Montag, Juni 27, 2022
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(K)ein Hund kam in die Küche! Interview mit Johann Lafer

Johann Lafer ist jedem als Starkoch ein Begriff. Seit Jahren ist der sympathische Steirer aber auch auf den Hund gekommen. Uns hat er allerlei über seine Debby erzählt.

Lieber Herr Lafer, bevor wir übers Essen reden, sprechen wir über einen der wenigen „Faktoren“, der dem Essen auch aus emotionaler Sicht den Rang abläuft: Ihren pelzigen Vierbeiner. Wie haben Debby und Sie zusammen gefunden?

Johann Lafer: Ich war eigentlich immer eher ein „Hundegegner“. Nicht, weil ich sie nicht mochte, aber Hunde und Katzen bedeuten Verantwortung – und das wollte ich mir nicht antun. Dann wurde meine Tochter 10 und wollte unbedingt einen Vierbeiner. Ich habe nur gesagt, wenn ein Hund kommt, ziehe ich aus… Meine Tochter musste aber zuerst drei Monate auf Probe mit dem Hund des Schwiegervaters Gassi gehen. Und diesen „Test“ hat sie mit Bravour bestanden. Unsere Züchterin hat dann am Heiligen Abend unser neues Familienmitglied genau um Viertel nach acht vorbeigebracht. Meine Frau hat auch draufbestanden, dass ich den Vierbeiner an meine Tochter übergebe, damit sie auch genau weiß, dass ich auch voll dahinterstehe. Meine Tochter hat schließlich vor Freude geweint – und das war der wundervolle Beginn einer tierischen Lafer-Geschichte… Heute ist unsere Debby 17 Jahre alt und ich bin natürlich ein riesiger Hundefan.

Der Hund in der Küche – aus hygienischer Sicht eine Herausforderung. Wie lösen Sie das?

J.L.: Also der Hund in der Küche ist bei mir ein absolutes No-Go. Zu Hause liegt unser Labbi beim Essen unter dem Tisch. Ihr dort nichts zu geben, war harte Erziehungsarbeit – für Debby und für uns. Weil ich dafür alles selber gegessen habe, habe ich quasi durch unseren Hund sogar zugenommen.

Eine der Fragen, die uns ehrlicherweise fast am meisten interessieren: Was füttert ein Star der Kulinarik seinem –als Labrador sicher verfressenen – tierischen Begleiter?

J.L.: Wir haben auch Frischfleisch versucht – aber unter anderem auch wegen des Alters bekommt sie jetzt Trockenfutter. Wenn ich am Abend nach Hause komme, geht aber immer die Kühlschranktür auf und sie bekommt was Leckeres zu naschen. Sie soll ja ihren Lebensabend genießen. Und zu Weihnachten und zum Geburtstag gibt’s natürlich was besonders Gutes.

Johann Lafer sitzt auf einer hellen Ledercouch und hat seinen schwarzen Labrador am Schoß.
Einen Alltag ohne Hundedame Debby kann sich der Starkoch nicht vorstellen. Foto: Sabine Wunderlin

Sie wuchsen auf einem Bauernhof im wunderschönen Graz auf. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich waren die Hofhunde früher leider oft die „Köter“, die oft nicht allzu liebevoll behandelt wurden. Wie haben Sie das bei Ihnen und in Ihrem Umfeld erlebt? Und wie sehen Sie aus persönlicher Erfahrung die Veränderung vom mehr oder minder Nutztier zum heißgeliebten Familienmitglied?

J.L.: Bei uns am Bauernhof hatte jede Gans und jede Katze ihren Namen. Natürlich haben wir auch von den Nutztieren gelebt – aber der Hund war auch damals schon immer ein fester Bestandteil der Familie.

Wie schaut Ihr Alltag mit Debby aus?

J.L.: Wir haben zu Hause einen großen Garten. Durch ihr hohes Alter gibt’s keine riesigen Runden mehr – aber jeder Tag startet trotzdem mit einer innigen Umarmung in der Früh. Leider hat sie inzwischen schon sehr viel abgenommen.

Waren Sie mit Debby in der Hundeschule?

J.L.: Meine Frau und die Kinder waren mit ihr in der Hundeschule. Auch Hunde müssen Regeln lernen. Und wir müssen lernen, mit ihnen konsequent zu sein.

Darf Sie zu Hause aufs Bett oder auf die Couch?

J.L.: Ins Bett darf sie nicht – auf die Couch schon. Und im Schlafzimmer hat sie ja ihr Körbchen. Da ist sie natürlich auch mit dabei.

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In Ihrem neuen Buch „Medical Cuisine“ geht’s um gesunden kulinarischen Genuss. Passen gesund und Genuss überhaupt zusammen?

J.L.: Bei „Medical Cuisine“ geht es um artgerechte Alltagsküche. 80 Prozent sollen wie gewohnt bleiben und 20 Prozent soll man zusätzlich einbauen. Wir essen generell zu viel Fleisch und zu viele Kohlenhydrate. Wir wollen was Neues, Gesundes zeigen und dass man dabei nicht auf Gewohntes verzichten muss. Als Beispiel dafür gäbe es unsere „Bolognese“ aus Gemüse. Gesunde Küche muss schmecken – dafür müssen auch die Gerichte herkömmlich sein.

Medical Cuisine klingt kompliziert und aufwendig. Wenn man den ersten Zeilen des Buches glauben darf, ist das Gegenteil der Fall.

J.L.: Medical Cuisine muss im Alltag ankommen. Es geht nicht nur um Avocado mit Olivenöl oder Ähnliches. Zum Beispiel geht’s auch um Kartoffelsalat ohne Speck oder köstliches Rindsgulasch mit nur einem Drittel Fleisch.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegan oder vegetarisch. In Ihrem neuen Buch finden sich hierzu ein paar äußerst ansprechende Rezepte. Manche füttern aber sogar Ihre Hunde fleischlos. Wie sehen Sie als Koch diese gesamte Entwicklung?

J.L.: Generell ist das ein notwendiger Trend. Wir müssen alleine schon für die zukünftigen Generationen unsere Ernährung etwas verlagern. Ich werde dieses Jahr 65 – ich habe inzwischen erkannt, dass ein großer Teil meiner Gesundheit von meiner Ernährung abhängt. Ich habe zum Beispiel meine Arthrose durch eine Ernährungsumstellung weggebracht. Die Ernährung ist die Basis. Von rein veganer Ernährung beim Hund halte ich nichts. Weiß aber viel zu wenig darüber, um das fundiert zu beantworten. Beim Menschen schaut es anders aus – das gibt es ja inzwischen schon einige Spitzensportler, die vegan sind. Für mich persönlich ist aber auch Fasten sehr wichtig. Ich mache zum Beispiel im Jänner immer eine Fastenkur: Wenn ich mich gewisser Genüsse entziehe, weiß ich wieder, wie gut gewisse Sachen schmecken können. Insgesamt freue ich mich einfach, das mein Leben so ist, wie es ist – mit soviel Abwechslung.

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