Hirschlausfliege beim Hund: Was tun gegen den lästigen Parasiten?

Hirschlausfliege Hund Parasit Lipoptena cervi
Als Parasit kann die Hirschlausfliege beim Hund für großes Unwohlsein sorgen. Ein Einnisten sollte möglichst rasch unterbunden werden. / Foto: gbohne from Berlin, Germany / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Die Hirschlausfliege beim Hund ist ein Parasit, der im Gegensatz zu Flöhen und Zecken in der Allgemeinbevölkerung eher weniger bekannt ist. Doch darf die Hirschlaus nicht verharmlost werden: Hat sie sich einmal bei ihrem Wirt festgebissen, kann sie heftige Entzündungen auslösen. Auch Menschen können von Bissen der Hirschlausfliege betroffen sein.

Die Hirschlausfliege beim Hund, ein Parasit, ist vor allem in den Monaten Juli bis Oktober aktiv, heimisch ist sie vor allem in den Waldgebieten und am Waldrand. Ihre Gefährlichkeit liegt in der möglichen Übertragung des Bakteriums  Bartonella schoenbuchensis begründet. Dieser Krankheitserreger kann nämlich schwere Entzündungen auslösen, die oft auch mit Fieber einhergehen.

Hauptsächlich betroffen sind verschiedene Hirscharten, Dachse und andere Waldbewohner. Aber auch Hunde verschmäht der lästige Parasit nicht – selbst Menschen können von der Hirschlausfliege gebissen werden. Ob das Bakterium Bartonella schoenbuchensis aber auch auf den Menschen übertragen werden kann, ist bis dato aber noch nicht belegt. Juckreiz und Schwellung treten aber meist dennoch nach einem Biss auf.

Merkmale

Die Hirschlausfliege weist in der Tat Ähnlichkeiten mit einer herkömmlichen Stubenfliege auf. Ihr Körper ist aber kleiner (5-6mm) und vor allem flacher. Von der Gesamtkörperlänge fallen ungefähr 2,4-2,8mm auf Thorax und Kopf. Neben Facettenaugen besitzt die Hirschlaus auch Punktaugen. Ihre Klauen sind stark gekrümmt und relativ dick – dies ist beim Festkrallen ihres Wirtes sehr dienlich.

Lebensweise der Hirschlausfliege beim Hund

Nachdem die Hirschlausfliege ihren Wirt angeflogen hat, krallt sie sich mit ihren stabilen Beinen fest, beißt zu und bricht danach ihre Flügel ab. Das Weibchen bringt danach Larven zur Welt, die sich dann am Boden entpuppen. Wärme begünstig die Ausbreitung der Fliege – aus diesem Grund breiten sie sich besonders rasch nach wärmeren Wintern aus.

Bei Hunden ist die Hirschlausfliege besonders oft hinter den Ohren, an den Innenschenkeln und unter der Rute anzufinden. Bei Menschen beißt sie sich häufig im Nacken oder in den Haaren fest.

Den Biss der Hirschlaus, der zwischen 15 und 20 Minuten andauern kann, nimmt man oft nicht wahr. Stunden später kommt es aber meist zu starkem Juckreiz und Schwellungen. Außerdem kann die Hirschlaus nicht nur einmal, sondern mehrmals zubeißen.

In machen Fällen reagieren die Hund bereits beim Anflug der Hirschlaus: Hierbei sind oft hektische Bewegungen beobachtbar und oder ein panisches Sich-nach-hinten-Drehen in Richtung Rute. Oft will der Hund auch nicht mehr weitergehen, sondern sich lecken oder kratzen.

Aussehen der Hirschlausfliege (Lipoptena cervi)

Prävention

Hat sich die Hirschlausfliege einmal festgebissen, ist es schwer, sie aufzufinden und sie zu entfernen. Besser ist es, das Festbeißen von Vorneherein zu verhindern. Wichtig ist es deswegen, das Fell des Hundes präventiv nach den Spaziergehen auf die Parasiten hin zu untersuchen, besonders, wenn er sich panisch Richtung Rute dreht oder sich kratzt. Die Untersuchung des Felles ist im Allgemeinen empfehlenswert, denn auch das Festbeißen von Zecken kann drastische Folgen haben. So kann z. B. die Krankheit Anaplasmose übertragen werden.

Hilfreich kann es hierbei sein, das Haarkleid des Hundes nach den Spazierengehen mithilfe eines Flohkammes durchzukämmen.

Empfehlenswert sind außerdem Insektenschutzmittel – für den Hund, als auch für Mensch. Achten Sie bei der Verwendung aber darauf, dass das Repellent für den Hund auch gut verträglich ist. Möglich ist auch das Einreiben mit Kokosöl als natürlicher Schutz gegen Insekten. Die Wirkung ist aber nicht belegt.

Kennt man Gegenden, wo das Vorkommen der Hirschlausfliege besonders hoch ist, sollte man diese, vor allem zwischen Juli und Oktober, meiden.

Auch Abspritzen, Baden oder Duschen kann hilfreich sein beim Entfernen der Schmarotzer.