USA: Skifahrer retten Hund aus Lawine

Links ist Hund Apollo noch aufgrund einer Lawine halb im Schnee vergraben, rechts steht er schon wieder gesund auf allen vier Pfoten.
Zwei junge Skifahrer konnten Hund Apollo aus den Schneemassen befreien. / Fotos: Robert White.

Ein Retriever namens Apollo löste Ende des Jahres durch einen Fehltritt eine Lawine aus – und wurde unter den Schneemassen begraben. Zum Glück waren zwei junge Skifahrer vor Ort und begannen mit der Suche. Tatsächlich tauchte kurz darauf die Schnauze des Hundes im Weiß auf. Und bald darauf konnte Apollo gesund geborgen werden!

Es waren hochdramatische Bilder, welche die Helmkamera von Robert White aufzeichneten. Der US-amerikanische Student hatte mit seinem Freund Josh Trujillo einen Skitrip in Colorado geplant. Zusammen waren sie zum Tiefschneefahren im beliebten Berthoud-Pass unterwegs, als ihnen plötzlich eine Wolke aus Schnee auf einem entfernten Hang auffiel. Das Anzeichen war unmissverständlich – eine Lawine war losgebrochen. Tatsächlich ist die Region für ihre Lawinengefahr bekannt und daher nur für erfahrene Alpinisten geeignet. Nachdem sich die Schneemassen gelegt hatten, fuhren die beiden Studenten sofort an die Unfallstelle. Zwei weitere Personen waren bereits dorthin unterwegs, unter anderem der Hundebesitzer Scott Shepherd. Gemeinsam mit seinem Chesapeake Retriever Apollo waren sie von ihrer Route abgekommen und ohne Absicht im Lawinengebiet gelandet. Laut ABC News hatte dort ein Fehltritt Apollos die Lawine ausgelöst, der Hund selbst war ebenfalls den Hang hinabgerutscht. Kurz hatte man ihn noch zwischen den Bäumen im Schnee hinabwirbeln sehen, dann war er verschwunden.

„Eine Nadel im Heuhaufen“

Sofort machte man sich auf die Suche nach der Fellnase – doch die Chancen, ihn lebend zu finden, waren gering. Gut mit zweieinhalb Meter langen Probestäben ausgerüstet begannen die Studenten, die ehemalige Lawine zu durchstochern. Doch diese Methode ist wenig erfolgversprechend. „Wie eine Nadel im Heuhaufen“, hört man White im Video der Helmkamera fluchen. 20 Minuten lang führen die vier die Suche fort, doch ohne Erfolg. Laut dem Utah Avalanche Center werden die meisten Überlebenden von Lawinen in den ersten 15 Minuten gefunden, danach sinken die Chancen einer Lebendrettung drastisch ab. Zudem befanden sich die Sucher noch immer in Lawinengebiet. „Ich denke, wir sollten von hier verschwinden“, will White bereits resignieren. „Der Hund ist tot. Deswegen sollte man keine Hunde in Lawinengebiete mitnehmen.“ Aber nur zwei Minuten später entdecken sie plötzlich eine Schnauze im Schnee.

Dramatische Rettung

„Ich habe ihn gefunden!“, ruft White euphorisch im Video und beginnt, die Hundeschnauze auszugraben. „Wir kommen, Kumpel!“, versichert er dem nach und nach auftauchenden Hund. Und tatsächlich – nur wenige Minuten später steht Apollo zwar etwas verdattert, aber gesund neben ihnen. Allein auf einer Pfote hinkt er ein wenig. Hundebesitzer Shepherd war überglücklich, seinen Hund wieder in die Arme schließen zu können – und übernimmt volle Verantwortung für den Vorfall. Er bereue es sehr, vom Kurs abgekommen zu sein und Apollo in gefährliches Terrain geführt zu haben. „Es braucht nicht viel, um aus Sicherheit ein Desaster werden zu lassen. […] Ich hätte ihn für immer verlieren können.“

Sicherheit geht immer vor – deswegen kann es niemals schaden, sich gut auf das Wandern mit Hund vorzubereiten und den Rucksack dementsprechend zu packen.