Die 5 wichtigsten Faktoren bei der Wahl des richtigen Hundes

Wahl des richtigen Hundes TierQuarTier Wien Annemarie Hurban Huendin Bonny Schaeferhund
Annemarie Hurban vom TierQuarTier Wien mit Hündin Bonny - die akademisch geprüfte Kynologin beantwortet die wichtigsten Fragen zur Wahl des richtigen Hundes. / Foto: TierQuarTier Wien

Die Entscheidung eines Menschen, sich einen Vierbeiner zuzulegen, ist mit einer großen Verantwortung verbunden. Wichtig ist bei der Wahl des richtigen Hundes daher auch, sich über Gesundheit, Geschlecht und etwaige rassespezifische Eigenschaften des Hundes Gedanken zu machen.

Hunde begleiten ihre Menschen meist für viele Jahre und beeinflusst auch sehr sein Leben. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, bereits BEVOR man sich festlegt alle wichtigen Einflussfaktoren Wahl des richtigen Hundes zu betrachten.

Rassespezifischer Verwendungszweck, Eigenschaften und Haltung

Wichtig ist es, bei der Wahl des passenden Hundes nicht nur nach seinem Äußeren zu gehen. Besonders zu berücksichtigen sind der eigentliche, rassespezifische Verwendungszweck, die Haltung sowie Eigenschaften des Hundes. Entscheidend ist dabei auch, ob der Hund von seiner Rasseveranlagung, den rassespezifischen Persönlichkeitsmerkmalen und dem Verwendungszweck sowie seiner Persönlichkeit überhaupt zum Menschen passt.

Denn Hunde sollten ihrem Verwendungszweck, Alter und ihrer Gesundheit entsprechend körperlich und geistig ausgelastet werden.

Herkunft, Sozialisation, Alter und bisherige Erfahrung

Weitere wesentliche Faktoren bei der Wahl des passenden Hundes sind Herkunft und Sozialisation des Hundes sowie Alter und bisherige Erfahrung von Mensch und Hund. Denn eine gute Sozialisation des Hundes ist Voraussetzung für ein unproblematisches Zusammenleben des Hundes mit Menschen, Artgenossen und anderen Tieren.

Für die Entwicklung und den Erhalt der sozialen Verträglichkeit spielt der Mensch eine wichtige Rolle. Ein Welpe bedarf besonders viel Zeit, Geduld und erzieherischer Fähigkeiten – so liegt es auch beim Menschen, dem Hund die Stubenreinheit und Beißhemmung beizubringen.

Ältere Hunde haben bereits ihre Erfahrungen gemacht und eingeprägte Verhaltensweisen. Alter, Gesundheit sowie Rasse stehen ebenfalls in engem Zusammenhang. Die bisherige Erfahrung des Menschen mit Hunden spielt gerade auch hinsichtlich des Alters, der Rasse und des Verwendungszwecks eine wichtige Rolle – aber auch betreffend bestimmter Verhaltensweisen von Hunden.

Gesundheit, Größe und Beschäftigung

Des Weiteren ist auch die Gesundheit des Hundes zu beachten – ob er auch für den gewünschten Verwendungszweck passend ist. Dies gilt natürlich auch umgekehrt – ist der Mensch physisch und psychisch in der Lage, einen Hund zu halten? Passt der Hund auch hinsichtlich seiner Größe zum Menschen und kann er ihn in allen Situationen halten?

Zu beachten sind auch möglicherweise sich ändernde Lebensstile und Lebensumstände – ob der Mensch die Bedürfnisse des Hundes hinsichtlich Bewegung, Zuwendung und Beschäftigung auch längerfristig erfüllen kann. Hunde sind Rudeltiere und sehr soziale Wesen – kann der Mensch überhaupt genug Zeit für seinen Hund aufwenden? Mensch und Hund sollten auch hinsichtlich Aktivitätslevel und Freizeitgestaltung zusammenpassen.

Umgebung, Platz, Zeit und Ruhephasen

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Umgebung. So können manche Hunde beispielsweise gesundheitsbedingt keine Treppen mehr steigen – andere wären mit dem Lärm einer Stadt überfordert. Es stellt sich auch die Frage, ob es überhaupt genügend Platz für den Hund gibt.

Zum Faktor Zeit gehört auch, wer sich außer „seinem“ Menschen – für den Fall von Urlaub, Krankheit oder bei zeitlichen Engpässen – sonst noch um den Hund kümmern kann.

Neben ausreichender Bewegung brauchen Hunde auch genügend Ruhephasen an entsprechenden Ruheorten. Die Ruhezeit eines gesunden, erwachsenen Hundes sollte in etwa 17 bis 20 Stunden betragen. Welpen und Senioren brauchen sogar noch mehr Ruhezeit.

Geschlecht des Hundes, Kosten, Haltungsbesonderheiten und gesetzliche Vorschriften

Für den Fall, dass es bereits Hunde im zukünftigen, gemeinsamen Haushalt gibt, gilt es gerade hinsichtlich Verträglichkeit zu überlegen, ob besser eine Hündin oder ein Rüde dazu passt.

Zu beachten sind auch die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Hundehaltung – ob der Mensch die gesetzlichen Hundehaltungsvorschriften überhaupt erfüllen kann. Die Kosten für die Haltung eines Hundes sind ebenfalls nicht zu unterschätzen – für beispielsweise Grundausstattung wie Leine, Brustgeschirr und Halsband sowie Futter, Pflege, Tierärztin oder Tierarzt, Versicherung und gesetzliche Abgaben. Auch das Fell eines Hundes bedarf regelmäßiger Pflege. Bei manchen Hunden ist es notwendig, sie zu scheren und zu trimmen.

Auf jeden Fall ist vor der Anschaffung eines Hundes auch abzuklären, ob es ein Hundehalteverbot in Haus oder Wohnung oder eine Tierhaarallergie gibt.

Weiters können rassespezifisch – auch tierschützerisch bedenkliche Rassestandards vorliegen, bei denen auch mit gesundheitlichen und finanziellen Problemen zu rechnen ist.

Der Hund sollte sich auch mit Personen und anderen Tieren, die im gemeinsamen Haushalt und in der näheren Umgebung leben, vertragen.

Bitte all diese Einflussfaktoren bereits VOR der Anschaffung eines Hundes genau betrachten. Denn es bedarf langer, genauer Planung und Überlegung, sich einen Hund als neues Familienmitglied zu nehmen. Wichtig ist dabei auch, dass man die Voraussetzungen für den Hund auch längerfristig erfüllen kann. Die Entscheidung, sich ein Tier zu nehmen sollte bewusst und verantwortungsvoll getroffen werden. Denn ein Hund ist eine große Verantwortung – ein ganzes Tierleben lang.

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TierQuarTier Wien, Süßenbrunner Straße 101, 1220 Wien
Zur Autorin

Mag.a Annemarie Hurban (Foto oben) ist akademisch geprüfte Kynologin und leitet die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit & Ehrenamt im TierQuarTier Wien.

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