Erste Hilfe beim Hund

Erste Hilfe beim Hund
©Johanniter Unfall Hilfe

Ohne Zweifel – Erste Hilfe kann lebensrettend sein. Umso wichtiger ist es, die dafür notwendigen Maßnahmen und Griffe zu kennen und im Notfall auch anwenden zu können. Und das nicht nur beim Zweibeiner. Auch Hundebesitzer sollten wissen, wie sie ihrem Liebling Erste Hilfe leisten können.

Eine Bisswunde, eine Verletzung am Bein, ein Bienenstich, eine Magendrehung? So schnell, wie auch unseren Vierbeinern etwas passieren kann, so schnell sollten wir in der Lage sein, ihnen zu Hilfe zu eilen. Auf der To-Do-List eines jeden verantwortungsvollen Hundebesitzers sollte also auch irgendwann ein Erste Hilfe Kurs stehen. Einige wertvolle Tipps gab das Ausbildungszentrum der Johanniter.

Wie verhalte ich mich am besten, wenn sich mein Hund etwa verletzt hat?

Wichtig ist zunächst, ruhig zu bleiben, das Tier zu beruhigen und sich einen Eindruck zu verschaffen, wie schwer die Verletzung ist. Im Kurs lernt man, einfache Verbände selbst anzulegen, so dass der Hund versorgt ist, bis man den Tierarzt aufsuchen kann.

Mit etwas Übung schafft es jeder, seinem Hund einen Fußverband anzulegen.
Fußverband anlegen ©Johanniter Unfall Hilfe

Was sind die häufigsten Notfälle bei Hunden?

Die häufigsten Verletzungen treten im Bereich der Pfoten auf, etwa wenn sich der Hund einen spitzen Gegenstand eintritt. Auch Bisswunden nach Kämpfen unter Hunden, vor allem im Bereich des Kopfes und des Halses treten oft auf. Aber auch Verschlucken oder eine Magendrehung kommen vor.

Was macht man im Notfall, wenn der Hund sich zum Beispiel verschluckt? Welche Notfallgriffe gibt es?

Wenn sich ein Hund schwer verschluckt, kann das wie beim Menschen lebensbedrohlich sein, weil die Atemwege verlegt sind. Ähnlich wie bei Menschen kann man mit einer Abfolge von Rückenschlägen zwischen den Schulterblättern und dem so genannten Heimlichhandgriff helfen. Dies soll helfen, den verschluckten Gegenstand aus der Luftröhre zu entfernen, also auszuspucken. Wenn das nicht funktioniert, sollte man möglichst schnell den Tierarzt aufsuchen.

Wie kann ich reagieren, wenn mein Hund im Mund von einer Biene gestochen wird?

Wenn Sie wissen, dass ihr Hund auf Bienenstiche allergisch reagiert, dann sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen, der die entsprechenden medikamentösen Maßnahmen treffen kann. In allen anderen Fällen kann man den Bienenstich von außen kühlen oder dem Hund Wasser zu trinken anbieten, da durch die Flüssigkeitszufuhr der Bienenstich gekühlt wird. Sollte die Schwellung nicht zurückgehen oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes eintreten, sollten sie ebenfalls den Tierarzt aufsuchen.

Wenn mein Hund einen Giftköder verschluckt beim Gassi gehen, welche Notfallmaßnahmen kann ich ergreifen?

Zunächst einmal sofort den Hund daran hindern, weiter zu fressen und sofort einen Tierarzt aufsuchen. Wenn von dem Giftköder noch etwas übrig ist, nehmen sie ihn zu Arzt mit, da er dann leichter feststellen kann um welches Gift es sich handelt. Da Gifte teilweise mit Verzögerung wirken, sollte man nicht zu lange damit warten, den Tierarzt aufzusuchen. Auf keinen Fall sollte man den Hund zum Erbrechen bringen.

Was sollte man idealerweise beim Gassi gehen immer mit haben?

Welche Ausstattung man mitnimmt, hängt auch davon ab in welchem Gebiet und wie lange man unterwegs sein wird. Bei einer längeren Wanderung ist es sinnvoll, ein Erste-Hilfe-Päckchen einzustecken. Dazu gehört Verbandsmaterial, eine kleine Verbandschere, eine Kochsalzlösung, eine Zeckenzange und eine Pinzette.

Wenn man einen Erste-Hilfe-Kurs für Menschen besucht hat, kann man etwas davon für den Hund mitnehmen? Welche Griffe sind ident?

Vorrangiges Ziel der Johanniter ist es, allen Kursteilnehmern die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. Grundsätzlich kann man nichts falsch machen. Nur Nichts-Tun ist falsch. Das gilt sowohl für Erste Hilfe am Menschen als auch bei Tieren.
Die Maßnahmen sind häufig ident, aber nicht immer und natürlich ist die Anatomie völlig anders. Ein Beispiel: wir lehren die Reanimation im Rhythmus 30 zu 2, also, 30 Herzdruckmassagen, zweimal beatmen. Das gilt für den Menschen wie für den Hund, aber sie müssen wissen, wo sie das Herz beim Hund finden und wie sie ihn lagern, um eine Herzdruckmassage machen zu können.

Ähnlich verhält es sich bei den Maßnahmen im Falle einer Atemwegsverlegung. Hier gilt: zuerst Rückenschläge und danach das so genannte Heimlichmanöver. Aber auch hier müssen Sie in der Praxis einmal gesehen habe, wie man die Rückenschläge und das Heimlichmanöver ausführt.