Schnupfen, Grippe & Co – Bin ich ansteckend für meinen Hund?

by Xenia Graf
Bin ich mit Schnupfen Grippe & Co ansteckend für meinen Hund?

Hatschi – darf mein Hund bei mir bleiben, wenn ich krank bin?

Schnupfen, Grippe & Co. gehören zur Winterzeit wie heißer Tee und Weihnachtskekse. Doch darf man mit gutem Gewissen zusammen mit der Fellnase das Bett hüten, oder können sich unsere Hunde bei uns anstecken?

Sobald es kälter wird, beginnt die Krankheitssaison: Nasenschniefen, Hälse kratzen und eine Hustensymphonie ist Vorband für Weihnachtsmusik. Für unsere Vierbeiner ist es jedoch ein Grund für heimliche (oder manchmal sehr offensichtliche) Freude, wenn der Mensch zuhause bleiben muss und Bettruhe braucht. Denn in besagtem Bett ist bestimmt ein kuschelig warmes Plätzchen in Hundeform frei, und auch wir freuen uns in schwerer Stunde über den moralischen Beistand. Aber darf man die Kuschelzeit im Krankenbett ohne Gewissens-bisse genießen? Oder muss man garfürchten, die Fellnase anzustecken?

Menschen ansteckend?

Grundsätzlich gibt es einige Infektionskrankheiten, die sich auf natürliche Weise vom Menschen auf ein Tierübertragen können – und umgekehrt. Hier spricht man allgemein von sogenannten Zoonosen. Zu den bekanntesten Zoonosen gehören beispielsweise Borreliose, aviäre Influenza (auch Vogelgrippe genannt) und die für Mensch und Tier leider tödliche Tollwut. Dank Impfungen und strenger Kontrollen ist die Tollwut in Europa mittlerweile beinahe ausgerottet, dennoch ist eine Aufrechterhaltung des aktiven Impfschutzes besonders für Menschen und Hunde empfehlenswert, die viel in Wäldern mit Wildtieren unterwegs sind.

Auch Covid-19 hat sich ursprünglich von Tieren auf den Menschen und danach von Mensch zu Mensch weiterverbreitet. Eine Zoonose kann durch tierische Proteine, Viren, Bakterien, Pilze, Einzeller, Parasiten oder Insekten übertragen und ausgelöst werden. Diese sind jedoch meist auf einen bestimmten Wirten und dessen Körper spezialisiert, weshalb ein Krankheitserreger für eine Spezies sehr gefährlich sein kann und für eine andere vollkommen harmlos. Wichtig ist daher: Nicht jede Krankheit kann sich auf jedes andere Lebewesen übertragen, wie folgende Beispiele zeigen.

Kuscheln ohne Sorge

Denn gängige menschliche Grippeviren wie Influenza und Erkältungen stellen für unsere Haustiere im Normalfall kein Risiko dar. In Deutschland gibt es keinerlei verzeichnete Fälle von Influenza, die von Menschen auf Hunde übertragen wurde.

Studien aus China und den USA belegen, dass in sehr seltenen Einzelfällen Haustiere durchaus Antikörper gegen Grippe in ihrem Blut aufweisen. Dennoch zeigten diese Hunde keinerlei Symptome – das bedeutet, dass sie zwar empfänglich für die Viren menschlicher Grippe sind, die Krankheit jedoch nicht im Hundekörper ausbrechen kann. Demnach können sich erkrankte Menschen gerne von ihren Fellnasen trösten lassen und ohne Gefahr ein paar Kuscheleinheiten genießen.

Je nach Felltyp brauchen auch Hunde im Winter Schutz vor der Kälte zB durch einen Mantel.
(c) Fenne (Canva)

Erkältung beim Hund?

Generell können sich Hunde natürlich auch erkälten – besonders in der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem meist geschwächt und bietet Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern weniger Gegenwehr. Als Hundebesitzer:in kann man hier jedoch nachhelfen:

• Gegen bestimmte Infektionskrankheiten wie die infektiöse Tracheobronchitis (auch Zwingerhusten genannt) gibt es präventive Impfungen für die Fellnase. Diese sind gerade dann sinnvoll, wenn der Hund Kontakt mit vielen fremden Hunden hat, zum Beispiel viel auf der Hundewiese ist, bald in eine Hundepension oder aus dem Tierheim kommt.

• Besonders im Winter sollte auch der Hund es immer schön warm und trocken haben. Je nach Felltyp kann das bedeuten, dass der Hund im Freien einen Hundemantel braucht. Besonders Hunde ohne Unterwolle und mit sehr kurzem Fell können noch vor dem Einsetzen von Minusgraden frieren und damit ihr Immunsystem schwächen.

• Nach dem Spaziergang sollte man die Pfoten abwischen und gegebenenfalls das Fell mit einem Handtuch trockenreiben. So hilft man nicht nur dabei, den Hund trocken zu halten, sondern entfernt auch Keime und andere Krankheitserreger, die sich im Straßenschmutz und besonders in schmutzigem Schnee befinden.

Für Menschen sind Hundeschnupfen und -husten jedenfalls nicht gefährlich – daher kann man dem Vierbeiner in seiner Stunde der Not ebenfalls ohne Hintergedanken Nähe anbieten. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid!

In der kalten Jahreszeit ist es wichtig das Immunsystem zu stärken. Vitamine können dabei Abhilfe schaffen.
(c) Kisa_Markisa (Canva)

Damit der Hund in den kalten Monaten gut geschützt ist, kann man mit Obst und Gemüse gut nachhelfen. Mehr dazu in unserem Beitrag. Hier erfährst du, wie du mit Karotten & Co das Immunsystem deiner Fellnase stärken kannst. Auch haben wir dir ein paar Tipps vorbereitet, damit du weißt, was du tun kannst, wenn dein Hund den Schnupfen hat.

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