Samstag, Oktober 1, 2022
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Weihnachten naht: Welpenschmuggel im Aufschwung

Alle Jahre wieder: Seit November ist nicht nur die Vorfreude auf Kekse und Lichterketten gestiegen, sondern auch der illegale Welpenschmuggel. Denn trotz des Gebotes, Tiere nicht als Geschenke unter den Christbaum zu legen, ist die Nachfrage nach Hundewelpen um Weihnachten am größten.

Polizei und Tierschutzvereine warnen wieder vor dem vorweihnachtlichen Welpenschmuggel-Boom, der jedes Jahr zu verzeichnen ist. Im Coronajahr 2020 könnte er aber besonders drastisch ausfallen, denn aufgrund von Isolation und Home Office ist die Nachfrage nach vierbeinigen Hausgenossen so hoch wie selten zuvor. Eigentlich sollte man Haustiere am Heiligabend gar nicht verschenken – Lebewesen sind kein Spielzeug und sollten nicht wie solche erworben werden. Denn die traurige Wahrheit ist: Zu viele der süßen “Weihnachtswelpen” werden ins Tierheim abgegeben, sobald sie zu groß oder zu anstrengend geworden sind. Trotzdem boomt der Internethandel mit Billigwelpen und der damit verbundene illegale Welpenschmuggel jedes Jahr aufs Neue, wenn es nach Vanillekipferl und Lebkuchen zu riechen beginnt.

Weihnachtsgeschäft mit Tierleid boomt

„Solange Menschen Hundewelpen über das Internet kaufen, blüht der illegale Handel. Jeder, der auf diesem Weg einen Hund anschafft, befeuert das grausame Geschäft mit dem Tierleid“, erklärt Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder. Die meisten geschmuggelten Hunde stammen aus Vermehrern und Welpenfarmen, die ohne Impfungen und mit gefälschten Papieren langen und stressreichen Reisen ausgesetzt werden, zusammengepfercht in dunklen Kofferräumen oder Transportboxen, oftmals ohne Futter oder Wasser. Zudem werden die meisten Welpen den Elterntieren zu früh abgenommen und sind generell in sehr schlechter gesundheitlicher und psychischer Verfassung. Gerade im November und Dezember häuft sich der illegale Welpenschmuggel nach Zentraleuropa jedoch besonders: “Das kommt zur Zeit regelmäßiger vor”, bestätigte der deutsche Bundespolizeisprecher Martin Ebermann. Tierschützer und auch das bayerische Umweltministerium appellieren: Wer an einen illegalen Welpenhändler geraten ist (egal ob im Internet oder aus dem Kofferraum), sollte nicht aus Mitleid kaufen, sondern das Veterinäramt oder die Polizei informieren. Auch Händler, deren Welpen nach dem Kauf verdächtig schnell erkrankt sind, sollten gemeldet werden.
Aber am besten ist es, sich zu Weihnachten lieber neue Socken zu schenken und sich einen Hund von seriösen Züchtern oder aus dem Tierheim zu holen – sollte man ihn dann auch noch wollen, wenn der Weihnachtstrubel wieder abgeklungen ist.

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