Japan: Vor 85 Jahren starb „der echte Hachiko“

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Links: Richard Gere mit Akita-Welpen aus dem Film "Hachi - A Dog's Tale" (Stage 6 Films) - rechts: der "echte" Hachiko und Bronzestatue am Bahnhof in Shibuya

Der Akita Inu Hachiko gilt in Japan bis heute als Inbegriff der Treue. 1935 starb der Rüde, dessen Geschichte 2009 als Hollywood-Film ins Kino kam.

Die Geschichte von Hachiko ist den meisten Hundefreunden vor allem wegen ihrer Verfilmung mit Hollywood-Star Richard Gere bekannt. In Tokio wurde der Akita-Rüde sogar noch zu Lebzeiten wegen seiner beispielhaften Treue zu seinem verstorbenen Herrchen verehrt.

Das Leben des „echten“ Hachiko

Das Licht der Welt erblickte Hachiko 1923 und zog 1924 Haustier von Universitätsprofessor Hesaburo Ueno nach Tokio. Tagtäglich holte der Rüde sein Herrchen vom Bahnhof in Shibuya ab, wenn dieser von der Arbeit kam.

Auch als der Professor an der Kaiserlichen Universität 1925 während einer Vorlesung an einer Hirnblutung verstarb, behielt der Akita seine Gewohnheit bei. Von den lebenden Verwandten Uenos, die die Pflege des Hundes übernommen hatten, riss Hachiko regelmäßig aus, um am Bahnhof auf sein früheres Herrchen zu warten. Schließlich übernahm Kikuzaburō Kobayashi, der ehemalige Gärtner der verstorbenen Professors, den Hund, da er gleich in der Nähe des Bahnhofs wohnte.

Wurde die Anwesenheit des Hundes am Bahnhofsgelände zunächst nicht sonderlich beachtet, sorgte ein neuer Bahnhofsvorsteher 1928 dafür, dass dem Rüde eine eigenes Plätzchen zur Verfügung gestellt wurde. In diesem Jahr erkannte ein ehemaliger Student Uenos, der zum Thema Akita Inu forschte, dass Hachiko einer von nur 30 verbliebenen Vertretern seiner Rasse war.

1932 wurde die rührende Geschichte des Hundes in ganz Japan bekannt, nachdem ein Artikel über ihn einer Tokioter Tageszeitung erschien. Zwei Jahre später wurde an der Westseite des Bahnhofs in Shibuya unter Anwesenheit des Rüden eine Bronzestatue zu seinen Ehren präsentiert, die man bis heute besichtigen kann.

Am 8. März 1935 verstarb der beliebte Vierbeiner im Alter von zwölf Jahren. Sein Körper wurde präpariert und befindet sich bis heute im japanischen Nationalmuseum der Naturwissenschaften.

Filmische Adaption

Bereits 1987 erschien in Japan der Film Hachikō Monogatari (ハチ公物語) des Regiseurs Seijiro Koyama. Im Westen erlangte die Geschichte vor allem durch den 2009 erschienenen Film Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft (engl. Originaltitel: Hachi: A Dog’s Tale) mit Richard Gere in adaptierter Form große Bekanntheit.

Kritiker lobten den Film, attestierten ihm allerdings auch in manchen Belangen etwas kitschig zu sein. So erschien etwa in der Wiener Zeitung folgendes Fazit:

„[Dem Regiseur] gelingt es, aus der vordergründig nahe am Kitsch wandelnden Geschichte eine feine, stille Hymne an die Treue und die Freundschaft zu machen – komische Momente inbegriffen. Geres Darstellung ist wohltuend zurückhaltend und ehrlich, alles strahlt eine weich fließende Harmonie aus, die von der sanften Musik des Oscar-Preisträgers Jan A. P. Kaczmarek wunderbar unterstrichen wird. Um die Rührung kommt wohl niemand herum – zumindest keiner, der wahre Hundetreue kennt.“