Hundehaltegesetz in Oberösterreich: Regelung nach Hundegröße

by Michael Wurz
Großer schwarzer doggenartiger Hund sitzt neben kleinen Hund

Hundehaltegesetz Oberösterreich: Wichtige Novellierung nach Vorfall in Naarn

In Oberösterreich wird eine bedeutende Änderung des Hundehaltegesetzes diskutiert, ausgelöst durch einen tragischen Hundebiss in Naarn. Im Zentrum steht die innovative 40/20-Regelung, die zwischen kleinen und großen Hunden differenziert.

40/20-Regelung?

Hunde über 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Gewicht sollen strengeren Vorgaben folgen. Dieser Ansatz ersetzt die traditionelle Rasseliste durch allgemeine Regelungen für alle Hundehalter, inklusive eines obligatorischen sechsstündigen Sachkundenachweises. Besonders hervorzuheben ist die neue Definition für auffällige Hunde, die verschärfte Trainings- und Haltungsbedingungen, einschließlich Maulkorb- und Leinenpflicht, mit sich bringt.

Mehr Schutz und Klarheit

Die jüngste Sitzung des Unterausschusses Hundehaltung in Linz zeigte Fortschritte. Tierschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) betonte „Mehr Schutz und Klarheit“ als Kernziele des neuen Hundehaltegesetzes. Die 40/20-Regel bildet den Hauptpunkt des Entwurfs, ergänzt durch einen Praxistest zur Alltagstauglichkeit großer Hunde. Neue Maßnahmen zur früheren Reaktion der Gemeinden und ein verbesserter Datenaustausch sind ebenfalls Teil des Vorschlags.

Parteipositionen zum neuen Hundegesetz in Oberösterreich

Die ÖVP: 
Landesrat Lindner, plädiert für eine nuanciertere Einteilung bei größeren Hunden, besonders bei als gefährlich klassifizierten Rassen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Möglichkeit, vermutete Auffälligkeiten durch spezielle Evaluierungen oder Ausbildungsmaßnahmen zu entkräften.

Die FPÖ:
Unterstützt das Konzept, verschiedene Kriterien für die Regulierung zu kombinieren, und schlägt vor, die Effektivität der neuen Regelungen nach zwei Jahren anhand von Bissstatistiken zu bewerten. FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr betont, dass sowohl die Sicherheit der Bürger als auch die Interessen der Hundehalter gewahrt werden sollten.

Die Neos:
Fordern eine striktere Durchsetzung der Leinen- oder Maulkorbpflicht und eine bundesweite Einheitlichkeit. Sie sehen eine rassenunabhängige Regelung für ganz Österreich als notwendig an, um sicherzustellen, dass ein neues Gesetz effektiv ist. Ein entsprechender Antrag wurde im Nationalrat eingebracht.

Eine weitere Sitzung im Januar 2024 zielt darauf ab, die Eckpunkte in einen Gesetzentwurf zu integrieren, mit dem Ziel, im ersten Quartal 2024 eine Regierungsvorlage zu erarbeiten. Die Diskussion über eine Rasseliste wird ebenfalls fortgesetzt. Diese Entwicklungen zeigen, dass ein umfassendes neues Hundehaltegesetz in Oberösterreich bald Wirklichkeit werden könnte.

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