35 tote Hunde in Müllsäcken: Frau drohen höchstens 2 Jahre Haft

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Tierschützern, die die 35 verwahrlosten toten Hunde fanden, bot sich ein wahres Horror-Szenario. / Foto: Christa Valentin

Im Juli 2019 wurden in Kärnten 35 tote Malinois, darunter sechs Welpen gefunden. Im Prozess droht der Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Ermittelt wurde gegen die 38-jährige Birgit S. unter anderem wegen Betruges und Handels mit Hunden. „Dieser Verdacht hat sich nicht erhärtet. Wir haben nun eine Anklage wegen Tierquälerei eingebracht“, so Markus Kitz, Sprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft, laut Kronen Zeitung. Der angeklagten Tiertrainerin drohen damit bis zu zwei Jahre Haft.

Der Zustand, in dem die verendeten Tiere im Juli entdeckt wurden, schockierten nicht nur Tierschützer. „Zum Teil hatten die Hunde Halsbänder um, einer trug noch einen Maulkorb. Direkt nach dem Fund benachrichtigen wir Polizei und Amtstierazt. Der Geruch nach Verwesung war unerträglich. Der Anblick der Tiere wird mich mein Leben lang verfolgen“, so Christa Valentin. Bereits im Sommer hatte uns die Hundefreundin ihre Geschichte über den Horrorfund geschildert.

Kritik an Behörden

Seit Bekanntwerden des Falls gibt es von mehreren Seiten Kritik am späten Handeln der Behörden, die über das mutmaßliche Tierhortungsproblem (auch „Animal Hoarding“ oder „Tier-Messie-Syndrom“ genannt) der Kärntnerin informiert gewesen sein sollten.

„[2014] verständigten Freunde den Amtstierarzt. Es gab eine erste Kontrolle, Besserung wurde gelobt, doch nichts geschah“, so Valentin. Birgit S. dürfte allerdings großen Wert darauf gelegt haben die zuständigen Institutionen zu täuschen. Valentin: „Es fehlte mir an Beweisen. Inzwischen schickte Birgit S. an die Tierheime weiter schöne Bildchen und Videos.“

Mit dem Einschreiten im letzten Sommer konnten immerhin elf Hunde gerettet werden.

Höchststrafe in Petition gefordert

In der Zwischenzeit gibt es eine Online-Petition, in der für die Angeklagte die Höchststrafe gefordert wird. Um ihr Anliegen zu unterstreichen und Personen zum Unterzeichnen aufzufordern, hat Tierschützerin Christa Valentin ein Video mit den drastischen Bildern vom Fundort der toten Hunde auf Facebook gestellt.

Hinweis: Das folgende Video zeigt erschreckende Bilder, die verstörend wirken können und ist nichts für schwache Nerven!

Dieser Artikel wurde am 3.2.2020 ab dem Absatz „Höchststrafe in Petition“ gefordert ergänzt.

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