Thüringen: Entführung des Jagdhundes Käthe durch GPS-Tracker vereitelt

Ein lachender Polizist hält Jagdhund Käthe im Arm vor einem Polizeiauto.
Nach einer langen Verfolgungsjagd durch ganz Thüringen konnte Käthe gerettet werden. / Foto: Polizei Thüringen.

Glück im Unglück: In Thüringen wurde am Wochenende ein Jagdhund in Ausbildung entführt, als er alleine einer Fährte folgte. Hündin Käthe konnte jedoch dank eines GPS-Trackers aufgespürt werden – nach einer langen Verfolgungsjagd.

Laut der Thüringer Allgemeine befand sich die Beagle-Hündin Käthe in Ausbildung zum Jagdhund durch ihren Besitzer. Am Wochenende sollte sie im Zuge ihrer Prüfung alleine einer Fährte nachgehen. Um ihren Erfolg zu überprüfen und um die Hündin nicht aus den Augen zu verlieren, brachte man zu diesem Zweck einen GPS-Tracker an ihr an. Dass Käthe am Tag ihrer Prüfung einer Entführung zum Opfer fallen würde, hätte allerdings niemand gedacht!

Seltsame Daten – was war los mit Käthe?

Dabei begann alles harmlos. Anhand des Echtzeittrackings konnte man Käthes Bewegungen im Prüfungsgebiet nahe Bad Sulza im Weimarer Land gut nachverfolgen. Gegen zwölf Uhr mittags nahm Käthes Bewegungsgeschwindigkeit allerdings rapide zu. Dem Besitzer schwante nichts Gutes: Anhand der Daten musste er fürchten, dass jemand Käthe in ein Auto bugsiert und mitgenommen hatte. Ob er dabei sofort an eine Entführung gedacht hatte, ist nicht bekannt. Jedenfalls alarmierte er sofort die Polizei und gab den Aufenthaltsort von Käthe an die Beamten durch. Polizeibeamte mehrerer Dienststellen nahmen die Fahnung auf. Doch durch die Ungenauigkeit der GPS-Daten dauerte die Verfolgsjagd an. Erst eineinhalb Stunden später konnten die 36-jährige Autofahrerin und ihre 21-jährige Beifahrerin in Bachra in Sömmerda gestoppt und Käthe gerettet werden.

Entführung oder guter Wille?

Die beiden Frauen bestritten die Entführung und gaben an, dass sie Käthe an ein Tierheim hätten abgeben wollen. Weil sie jedoch 115 Kilometer gefahren und dabei auf der A4 und A71 und der B176 unterwegs gewesen waren, wirkt ihr Statement unglaubwürdig. (Rechts ist die zurückgelegte Strecke anhand von Käthes GPS-Daten zu sehen.) Der Weg ins nächste Tierheim wäre mit Sicherheit kürzer ausgefallen und hätte nicht durch halb Thüringen geführt. Es wird nun wegen Fundunterschlagung gegen die beiden ermittelt. Käthe selbst ist jetzt wieder wohlbehalten bei ihrem überglücklichen Besitzer und scheint sich kaum mehr an die versuchte Entführung erinnern zu können.

Die GPS-Daten von Käthes Bewegungen zeigt eine zurückgelegte STrecke von 115 Kilometern.
Der GPS-Tracker von Käthe hielt den Verlauf der Verfolgungsjagd fest. / Foto: Polizei Thüringen.