Dienstag, Dezember 6, 2022
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Hund vermisst – was kann ich als Hundebesitzer tun?

Es ist der schlimmste Albtraum eines jeden Hundebesitzers – wenn die Fellnase spurlos verschwindet. Doch was soll man tun, wenn der Hund vermisst wird? Am besten bereitet man sich auf diesen Fall vor, noch bevor er eintritt – denn dann sind die Chancen auf ein Wiedersehen am größten.

Es gibt viele Gründe dafür, warum Hunde plötzlich nicht mehr da sind, wo man sie zurückgelassen hat – und das immense Gefühl von Fassungslosigkeit, Schock und Verzweiflung wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Vorsicht ist daher besser als Nachsicht!

Wie verschwinden Hunde?

Dabei reicht die Verantwortlichkeit der Besitzer von sorgloser Nachlässigkeit zu purem Pech. Schließlich ist es absehbar, dass abenteuerlustige Vierbeiner das Weite suchen, wenn kaputte Zäune nicht repariert oder Grundstücke nicht ausrechend gesichert sind. Grundstücksgrenzen müssen hoch und eng genug stehen, damit der Hund nicht darüber springen, darunter durchkriechen oder sich dazwischen durchzwängen kann. Dasselbe gilt für die Sicherung außerhalb der vier Wände: Halsband, Geschirr und Co müssen gut auf den individuellen Hundekörper passen und dürfen sich nicht leicht abstreifen lassen – auch im Schreckfall nicht. Absolute No-Gos sind außerdem vor Geschäften angebundene Hunde. Denn eine unbeaufsichtigte Fellnase ist oftmals leider auch bald eine vermisste Fellnase – sogar dann, wenn man nur für ein paar Minuten beschäftigt ist. Denn manche Menschen nutzen durchaus die günstige Gelegenheit, einen fremden Hund mitzunehmen, sei es aus finanziellen Gründen, aus fehlgeleitetem Mitleid oder aus Langeweile. Aber auch die am besten behüteten Hunde können verschwinden, wenn das Unglück es so will. Besonders tragisch und leider auch häufig suchen Hunde beispielsweise bei Verkehrsunfällen das Weite, weil sie sich durch den Lärm und eventuell auch Schmerz erschreckt haben. Aber auch losgerissene Hunde, die im Wald eine Fährte zu weit verfolgen oder einem flüchtenden Tier nachstellen, finden nach der wilden Hetze oftmals nicht mehr den Weg zurück. Mit Vorsicht allein ist man also noch nicht gegen einen Vermisstenfall gefeit. Dennoch gibt es Schritte, welche die Wahrscheinlichkeit einer Wiedervereinigung mit dem geliebten Tier drastisch erhöhen können.

Chip und Registrierung

Noch bevor der Ernstfall eintritt, sollte man sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass der Hund gestohlen wird oder entläuft. Seit 2010 müssen deswegen alle Hunde mit einem Chip ausgestattet sein. Heutzutage wird den meisten Hundewelpen bereits im Zuge der Gesundheitskontrollen durch den Veterinärmediziner ein Mikrochip unter die Haut implantiert. Dies schmerzt nicht mehr als eine Impfinjektion und kann dem Tier dafür später viel Gram und Pein ersparen. Besonders bei Hunden, die man aus dem Ausland erwirbt, muss man darauf achten, ob diese bereits über einen Chip verfügen – natürlich kann man auch erwachsene Tiere nachträglich chippen. Unmittelbar nach dem Kauf eines Hundes muss der Hundehalter selbst die Nummer dieses Chips mit den eigenen Kontaktdaten in einer Haustierdatenbank registrieren.

Ein Chiplesegerät wird über einen Hund gehalten.
Mit einem speziellen Lesegerät können die Daten auf dem Mikrochip ausgelesen werden – allerdings muss die Chipnummer auch mit den Daten des Hundehalters in einer Datenbank registriert sein. (c) Ross Helen - Canva

Leider vergessen viele Menschen diesen immens wichtigen Schritt in der Freude der ersten Tage mit dem neuen Familienmitglied, und andere denken, dass mit der Implantation des Chips die Pflicht bereits getan ist. Dabei ist der Chip allein absolut nutzlos, wenn die Chipnummer nicht zusammen mit den Kontaktdaten des Hundebesitzers in einer Datenbank gespeichert ist. In Österreich ist es daher verpflichtend, den Hund mit der Anmeldung in der Gemeinde auch in der Heimtierdatenbank des Gesundheitsministeriums zu registrieren. In Deutschland gibt es keine bundesweite Chip-Pflicht für Haustiere – dennoch sollte man diese unbedingt durchführen! Auf TASSO und FINDEFIX kann man seinen Hund kostenlos registrieren, die IFTA verlangt eine kleine Summe für den gebotenen Service. Natürlich kann man seinen Hund auch in mehreren Datenbanken registrieren, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, ihn nach dem Verschwinden wieder in die Arme schließen zu können. TASSO allein hat von 300.000 jährlich vermissten Hunden etwa 95.000 wieder nach Hause zurückgebracht – nur dank Chip und Registrierung!

