Kuhatttacke vermeiden: Regeln für Hunde und ihre Halter

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Eine Alm ohne Kühe ist wie eine Wanderung ohne den geliebten Vierbeiner. Das Problem dabei: Beides verträgt sich nicht so gut. Gerade Mutterkühe sehen den Hund als Gefahr für ihre Kleinen und greifen im Zweifelsfall an. Wie können wanderlustige Frauchen und Herrchen das vermeiden? Und: Wie verhalten sie sich im Ernstfall?

So eine Alm gibt doch erst dann ein wirklich idyllisches Bild ab, wenn da friedlich grasende Kühe mit drauf sind. Allerdings: Mit der Friedlichkeit ist das so eine Sache. Die kann sehr schnell vorbei sein – wenn da etwa ein Raubtier in Begleitung seiner zweibeinigen Familie auftaucht. Getarnt durch ein oft niedlich anmutendes Fellkleid und treuherzige Augen. Raubtier bleibt aber Raubtier. Ganz besonders kritisch sehen das Mutter­kühe, wenn sie ihre Babys dabeihaben. Diese gilt es schließlich zu schützen. Somit wären wir als Hundebesitzer also schon vor der größten Gefahr gewarnt. Und wir sollten diese Warnung auch ernst nehmen.

Video: Drohgebährden von Kühen

Quelle: Landwirtschaftskammer Tirol / YouTube
 

Jedes Jahr kommt es erneut zu mitunter tragisch endenden Begegnungen zwischen Wanderern und Kuhherden. Gerade als Hundebesitzer muss man über gewisse Verhaltensregeln Bescheid wissen.

Bei Kuhattacke Hund ableinen?

Zur Sicherheit den Vierbeiner an die Leine zu nehmen und nicht auf den Weiden auf Erkundungstour zu schicken, rät der Österreichische Alpenverein. Frei lassen sollte man den Hund jedoch, wenn abzusehen ist, dass ein Rind angreifen will. „Wenn das Weidevieh anfängt, auf den Hund und damit auch den Hundehalter zuzugehen, sollten Wanderer ihren vierbeinigen Liebling unbedingt von der Leine lassen. Der Hund nimmt mit Leichtigkeit Reißaus und sein Besitzer ist damit auch außer Gefahr“, rät Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie. Oder die friedlichen Rinder friedlich weitergrasen lassen und vielleicht überhaupt ganz in Ruhe lassen? Ja, meint Florian Schneider, der die Hundeschule Hundstalente in Steinach am Brenner betreibt. „Ich würde mit dem Hund eine alternative Route aussuchen“, so der Trainer, und sagt weiter: „Wo Herden sind, gehe ich einfach nicht spazieren, damit erspare ich auch den Kühen viel Stress. Dann gehe ich in den Sommermonaten halt woanders.“ Das Problem seien nämlich nicht nur die Mutterkuhherden, die den Hund als Feind ansehen, sondern zum Beispiel auch Jungtiere alleine.

Video: Almsicherheit – Gefahrenquelle Hund

Quelle: Landwirtschaftskammer Tirol / YouTube

„Kälber sind sehr neugierig, wir Menschen sind meist nicht mehr in der Lage, ihre Körpersprache zu lesen, und reagieren möglicherweise falsch, ergreifen womöglich unnötigerweise die Flucht“, so Schneider. Und wenn dann nun plötzlich doch Kühe mitten auf dem Weg auftauchen? „Da drehe ich ehrlich gesagt einfach besser um“, so der Hundetrainer, der auch schon selbst brenzlige Situationen dieser Art erlebt hat.

Mitten in der Kuhherde

Wenn ich trotz aller Vorsicht und Planung meiner Wanderroute meinen Hund und mich mitten in einer Herde wiederfinde? „Dann muss man auf den Eigenschutz achten und sich nicht an den Hund binden.“ Sprich: Leinen los.

Fazit: Planung ist alles. Denn sucht man seine Wanderroute möglichst so aus, dass sich dort keine Kuhherden befinden, erspart man sich selbst, dem vierbeinigen Liebling und auch den Rindern viel Stress. Oder man sucht mit Hund dann doch ganz andere Alternativen, so Schneider: „Man sollte vielleicht ohnehin überlegen, ob man den Hund in die pralle Sonne auf den Berg entführt oder nicht besser Zeit mit ihm am See oder an einem Bach verbringt.“