Samstag, Oktober 1, 2022
StartNews & StoriesNewsPasewalk: Beagle-Hündin mit Brief im Zug ausgesetzt

Pasewalk: Beagle-Hündin mit Brief im Zug ausgesetzt

In der Nacht von Samstag auf Sonntag rief man die Tierrettung Greifswald zu einem besonders herzzerreißenden Einsatz: Jemand hatte eine Hündin im Zug ausgesetzt, an ihrem Halsband hatte man einen Brief befestigt. Nun wartet Tina auf eine neue Chance.

Wer sich einen Hund anschafft, hat auch die laufenden Kosten zu tragen, die – je nach Rasse, Größe und Gewicht des Hundes – mäßig bis exorbitant ausfallen können. Doch besonders im Zuge der Covid-19-Pandemie sahen sich viele Menschen plötzlich außerstande, diese Kosten weiterhin abzudecken. Nun bezeugt ein besonders trauriger Fall diesen Umstand im nordostdeutschen Pasewalk. Dort fand eine Zugbegleiterin in der Nacht auf Sonntag eine Hündin in einer Zugtoilette. Anscheinend hatte jemand die Fellnase dort mit einer Decke und einem handgeschriebenen Brief angebunden und offensichtlich schweren Herzens zurückgelassen. “Hallo, ich heiße Tina. Ich suche ein neues Zuhause. Ich beiße nicht. Ich kann es nicht mehr leisten”, steht in krakeliger Schrift und fehlerhaftem Deutsch auf dem Papier geschrieben. Die Tierrettung Greifswald brachte die im Zug ausgesetzte Beagle-Hündin daraufhin zum Verein “Zweite Chance für Hunde”.

Gute Absichten – falscher Zugang

“Manchmal sehen Besitzer in ihrer Verzweiflung keinen anderen Ausweg, als sich von ihrem Tier zu trennen. In zu vielen Fällen werden diese ausgesetzt und in Wind und Wetter sich selber überlassen. Hier jedoch spüren wir, dass der Besitzer trotz offensichtlich großer Not wollte, dass seine Tina gefunden wurde”, erzählten die Tierretter dem Nordkurier. Doch es gibt weitaus bessere Lösungen – trotz der guten Absichten, als der oder die Unbekannte Tina im Zug ausgesetzt hatte. „Wir finden für jeden Fall eine Lösung oder können entsprechende Kontakte vermitteln. Das Aussetzen von Tieren ist verboten. Wir gehen davon aus, dass der ehemalige Besitzer von Tina jedoch nur das Beste für sie wollte.” Momentan steht Tina noch nicht zur Weitervermittlung bereit – denn der Vorfall hat sie deutlich mitgenommen. Außerdem steht ihr noch eine tierärztliche Untersuchung bevor und sie soll Gelegemnheit bekommen, die Geschehnisse der letzten Tage zu verarbeiten.

Ähnliche Beiträge