige Säbelrute verjüngt sich zum Ende hin und wird nie höher als über die Rückenlinie getragen.

Das Fellkleid des Schweizer Schäferhundes besteht aus mittellangem oder langem Stockhaar, das dicht und gut an der dunkel pigmentierten Haut anliegt. Die üppige Unterwolle wird von dicken, geraden Grannen überdeckt und sorgt somit für eine ausgezeichnete Wärmeisolation – diesem Hund machen schlechtes Wetter und kalte Temperaturen wenig aus. Im Nacken und an der Rückseite der Läufe darf das Fell länger sein, generell ist auch leicht gewelltes Haar zulässig. Die einzige erlaubte Farbe ist reinweiß. Das Fell des Schweizer Schäferhundes muss mehrmals die Woche und während des Jahreszeitenwechsels täglich gebürstet werden, sie haaren im Allgemeinen recht viel. Zu häufiges Baden kann die Haut schnell austrocknen und zu Hautirritationen führen, daher sollte man eher zu einer Bürste greifen, um das Fell sauber und weiß zu halten.

Gesundheit

Im Allgemeinen gilt der Schweizer Schäferhund als robuster, atheltischer Hund, doch es gibt einige gesundheitliche Probleme, die in dieser Rasse vermehrt auftreten, darunter Ellenbogen- und Hüftdysplasie (ED, HD) und Magendrehung. Vereinzelte Fälle von Augenerkrankungen wie Linsenluxation (Verlagerung der Augenlinse) oder Collieaugen-Anomalie (Beeinträchtigung der Sehkraft bis zur Erblindung) sind ebenfalls mit der Rasse assoziiert.

Wusstest du, warum der Schweizer Schäferhund...

… diesen Namen trägt und nicht „amerikanischer Schäferhund“ heißt?

Obwohl die weißen Schäferhunde in Europa beinahe ausgestorben waren und die neuen Bestände aus importierten Tieren aus den USA und Kanada gegründet wurden, war es die „Schweizer Kynologische Gesellschaft“ (SKG), die als erste acht unabhängige Zuchtlinien nachweisen konnte. Somit wurde das Ursprungsland der Rasse der Schweiz zugeteilt, und auch der Name „Schweizer Schäferhund“ bzw. „Berger Blanc Suisse“ weisen auf dieses Land hin. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst?

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Schweizer Schäferhund-Welpen (Video)

Diese kleinen weißen Fellbündel sind gerade einmal acht Wochen alt – und schon so neugierig auf die Welt!

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