Donnerstag, September 29, 2022
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Hund im Auto transportieren – was beachten (Gesetze)?

Ist der Hundetransport im Auto eine Wissenschaft für sich? So könnte man meinen, wenn man sich die Meinungen der Hundemenschen dazu anhört. Auch das Straßenverkehrs- und Kraftfahrrecht betont, dass Tiere unter die Ladungssicherungsvorschrift fallen und ordentlich gesichert werden müssen. Doch wie kann man einen Hund am besten transportieren? Sicherheit geht beim Transport von Tieren jedenfalls vor!

Immer im Auto dabei

Kein Hundebesitzer kommt um diese wichtige Frage herum: Wie soll ich meinen Hund im Auto transportieren? Die einen schwören auf Transportboxen für Tiere aus massiven Materialien, andere finden einen Sicherungsgurt ausreichend. Bei wieder anderen haben die Hunde Bewegungsfreiheit im gesamten Fahrzeuginnenraum. Dabei fallen Hunde im Fahrzeug eindeutig unter zwei verschiedene Gesetzestexte: das Tierschutzgesetz und die Ladungssicherungspflicht. Denn Tiere in Autos sind rechtlich gesehen als Ladungen zu verstehen, die es vorschriftsmäßig zu sichern gilt. Und zwar so, dass eine sichere Fahrt nicht beeinträchtigt und niemand gefährdet wird – auch das Tier selbst nicht.

Ladungssicherungspflicht

Juristisch gesehen gelten Hunde in einem Fahrzeug als Ladungsgut, daher fällt ihr Transport unter die Ladungssicherungspflicht der Straßenverkehrsordnung. Tatsächlich gibt es jedoch keine gesetzlichen Vorschriften, wie der Hund genau zu “verstauen” ist. Wird der Hund im Falle eines Unfalls als nicht ausreichend gesichert befunden, kann es daher zu einem Bußgeld kommen. Das Strafausmaß kann je nach Pflichtvernachlässigung zwischen 35 Euro und 5.000 Euro variieren, da auch zivilrechtliche Haftungsfolgen drohen. Bei mangelhaftem Tiertransport handelt es sich daher um kein Kavaliersdelikt – ganz zu schweigen von der Verletzungsgefahr von Mensch und Tier.

Tierschutzgesetz

Auch das Tierschutzgesetz ist beim Transport von Tieren relevant. Bei längeren Aufenthalten in Fahrzeugen müssen ausreichend Wasser und Gassipausen zur Verfügung gestellt und direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Selbstredend – aber aufgrund der jährlich vorkommenden Tragödien immer eine Erwähnung wert – dass Tiere bei warmen oder sommerlichen Temperaturen nicht im Auto gelassen werden sollten! Bei geschlossenen Transportboxen muss der Hund bequemen Platz zum Liegen, zum Umdrehen und zum Aufrechtsitzen haben.

Juristisch sattelfest

Hunde stellen rechtlich gesehen Risiken für die Verkehrssicherheit dar. Kaskoversicherungen können im Schadensfall Zahlungen verweigern, wenn das Haustier als Ladung nicht so gesichert mitfährt, dass der Fahrende weder abgelenkt noch behindert wird oder wenn Fremdgefährdung besteht. Tierquälerei ist insofern auszuschließen, als dass die Sicherung tiergerecht sein muss.

Faires Einsteigen – Tier zuliebe!

Was Usus ist in der Hundewelt – den Hund in das Auto hineinspringen zu lassen – wird spätestens im Alter oder bei Erschöpfung des Tieres, bei zu engem Parken oder bei rutschigem Untergrund zum Problem. Weitaus gelenkschonender ist es, dem Tier ins Auto zu helfen, etwa über eine Einstiegsrampe. Achtung: Auch eine Rampe muss sicher verstaut werden. Gewöhnt eure Vierbeiner rechtzeitig vor der Fahrt und stresslos an Brustgeschirr, Rampe und Hundebox sowie ans Autofahren an sich.

Video: Hunde im Auto richtig transportieren – so geht’s!

Tipps zum artgerechten und gesetzeskonformen Transport von Hunden im Auto gibt’s im folgenden Video (Dauer: 2:15 Min.) vom Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs ARBÖ.

Auch interessant: Zum Weiterlesen empfehlen wir unseren Artikel “Hund Autofahren beibringen: Schritt-für-Schritt-Training gegen Angst”.

Sicherheitsfaktor: Gurt, Hundebox oder Hundegitter?

Freiheit im Fahrzeuginneren ist somit gesetzlich ausgeschlossen – Sicherheit geht vor! Denn ein 20 Kilogramm schwerer Hund kann durch abruptes Abbremsen bei 50 km/h eine Aufschlagwucht von einer halben Tonne (!) entwickeln. Prallt der Hund gegen den Autositz, können bei Fahrer und Beifahrer gefährliche Wirbelsäulenverletzungen entstehen, und auch die Hunde tragen meist schwere Verletzungen davon. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, ein solches Horrorszenario zu vermeiden. Am gängigsten sind Hundetransportboxen, Trenngitter und Sicherheitsgurte für Hunde.

Die Verwahrung in Transportboxen für Tiere ist nicht Vorschrift, gilt aber als sicherste Verwahrungsmöglichkeit für Hunde. Wichtig bei der Auswahl ist stabiles Material und die richtige Größe für die individuelle Fellnase. Außerdem müssen auch Transportboxen gegen Fliehkräfte gesichert werden. Bei Vollbremsungen oder plötzlichen Ausweichbewegungen dürfen sie nicht verrutschen oder umfallen. Zurrgurte oder fixe Installationen im Kofferraum können da leicht Abhilfe schaffen. Ansonsten kann man die Box quer zur Fahrtrichtung im Fußraum unterbringen. Hochqualitative Hundeboxen können je nach Größe zwischen 75 und 230 Euro kosten.

Trenngitter ermöglichen eine weitere Absicherung hin zu Mitfahrenden. Sie sorgen dafür, dass der Hund den Fahrer nicht ablenken kann und sollten im Falle eines Unfalls ein Durchbrechen der Windschutzscheibe verhindern. Trotzdem können sich Hund und Mensch bei einer Vollbremsung schwer verletzen, wenn das Trenngitter die Fläche der Rückenlehne nicht abdeckt. Eine weitere Option bieten Sicherheitsgurte und Sicherheitsgeschirre. Diese können wie normale Gurte eingeklinkt werden und sollen verhindern, dass der Hund gegen den Autositz prallen kann. Achten Sie auch hier auf hohe Qualität und nicht zu lockeren Sitz des Geschirrs.

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