Zwettl: 7 Hunde in komplett verwahrlosten Zustand gerettet

Ein Hund mit vollkommen verfilztem Fell und entzündeten Augen steht traurig auf Betonuntergrund.
Die geretteten Hunde waren in schlechtem Zustand und mussten erstversorgt werden. / Foto: Polizei Zwettl.

In Niederösterreich sorgte ein besonders schlimmer Fall von Verwahrlosung Entsetzen unter den Helfer und Helferinnen. Sieben vollkommen vernachlässigte Hunde wurden aus einer schmutzstarrenden Wohnung im Bezirk Zwettl gerettet. Die Tiere waren in schlechtem psychischen und gesundheitlichen Zustand.

Es ist unerklärlich, wie die Frau ihre Wohnung in der Gemeinde Groß Gerungs in Zwettl, Niederösterreich, so verkommen lassen konnte. Laut NÖN war der Boden vollkommen von Kot und Urin verschmiert, der Unrat reichte sogar bis auf die Wände und Fenster. Schmutz und Müll verdreckt jeden Zentimeter des Apartments. Mit Zeitungspapier auf dem Boden hatte die Frau versucht, der Verschmutzung beizukommen – doch das waren nur Tropfen auf dem heißen Stein. In diesem Umfeld hielt sich die Niederösterreicherin sieben Hunde, die sie nur einmal in der Woche besuchte, um sie zu „versorgen“. Und die Tiere waren leider in nicht besserem Zustand als die Wohnung. Als einer der Hunde aus der Wohnung ausbrechen konnte und völlig abgemagert und verdreckt einer Nachbarin zulief, schlug diese bei der Polizeiinspektion Groß Gerungs Alarm. Am nächsten Tag rückten die Beamten zusammen mit dem Tierschutzverein Krems zur Rettung der sechs verbliebenen Tiere an.

Entsetzliche Zustände

Die insgesamt sieben Jagdhunde verschiedener Rassen wurden beschlagnahmt und erstversorgt. „Die Hunde waren bis auf die Knochen abgemagert, verwahrlost, hatten offene Hautstellen und Stellen ohne Haare. Die Ruten der Hunde waren teilweise ‚angebissen‘ und offen, das Fell extrem verfilzt und kotverschmiert, die Augen gerötet und entzündet“, berichtete Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader schockiert. Einer der Hunde trug gar einen Beißkorb, der es ihm unmöglich machte, Futter oder Wasser zu sich zu nehmen. Die spärlichen Möbel in er Wohnung waren vollkommen zerbissen und zerstört, das Wasser in den Näpfen war braun und abgestanden, Futter gab es kaum. Weil es derart verschmutzt und die Luft verpestet war, musste die örtliche Feuerwehr mit Atemschutzausrüstung angefordert werden, um die Zustände zu dokumentieren.

Rechts ist eine verschmutzte Badewanne und zerschlissenes Hundekörbchen zu sehen, links eine vollkommen dreckverschmierte Wand und Heizkörper. Der Boden starrt vor Kot und Urin.
In diesem Umfeld waren die sieben Hunde sich selbst überlassen. / Fotos: Polizei Zwettl.

Hilfe für Hunde von Zwettl

Auch für Obfrau des Tierschutzvereins Krems Nina Zinnenburg und Mitarbeiter Marcel Laz war die Situation, aus der in Zwettl Hunde gerettet wurden, unfassbar. Sie bitten nun um Futter-, Sach- und Geldspenden, damit die Tiere wieder aufgepäppelt und tierärztlich versorgt werden können. Der Besitzerin der Hunde droht nun eine Anzeige wegen Tierquälerei. Schon in der Vergangenheit waren ihr Jagdhunde abgenommen worden, und über sie war eigentlich ein Hundehalteverbot verhängt worden.