Nationalratswahl 2019: Die GRÜNEN antworten auf 7 tierische Fragen

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Der Spitzenkandidat der Grünen, Werner Kogler, wäre ein "ein sympathischer, besonders robuster und widerstandsfähiger Mischling". / Foto: Die Grünen / Wolfgang Zajc

Am 29. September 2019 findet in Österreich die Nationalratswahl statt. Zu diesem Anlass haben wir den Parteien 7 Fragen zu tierischen Themen gestellt. Hier die Antworten der GRÜNEN.

 

1. Wenn Ihr Spitzenkandidat Werner Kogler ein Hund wäre – welcher Hund wäre er und warum?

Unser Spitzenkandidat wäre wahrscheinlich ein Mischling – und zwar ein sympathischer, besonders robuster und widerstandsfähiger, mit dem man durch dick und dünn gehen kann.

2. Wer ist in Ihrer Partei für Tierschutz zuständig?

Wir haben mehrere KandidatInnen, die sich intensiv für Tierschutz engagieren. Allen voran Irmi Salzer, Spitzenkandidatin der Grünen im Burgenland und auf Platz 9 der Bundesliste (Biobäuerin, Agrarexpertin, Hundehalterin) sowie Dr. Alexander Rabitsch, Listenzweiter der Grünen Kärnten und auf Platz 13 der Bundesliste (Tierarzt und Tiertransportexperte).

3. Wie möchte Ihre Partei dazu beitragen, das Zusammenleben von Hund und Mensch noch angenehmer zu gestalten?

Für viele Menschen ist ihr Hund nicht nur Familienmitglied sondern auch der Grund, weshalb sie sich körperlich betätigen. Mit einem Hund zu leben ist für die meisten HundehalterInnen eine große Freude, er hilft ihnen seelisch und körperlich gesund zu bleiben. Aber Zusammenleben, auch das von Hunden und Menschen, braucht gegenseitige Rücksichtnahme und Regeln. Diese Regeln müssen nachvollziehbar und sinnvoll sein, damit ein konfliktfreies Miteinander möglich wird. Zudem braucht es – insbesondere in den Städten – ausreichend Platz, wo sich Hunde auch frei bewegen können, ohne dabei mit anderen NutzerInnen des öffentlichen Raums in Konflikt zu kommen.

4. Welchen Stellenwert nimmt der Tierschutz in Ihren Wahlkampf ein? Wie sehen Ihre diesbezüglichen Forderungen konkret aus?

Der Tierschutz ist ein wichtiger Teil unseres Wahlprogramms und auch unseres Wahlkampfs. Wir setzen uns seit vielen Jahren glaubwürdig auf Landes-, Bundes und EU-Ebene für den Tierschutz ein. Wir unterstützen die Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens und werden nicht leise sein, bevor dessen wesentliche Punkte nicht in Österreich umgesetzt werden.

5. Welche Postion nehmen Sie in der Listenhund-Debatte ein?

Die Rasselisten sind eine taxative Auflistung, die bestimmte Hunderassen als angeblich gefährlich einstufen. Die Entscheidung, z.B. in Wien eine Rasseliste einzuführen war eine populistische Maßnahme, die sich weder in Wien noch international bewähren konnte und entbehrt einer fachlichen Grundlage. Viel eher ist es so, dass diese Entscheidung zur Stigmatisierung dieser Rassen geführt hat und diese Hunde, einmal im Tierheim gelandet, sehr schlechte Chancen haben, noch einmal ein Zuhause zu finden. Wichtiger und viel sinnvoller ist daher die generelle Information über Anforderungen an Hundehaltung und -erziehung zu verbessern und im Einzelfall bei auffällige gewordenen HundehalterInnen oder Hunden konsequent einzuschreiten.

6. Wäre eine Regelung bezüglich Sachkundenachweis, Hundeführschein o. Ä. aus Ihrer Sicht bundesweit sinnvoll?

Ja. Wir fordern den Sachkundenachweis für alle. Es muss gewährleistet sein, dass Menschen, die sich entscheiden, mit einem Hund zu leben, in einem ausreichenden Umfang über art- und tierschutzgerechte Hundehaltung Bescheid wissen. Anstatt einzelne Hunderassen und ihre Halterinnen und Halter gezielt zu diskriminieren, wollen wir gerechte und nachhaltige Maßnahmen für mehr Sicherheit im Umgang mit Hunden. Bei der Absolvierung des Sachkundenachweises geht es darum, sich ein notwendiges Basiswissen über tierschutzgerechte Hundeerziehung und Grundinformationen über immer noch falsche aber gängige Trainingsmethoden anzueignen. Ganz sicher sollten über dieses Wissen nicht bloß Menschen verfügen, die einen Rottweiler oder einen anderen Hund der Rasselisten besitzen. Wir wollen gewährleisten, dass jeder Hund in guter Obhut ist und sein Besitzer beziehungsweise seine Besitzerin den Sachkundenachweis absolviert hat. Daher ist unser Ziel die Einführung eines modernen und informativen Sachkundenachweis für alle Hundehalter und Hundehalterinnen. Der Sachkundenachweis soll dabei keinesfalls eine Schikane für tierliebende Menschen sein. Er soll jedem Hund optimale Lebensbedingungen durch geschulte Hundehalterinnen und -halter gewähren und somit sowohl den Tierschutz wie auch das friedliche und sichere Zusammenleben aller fördern.

7. Hunde auf Almen, Wiesen und Wäldern sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Was sind die Standpunkt Ihrer Partei dazu? 

Es muss selbstverständlich versucht werden, die tragischen Unglücksfälle mit Rindern, an denen WandererInnen mit ihren Hunden beteiligt waren, zu verhindern. Es gibt da jedoch keine einfachen Lösungen. Wir fordern bessere Aufklärung der HundehalterInnen, wie sie sich mit den Hunden auf Almen und Wiesen verhalten sollen, z. B. mit Informationsfoldern in allen Beherbungsbetrieben. Eine tatsächliche Trennung von Bergwanderern und Weidevieh ist wohl nirgends machbar und auch nicht sinnvoll. Gegenseitige Schuldzuweisungen von Landwirtschaft und TouristInnen werden nicht weiterhelfen.

Zur Partei

Weitere Informationen zum Programm der GRÜNEN gibt es auf der offiziellen Webseite der Partei: www.zurueckzudengruenen.at

Wie die anderen Parteien unsere Fragen beantwortet haben, finden Sie auf der Übersichtsseite „Nationalratswahl 2019: Das sagen die Parteien zu Hunden & Tierschutz“