USA: Böse Überraschung um Spenden für Polizeihund Arlo

Polizeihund Arlo liegt auf der Seite, er hängt an einem IV und hat einen Verband um den Oberschenkel gewickelt.
Polizeihund Arlos Tierarztkosten wurden durch Spenden bezahlt... doch dann kamen unangenehme Tatsachen ans Licht. / Foto: Thurston County Deputy Sheriffs Foundation.

Das Leben von Polizeihunden ist im Dienst leider immer wieder in Gefahr. So war es kaum verwunderlich, dass für den US-amerikanische Polizeihund Arlo eine große Summe Spendengelder zusammenkamen, nachdem er in Ausübung seiner Pflicht angeschossen worden war. Neue Informationen über die Ursache der Verletzungen sorgte jedoch nun für große Empörung.

Laut The Olympian geschah es bereits am 13. Januar dieses Jahres: Polizeibeamte der Thurston County Police stellten einen Hauptverdächtigen in einem Pädophiliefall zusammen mit Diensthund Arlo. Fünf Schüsse wurden auf den 25-jährigen Flüchtigen abgegeben, der mit einer Waffe in die Richtung der Beamten gezielt habe. In dem Schusswechsel wurde auch Schäferhund Arlo durch zwei Kugeln verletzt. Da die Behandlungskosten des Tierarztes anscheinend nicht vom Staat übernommen wurden, startete man eine GoFundMe-Seite für den vierbeinigen, angeschossenen Helden. Seine heroische Tat und die daraus resultierende Verletzung rührte am Herz tausender Menschen. Und tatsächlich konnten insgesamt 73,705 US-Dollar für den tapferen Hund gesammelt werden – das entspricht etwa 62,000 Euro. Arlo konnte entsprechend veterinärmedizinisch behandelt werden und befindet sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Ende gut, alles gut? Wohl kaum, denn nun kamen durch den Fallbericht unangenehme Tatsachen ans Licht…

Schuss aus den eigenen Reihen

Ein Fallbericht über den Schusswechsel vom 13. Januar 2021 deckte nun auf, dass die  Schusswaffe des Täters nicht geladen gewesen war. Auch Patronenhülsen seines Kalibers fehlten am Tatort. Der Täter selbst habe dies im Krankenhaus bestätigt, nachdem man ihn über die Verletzung des Hundes informiert hatte: Er teilte einer Krankenschwester mit, dass seine Handfeuerwaffe nicht funktionsfähig gewesen war. Beide Schusswunden von Arlo waren diesem daher aus den eigenen Reihen vonseiten der Beamten zugefügt worden. Dieser Umstand ist besonders peinlich, nachdem die Geschichte um Arlo derart großes öffentliches Interesse und Mitgefühl erweckt hatte. Neben den großzügigen Spendengeldern hatte auch das TikTok-Profil des Hundes 2,5 Millionen Follower erreicht. Arlos heldenhaften Einsatz und die Erleichterung über seine Genesung schmälert diese Entdeckung natürlich nicht. Sie wirft aber ein schlechtes Licht auf seine menschlichen Kollegen, die diese Tatsachen stillschweigend unter den Teppich gekehrt und eine ganz andere Geschichte hatten. Nichtsdestoweniger werden die „überflüssige“n Spendengelder anderen Polizeihunden in Not zukommen – zumindest beteuerte dies das Thurston County Police.