Dienstag, Dezember 6, 2022
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Paketzusteller totgebissen – nun Empörung über Amazons Reaktion

Im Zuge eines tragischen Zwischenfalls wurde ein Amazon-Paketzusteller während der Arbeit angeblich von zwei Hunden totgebissen. Die Reaktion des Liefergiganten sorgt nun für Empörung – denn sie spiele die Gefahr für Zulieferer herunter, die durch aggressive Hunde droht.

Es waren die Nachbarn, denen der bereits seit Stunden geparkte Amazon-Lieferwagen als merkwürdig aufgefallen war. Laut CNN riefen diese um etwa sieben Uhr abends die Polizei zu einem Haus in Excelsior Springs, Missouri, um den Verbleib des Paketzustellers zu ermitteln. Leider konnten die Beamten nur noch die Leiche des Mannes sicherstellen, welche auf dem Rasen eines Privatgrundstücks lag. Dem Mann waren extensive Fleischwunden zugefügt worden, denen er höchstwahrscheinlich noch vor Ort erlegen war. Die Anwohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zugegen. Zwei Hunde, ein Deutscher Schäferhund und ein Mastiff, verhielten sich den Beamten gegenüber angeblich so aggressiv, dass einer der Polizisten einen Schuss auf einen der Hunde abgab. Danach hätten sich die Tiere ins Haus zurückgezogen.

Nachdem Ray County Sheriff Scott Childers den Tatort erreichte, schloss er aus den Wunden und dem Verhalten der Tiere, dass diese den Paketzusteller getötet hätten. Daraufhin exekutierte er beide Tiere in Abwesenheit der Besitzer und ohne gerichtsmedizinische Untersuchung der Leiche durch einen Schuss. Sowohl die Leichname des Paketzustellers als auch der Hunde wurden zur Autopsie in Gewahrsam genommen. Die Untersuchung soll nun zeigen, ob die tödlichen Verletzungen des Mannes wirklich durch die Hunde entstanden waren.

Amazons Reaktion “empörend”

So schlimm die polizeilichen Ermittlungen des schrecklichen Falls schon begonnen hatten, so schlimm fiel auch die Reaktion des Lieferunternehmens Amazon aus. Erst sprach der Liefergigant der Familie und Kollegenschaft des Paketzustellers ihr Beileid aus. Natürlich wolle man auch die Ermittlungen der Polizei tatkräftig unterstützen. Doch direkt im Anschluss der Tragödie sandte Amazon ein Memo an andere Paketzusteller aus, welches für Empörung sorgte. Denn in sehr locker-flockigem, scherzhaftem Ton stellte das Memo ein “Hundewarnsystem” der Auslieferungsapp vor, die Fahrer zur Arbeit für Amazon benutzen. Ein Pfotenabdruck-Symbol soll zukünftig vor Häusern mit “vierbeinigen Kunden” warnen, so die Kundgebung. “Wir wollen dabei helfen, dass ihr nicht von vierbeinigen Kunden überrascht werdet”, so der Text laut Vice. “Wenn wir wissen, dass Bello in der Nähe ist, bekommt ihr von uns einen Pfotenabdruck als Hinweis.”

Viele Mitarbeiter sind über den nonchalanten Ton der Nachricht empört, welche als direkte Antwort auf den schrecklichen (und vermeidbaren) Tod eines Kollegen erfolgte. Als “nichts weiter als beschämend” bezeichnete beispielsweise ein Mitarbeiter das Memo. Denn tatsächlich sind aggressive, schlecht sozialisierte oder unzureichend verwahrte Hunde eine große Gefahr für Paketzusteller, die zuweilen ein von Hunden bewachtes Grundstück in Abwesenheit der Besitzer betreten müssen.  Jedes Jahr werden über 6.000 Postangestellte in den USA von Hunden gebissen. Hundebisse gehören damit zu den dritthäufigsten Verletzungen bei Paketzustellern. Schon in der Vergangenheit hatte man Amazon mehrmals vorgeworfen, die Sicherheitsrisiken ihrer Mitarbeiter nicht ernst zu nehmen.

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