Blindenhund verhilft Schwimmerin zu Paralympics-Gold

Die Paralympic-Athletin Anastasia Pagonis mit ihrem Blindenhund Radar.
Pagonis und ihr Blindenführhund Radar sind beste Freunde - auch im Schwimmbecken! / Foto: The Dodo.

Mit erst 14 Jahren verlor das junge Schwimmtalent Anastasia Pagonis ihr Augenlicht. Daraufhin verfiel sie in schwere Depressionen. Ein Blindenführhund namens Radar zeigte Pagonis, dass das Leben für sie noch viele Dinge bereithält – unter anderem die Goldmedaille bei den paralympischen Spielen 2020.

Als Teenager hat man viele Sorgen und Zukunftsängste – doch besonders schwer hatte es Anastasia Pagonis. Der junge Stern am Himmel der professionellen Schwimmer verlor mit nur 14 Jahren das Augenlicht. Aufgrund einer noch ungeklärten Ursache wurde sie binnen zwei Monaten vollkommen blind. „Als wir bemerkten, dass sie ihre Sehfähigkeit verliert, haben wir angefangen, sie zum Pool zu bringen, und sie war so talentiert [im Schwimmen]“, berichtete Vater Peter Pagonis im Interview mit PIX11 News. „Aber als sie vollkommen blind war, wollte sie überhaupt nicht mehr ins Wasser. Sie hatte schwere Depressionen.“ Die Blindheit war ein Schock für das lebenslustige Mädchen – und es brauchte einen ganz besonderen Freund, um diese Lebenslust wieder zu entfachen. Die gemeinnützige Organisation „Pups with a Purpose“ (zu Dt. „Hunde mit Berufung“) spendierte der Familie einen Blindenführhund, einen Labrador Retriever namens Radar. Pagonis und Radar wurden sofort beste Freunde.

Mit neuem Freund ins neue Leben

„Er ist das Beste, was mir passiert ist. Ich bin so froh, ihn in meinem Leben zu haben“, sagt Pagonis über ihren Begleiter. Die Sicherheit und Unabhängigkeit, die das blinde Mädchen durch ihren Blindenführhund zurückerlangen konnte, gaben ihr neue Motivation. Vor einem Jahr war es dann soweit: Pagonis wollte zurück in den Pool und schwimmen. „Es war toll, wieder im Wasser zu sein und das Chlor auf meiner Haut zu spüren“, lacht sie. „Ich wusste, das will ich machen, und ich werde alles Menschenmögliche dafür tun, dorthin zu kommen, wo ich hinwollte – und das ist Tokyo 2021.“ Denn dort finden vom 24. August bis zum 5. September die paralympischen Spiele statt. Tatsächlich wurde sie kurz darauf eingeladen, für ihr Heimatland USA in Tokyo zu schwimmen.

Gold für Pagonis (und Radar)

„Ich war so aufgeregt, mein Land zu repräsentieren und anderen Blinden zu zeigen, dass man alles erreichen kann, was man sich vornimmt.“ Während des Trainings erhielt sie Unterstützung von Radar. Dieser lernte in nur einer Woche alle neuen Wege im Trainingszentrum von Colorado Springs und wartete jeden Tag geduldig am Rand des Schwimmbeckens. Pagonis konnte sich dank ihm ganz auf das Schwimmen konzentrieren – mit unglaublichen Ergebnissen. Mit nur 17 Jahren holte Pagonis tatsächlich die Goldmedaille im 400-Meter-Freistilschwimmen der Frauen. Stolze zwei Mal (!) brach sie dabei den Weltrekord für diese Disziplin, einmal während der Qualifikation und noch einmal während des Finales. „Ich bin so glücklich! Ich kann es kaum erwarten, mit Radar die Welt zu erobern!“