Suchanzeige aufgeben

Ist der Hund verschwunden und hat man bereits erfolglos die nähere Umgebung abgesucht, heißt es schnell zu handeln. Geben Sie sofort bei der Heimtierdatenbank Bescheid – die meisten bieten dazu 24-Stunden-Hotlines an. Auch Vermisstenanzeigen in dementsprechenden Gruppen auf sozialen Medien und Haustierportale wie die Tiersuchzentrale Österreich, AnimalData oder Fundservices Ihres Bundeslandes können immens hilfreich sein. Achten Sie bei der Auswahl eines Fotos darauf, dass man das Tier gut erkennen kann (Ganzkörperfotos eignen sich am besten) und das Foto aktuell ist. Es ist hilfreich, in der Vermisstenanzeige auch die Situation des Verschwindens zu schildern, wie Ort, Zeit, Wetter, Farbe von Halsband oder Geschirr, wo und wie man den Hund zum letzten Mal gesehen hat. Es könnte Augenzeugen helfen, sich an einen wichtigen Hinweis auf den Verbleib des Hundes zu erinnern! Die Vermisstenanzeige kann man auch ausdrucken und in der unmittelbaren Nähe des Ortes des Verschwindens und der eigenen Nachbarschaft aufhängen. Denn entlaufene Hunde kehren oftmals nach Hause zurück – dies kann besonders nach einem Umzug eine Rolle spielen. Checken Sie in diesem Fall Ihre alte Adresse und bitten Sie die neuen Einwohner, nach dem Hund Ausschau zu halten. Kontaktieren Sie als nächsten Schritt Tierheime und private Tierschutzorganisationen in der Nähe und geben Sie auch dort eine Vermisstenanzeige auf, denn zugelaufene Hunde werden üblicherweise ins nächste Tierheim gebracht. Besonders bei großen Hunden kann es zudem hilfreich sein, die Polizei und Jägerschaft über das Verschwinden des Tiers zu informieren. Danach gilt es nur noch geduldig auf Hinweise zu warten und gegebenenfalls die „Hund zugelaufen“-Anzeigen verschiedener Portale regelmäßig zu durchsuchen. Außerdem kann es hilfreich sein, den Ort des Verschwindens immer wieder aufzusuchen – denn manchmal warten Hundetreu dort, wo ihre Besitzer sie zuletzt gesehen haben.

Professionelle Tiersuche

Wer weder Geld noch Mühe scheuen will, um seinen Vierbeiner wieder in die Arme zu schließen, kann außerdem auf die Dienstleistung professioneller Einsatzorganisationen zur Haustiersuche zurückgreifen. Mit Spürhunden, die auf die Suche nach Haustieren spezialisiert sind, Wärmebildkameras, Drohnen, Lebendfallen und anderen technischen Hilfsmitteln bieten diese Firmen Haustiersuche im großen Stil an. Doch nicht immer ist so ein Großeinsatz notwendig oder gar produktiv – gerade der Einsatz von Spürhunden kann ängstliche Hunde noch mehr verschrecken. Bleiben Sie daher ruhig und wägen Sie realistisch ab, welche Maßnahmen wirklich hilfreich sind und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zu einem heiß ersehnten Wiedersehen mit der geliebten Fellnase kommt.

TIPP

Hund bereits entlaufen und Chip-Registrierung verpasst?

Ist das Malheur schon passiert und man hat leider verschwitzt, die Chipnummer in einer Datenbank zu registrieren? Nicht verzagen – sondern schnell nachholen! Im Heimtierpass ist die Chipnummer vermerkt, sodass man die Anmeldung auch im Nachhinein ohne Hund durchführen kann. Üblicherweise geht die Registrierung in der Datenbank sehr schnell – vielleicht sogar rechtzeitig, bis das Tier gefunden und der Chip ausgelesen wird.

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