„Großer Hund in kleinem Körper“ – Thomas Brezina im Interview

Thomas Brezina und sein Hund Joppy sitzen vor einem Laptop
© Lukas Beck

Thomas Brezina im Gespräch, wie sich sein pelziger Partner vom stillen Welpen zum wilden Revoluzzer und schlussendlich zum Instagram-Star entwickelt hat.

Wie kam er überhaupt zu dir bzw. was macht Joppy aus?

Thomas Brezina: Seit ich neun Jahre alt bin, war praktisch immer ein Hund in meinem Leben. Nach dem Tod unseres Parson Jack Russell, der 17 Jahre wurde, waren Haus und Tage nach einer Weile sehr leer. Glückliche Zufälle haben mich nach Kärnten geführt, als Joppy gerade sechs Wochen alt war. Es war sofort klar, dass er das neue Familienmitglied werden sollte. Im Wurf war er der Stillste. Als Welpe bei uns zu Hause hat er dann aber
richtig losgelegt. Er war der wildeste und schlimmste Welpe, den ich je hatte. Allerdings war er auch unwiderstehlich charmant und fröhlich. Mit großer Konsequenz und Klarheit konnten wir ihm aber beibringen, was wir uns von ihm wünschen. Heute ist er der bravste und klügste Hund, den ich in meinem Leben hatte.

Was macht den Jack Russell aus deiner Sicht zu etwas Besonderen?

Ein Jack Russell ist ein großer Hund in einem kleinen Körper. Joppy ist nicht stur, aber sehr darauf bedacht, gut auszukommen. Intelligenzspielzeug für Hunde hat er schon als Welpe blitzartig gelöst. Er ist ein Ausbund an Lebensfreude.

Thomas Brezina und sein Hund Joppy geben einander ein High Five.
Immer auf Augenhöhe, aber wenn es drauf ankommt, weiß Joppy, wer das "Sagen" hat. © Lukas Beck

Warst du in der Hundeschule?

Nein. Wir hatten aber eine Hundetrainerin, die uns beraten hat und mit der wir gemeinsam geübt haben. Joppy lernt sehr, sehr schnell.

Hast du einen persönlichen Tipp,
wie das Zusammenleben mit seinem tierischen Familienmitglied gut funktioniert?

Viel Geduld und Zeit und vor allem Konsequenz und klare Erziehung. Das gemeinsame Training hört meiner Ansicht nach nie auf. Wer seinen Hund verwöhnen will, der überfüttert ihn nicht, sondern gibt ihm nur wirklich gutes Futter und Kausachen, die für den Vierbeiner gut geeignet sind. Viele
Hunde wollen gefordert werden. Langeweile ist das Schlimmste für sie.

Joppy hat ja sehr viel Spielzeug. Welches ist sein Lieblingsspielzeug?

Ha ha, er hat eine Lade voll und jeden Tag ist ein Spielzeug das neue Lieblingsspielzeug. Er lässt sich in der Früh mehrere vorschlagen. Joppy bekommt nur noch schwimmende Spielsachen, da wir einen Schwimmteich haben, in den er alles gerne wirft, damit wir kommen, es rausfischen und ihm werfen.

Thomas Brezina sitzt auf einer Wiese mit Joppy
Mit viel Geduld und Zeit wurde aus Joppy der perfekte Familienhund. © Lukas Beck

Er darf ja scheinbar ins Bett und wahrscheinlich auch auf die Couch. War das immer schon so?

Er schläft in seinem Körbchen und im Bett, am liebsten in meinem Arm. Wir haben uns da sehr aneinander gewöhnt und für ihn ist es wohl die höchste Auszeichnung, da er mich als Rudelführer sieht. Er durfte das immer. Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Arten von Hundebesitzern: Die einen geben zu, dass der Hund im Bett schläft, die anderen schwindeln.

Dank Corona haben sich ja sehr viele Leute einen Hund „zugelegt“. Was sagst du zu dieser Entwicklung?

Das sehe ich sehr bedenklich. Ein Hund ist ein Familienmitglied und eine Verantwortung – sein Leben lang. Ich wünsche mir sehr, dass alle Hunde, die genommen wurden, auch jetzt weiter ein gutes Zuhause haben.

„Joppyswelt“ ist inzwischen eine eigene Erfolgsgeschichte. Wie kam es dazu?

Als er ein Welpe war, habe ich viele Fotos von Joppy auf Instagram gepostet. Aber es waren einfach zu viele, um sie alle auf meinem Account unterzubringen. So entstand die Idee von Joppys Welt. Er ist sehr fotogen und findet es ein großartiges Spiel, fotografiert zu werden. Joppy lässt alles mit sich machen und hat viel Geduld.

Thomas Brezina hat seinen Hund auf dem Schoß und sitzt auf einer braunen Ledercouch.
Ein eingeschworenes Team. © Lukas Beck

Du unterstützt die Assistenzhundeausbildung. Möchtest du uns dazu ein paar Details verraten?

Vor 30 Jahren war der erste Partnerhund, den Elisabeth Färbinger in Salzburg ausgebildet hat, mit einem Kind im Rollstuhl in einer Sendung zu Gast. Es hat mich sehr beeindruckt, wie ein Partnerhund das Leben eines Menschen, der eine Behinderung hat, verbessern, einfacher und schöner machen
kann. Seit damals unterstütze ich die Partnerhunde und bitte alle, zu spenden. Der Erlös aus Stickerbüchern, die für meine Abenteuerwanderwege in Tirol gemacht wurden, hat die Ausbildung eines Partnerhundes für einen Buben ermöglicht, der an einer sehr seltenen Form der Muskelschwäche leidet. Die Freude des Kindes und der Familie zu erleben, gehört zu den schönsten Momenten überhaupt.

Unabhängig vom Thema Hund hat man den Eindruck, alles, was du angreifst, wird ein Erfolg. Gibt’s vielleicht auch den ein oder anderen Misserfolg, der dich ausmacht?

Natürlich läuft nicht alles so. Was man sieht, sind die Erfolge. Oft sind eine Menge Lernschritte nötig, manchmal warten Ideen jahrelang auf die Umsetzung, das gehört dazu. Wichtig ist aber, auf der Spur zu bleiben.