Österreich: Hunde zum Abschuss freigegeben!?

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Als Hundebesitzer trägt man die Verantwortung, damit Hunde nicht wildern gehen. / Foto: iStock

In Österreich gehen die Wogen hoch. Hier ein kurzer Überblick die möglichen Folgen und Meinungen zu einem UVS-Urteil, das Jägern den Abschuß von Hunden erlaubt, auch wenn diese nicht wildernd im Wald angetroffen werden.

„Von einem verbotenen Durchstreifen des Jagdgebietes mit Hunden ist nicht erst dann auszugehen, wenn die Hunde jagdlich ausgebildet sind und zielgerichtet Wild aufspüren, um dieses hoch zu machen. Vielmehr wird das Verbot jedenfalls dann verletzt, wenn (…) die Hunde frei abseits  der (…) Straßen und Wege im Jagdgebiet laufen gelassen werden, wobei sie sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Hundehalterin und auch außerhalb ihrer Sichtweite aufhalten.“ So formuliert der Unabhängige Verwaltungssenat seine Entscheidung, die vor allem Hundebesitzern in Niederösterreich Sorgen macht. Im Klartext: Auch wenn der Hund nicht aktiv wildert, sondern nur alleine umherstreift und sich dabei mehr als 100 Meter vom Halter entfernt hat, kann er vom Jäger getötet werden.

Tierschutz: „Urteil ist kontraproduktiv“

Christian Hölzl, Sprecher und Jurist des Österreichischen Tierschutzvereins meint dazu: „Dieses Urteil ist absolut kontraproduktiv. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers eine Lösung zu finden, nicht die der Verwaltung. Wichtig ist eine sachliche Diskussion. Hundebesitzer müssen für ihr Tier Verantwortung tragen und es im Wald anleinen. Von Hunden geht nun einmal eine Gefahr aus. Aber ein Abschuss ist nicht gerechtfertigt.“  Aber auch die Jägerschaft ist mir der Entscheidung des UVS (Anm.: Unabhängiger Verwaltungssenat) vom vergangenen Dezember nicht glücklich.

Landesjägermeister: „Halte das für übertrieben“

Sepp Brandmayr, geschäftsführender Landesjägermeister und damit Vertreter der Jägerschaft Österreichs, zu dem Beschluß: „Ich halte das für übertrieben. Es ist auch Jägern schon passiert, dass der eigene Hund abhaut und herumstreift. Ein Abschuss kann nur das allerletzte Mittel sein.“ In der Praxis sei das Vorgehen der Jäger ohnehin anders : „Der erste Schritt ist immer ein Gespräch. Viele handeln aus Unwissenheit. Erklärt man ihnen die Folgen für das Wild, sind sie einsichtig.“

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