Vom Schlachter geflohenes Ferkel hilft gehbehindertem Welpen Winnie

Ferkel Wilma und Welpe Winnie sitzen zusammen auf einem weißen Teppich.
Wilma und Winnie sind (trotz ihrer Unterschiede) ein Herz und eine Seele. / Fotos: Charlotte's Freedom Farm via The Dodo.

In einem Tierasylheim trafen sich das freche Ferkel Wilma und der wegen seiner Gehbehinderung vereinsamte Welpe Winnie. Entgegen aller Unterschiede wurden die beiden beste Freunde und wärmen mit ihrer tierischen Zuneigung die Herzen tausender Menschen.

Charlotte’s Freedom Farm ist ein kanadisches Tierasyl, welches besonders auf Nutztiere spezialisiert ist. Aber auch Hunde und Katzen, die kein Zuhause gefunden haben, dürfen den Rest ihres Lebens friedlich auf dem Bauernhof verleben. Ein spezieller Fall kam vor kurzem auf die Farm – der gehbehinderte Welpe Winnie. Laut dem Dodo haben sich seine Vorderläufe nicht richtig entwickelt, wodurch er sich nur mittels eines maßangefertigten Rollstuhls fortbewegen kann. Außerdem ist sein Brustbein falsch gewachsen, und nun sind sein Herz und seine Lunge nicht durch festen Knochen geschützt. Kostspielige und komplizierte Operationen sind zukünftig notwendig, um seinen Brustkorb zu rekonstruieren. Zudem war es für den Welpen gefährlich geworden, mit den anderen Hunden zu spielen – das Verletzungsrisiko war einfach zu hoch. Und niemand konnte ihm erklären, warum man ihn von seinen Spielgefährten trennte. Doch dann trat Wilma in sein Leben.

Freches Ferkel

Niemand kann genau sagen, warum das Ferkel ganz alleine die Gegend durchstreifte. Ihre Retter nehmen an, dass es während der Fahrt unbemerkt von einem Schlachttransporter gesprungen war und das Weite gesucht hatte. Das Wilma getaufte Ferkel fand einen Platz auf der Freedom Farm – und freundete sich ausgerechnet mit Winnie an. „Sie haben sich gleich nach ihrer Ankunft kennengelernt und haben binnen Minuten miteinander gespielt“, erzählt Lauren Edwards von Charlotte’s Freedom Farm. „Auch draußen hängen die beiden zusammen ab, aber da konzentriert sich Wilma darauf, Insekten zu finden. Er [Winnie] sitzt einfach daneben und sieht ihr zu.“ Wilmas sanfte Art ist genau das Richtige für den gesundheitsgefährdeten Winnie – und dieser hat dem Ferkel wiederum geholfen, sich schnell an ihr neues Zuhause zu gewöhnen. „Sie gewinnen beide voneinander!“

Links ist Winnie in seinem Rollstuhl zusammen mit Wilma im Freien zu sehen, rechts kuscheln die beiden auf dem Sofa.
Egal, ob drinnen oder draußen - Winnie und Wilma sind immer zusammen. / Fotos: Charlotte's Freedom Farm via The Dodo.

Auch in Zukunft groß(artig)e Freunde?

Jetzt noch sind Wilma und Winnie ungefähr gleich groß – doch das das wird sich sehr schnell ändern. Denn Wilma ist kein sogenanntes Teacup-Ferkel, die ihr Leben lang klein bleiben, sondern eine waschechte Mastsau. Und diese können zwischen 350 und 400 Kilogramm schwer und ziemlich groß werden. Die Tierretter hoffen, dass die beiden trotzdem Freunde bleiben können, trotz der Größenunterschiede. „Es wird lustig werden, ihm [Winnie] dabei zuzusehen, wie sie wächst.“