Montag, September 26, 2022
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Riesenschnauzer-Chaos erntet Kopfschütteln im Tierheim

Im Tierheim Köln-Dellbrück konnte man über das Chaos nur die Köpfe schütteln. Eine Züchterin hatte einer 90-jährigen Seniorin zwei junge Riesenschnauzer vermittelt. Doch diese hatte bereits eine 12-jährige Hündin zu Hause. Die völlig überforderte Frau wandte sich hilfesuchend an das Tierheim.

Es ist schwer zu sagen, was im Kopf einer sächsischen Hundezüchterin vorgegangen sein muss, als eine 90-jährige Seniorin ihr ihren Herzenswunsch anvertraute. Sie wollte zwei junge Riesenschnauzer adoptieren. Diese deutsche Hütehunderasse ist für ihre Ausdauer, ihre Intelligenz und ihre Gutmütigkeit bekannt. Dennoch sind diese umtriebigen Hunde nur etwas für aktive Menschen, denn sie brauchen viel Bewegung und Beschäftigung, um glücklich und zufrieden zu sein. Vielleicht hat die ältere Dame die Herausforderung etwas unterschätzt, denn bei ihr zu Hause lebt bereits eine 12-jährige Riesenschnauzer-Hündin, die ihren Lebenabend etwas ruhiger angehen lässt. Die Züchterin kam dem Wunsch der Seniorin nach – doch diese stand nur wenige Tage nach dem Einzug der beiden halbjährigen Junghunde Abby und Alex am Rande ihrer Belastungsgrenze. Hilfesuchend wandte sie sich an das Tierheim Köln-Dellbrück.

Vorhersehbares Chaos

Dort konnte man nur den Kopf schütteln, nachdem die Frau ihre Leidensgeschichte vortrug. Sie hatte die Hunde erst an die Züchterin zurückgeben wollen, doch diese hätte nur Hündin Abby zurückgenommen. Da die Seniorin die Geschwister jedoch nicht hatte trennen wollen, hatte sie das Tierheim aufgesucht. Die Mitarbeiter sind über die Verantwortungslosigkeit der Züchterin entsetzt. “Ein Herzenswunsch, schön und gut – aber dass das in die Hose gehen würde, konnte man sich doch vorab an fünf Fingern abzählen”, hieß es in dem Intsgram-Post des Tierheims. Es war vorhersehbar gewesen, dass die betagte Dame mit “den extrem temperamentvollen Teenagern” schnell überfordert sein würde – und nicht nur sie. “Die alte Hündin der Dame wird auch drei Kreuze gemacht haben, als die beiden Rabauken wieder weg waren.” 

Für jeden Topf einen Deckel

Denn egal, was die Menschen sich sehnlichst wünschen oder erhoffen – für die Mitarbeiter des Tierheims ist die wichtigste Frage bei der Tiervermittlung, ob der Hund in seinem neuen Zuhause glücklich werden kann. Und das ist eine große Vernatwortung, die man sehr ernst nimmt. “Passt das Temperament von Mensch und Tier zusammen? Gibt es im Umfeld Personen, die einspringen können, wenn das Tier nicht mehr versorgt werden kann? Könnte es wirklich ein Bund fürs Leben werden? Nur, wenn wir diese Fragen mit „ja“ beantworten, steht einer Vermittlung nichts mehr im Weg. Wir fühlen uns für die Zukunft unserer Tiere verantwortlich – und das sollte man eigentlich auch von seriösen Züchtern erwarten können”, lautet das kritische Urteil über die Hundezüchterin. Für Abby und Alex wird nun ein neues Zuhause gesucht – wo ihr Übermut in konstruktivere Bahnen gelenkt werden kann.

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