Mops (Hunderasse) – umstrittener Charmebolzen

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Möpse werden besonders aufgrund ihres großen Kopfes mit den noch größeren Augen geliebt - oftmals leider zu ihrem eigenen Nachteil. / Foto: pixabay.

Der Mops spaltet wie kaum eine andere Hunderasse die Gemüter: Für manche ist er der süßeste Hund der Welt, andere sehen in ihm die schlechtesten Folgen selektiver Zucht. Eine Sache ist jedoch gewiss: Der Mops ist ein vielgeliebter, treuherziger Begleiter, der ein langes, gesundes Leben verdient hat – und sich genau deswegen verändern muss.

Der Mops ist ein wahrer Charakterkopf. Aber nicht nur das umstrittene Aussehen, auch ihre Verhaltensweisen macht die Hunderasse einzigartig.

Mops (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 9:
Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: China

FCI-Standardnummer: 253
Gewicht:
6,3 – 8,1 kg
Verwendung:
Gesellschaftshund

Geschichte und Herkunft

Über die genauen historischen Ursprünge des Mopses ist wenig bekannt – fest steht jedoch, dass er ursprünglich aus Asien, wahrscheinlich aus dem damaligen Kaiserreich China, stammte. Dort waren Hunde mit stumpfen Nasen schon immer beliebt gewesen. Möpse hatten einen hohen Statuswert, wurden von der kaiserlichen Familie gehalten und durften angeblich nur von ihnen berührt werden.

Im 16. Jahrhundert brachten Händler der Niederländischen Ostindien-Kompanie den Hund mit nach Europa, wo er besonders bei den Damen als Schoßhündchen sehr beliebt wurde. Zahlreiche Künstler, darunter auch Francisco de Goya und William Hogarth, bildeten Möpse in ihren Gemälden ab, wodurch auch ihre historische Körperform erhalten blieb. Später verdrängten die Pekinesen den Mops als Lieblingshund der Damenwelt. Erst 1877 kam das erste vollkommen schwarze Mopspaar nach Europa, bis dahin war nur die helle Variante bekannt gewesen.

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Ursprünglich sahen Möpse ganz anders aus als heute. / Gemälde: William Hogarth, 1745 (l.); Henry Bernard Chalon, 1802 (r.) - von Wikipedia.

Wesen und Charakter

Als geborene Gesellschafter sind Möpse sehr ausgeglichen, fröhlich und lebhaft. Sie besitzen viel Charme, Intelligenz und Selbstbewusstsein – was leider manchmal dazu führen kann, dass sie aggressives Verhalten anderer Hunde ihnen gegenüber nicht korrekt einschätzen können und sich in Schwieirgkeiten mit Artgenossen bringen. Grundsätzlich sind sie jedoch sehr soziale und gutmütige Tiere, die auch problemlos mit anderen Tieren zusammen gehalten werden können.

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Erscheinungsbild

Der Körperbau des Mopses ist quadratisch und gedrungen, die Muskulatur soll hart und straff sein. Da er stark zu Übergewicht neigt, ist eine ausgewogene Ernährung und eine genaue Beobachtung der Körperproportionen unerlässlich. Das Fell ist fein, glatt, kurz und glänzend; zugelassene Farbkombinationen sind silber, apricot oder hellfalbfarben mit dunklem Aalstrich und Maske sowie rein schwarz. Die Abzeichen müssen sauber angrenzbar und so dunkel wie möglich sein.

Eine umstrittene Problemzone beim Mops ist sein überproportional großer Kopf mit den großen Augen und der kurzen, platten Schnauze: Einerseits lieben Fans die Rasse aufgrund ihres einzigartigen Gesichts, das dem Kindchenschema und damit einer im Menschen genetisch bedingten Vorliebe für Gesichtsproportionen entspricht. Andererseits leidet der Mops massive Gesundheitsprobleme aufgrund seiner Anatomie – die zu kurze Schnauze erschwert die Atmung, was zu einem brachycephalen Syndrom (angestrengtes Keuchen und in Folge stark mangelhafte körperliche Belastbarkeit) führt. Die zu großen Köpfe der Welpen passen nicht mehr durch den Geburtskanal des Muttertiers, und aufgrund des zu kurzen Fangs kann diese ihre Welpen nicht mehr abnabeln. Eine natürliche Geburt ist daher oftmals unmöglich.

Des Weiteren leidet 1 in 100 Möpsen an der Pug-Dog-Enzephalistis, einer rassespezifischen Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit der multiplen Sklerose beim Menschen vergleichbar ist. Durch übertriebene, unverantwortliche Zucht leiden manche Möpse auch an den Extremen einer Ringelrute, die Wirbelsäulenprobleme verursacht, oder an chronischen Verletzungen der Hornhaut durch hervorquellende Augen, die ständig durch Haare oder Nasenfalte gereizt werden.

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Wie Tag und Nacht: Der Mops kommt meist in hell mit dunkler Maske oder ganz in schwarz daher. / Foto: pixabay.

Zukunft der Rasse

Da der Mops leider viele Jahrzehnte lang bis ins Extreme hinein gezüchtet wurde, ohne das gesundheitliche Wohlbefinden des Tieres zu berücksichtigen, fallen viele Vertreter der Rasse unter die Kriterien für Qualzucht. Daher ist in den Niederlanden die Zucht mit kurznasigen Hunderassen, deren Nasenlänge nicht mindestens ein Drittel der Kopflänge beträgt, verboten worden. Die Zuchtvereine haben die Zucht vorerst eingestellt und arbeiten nun an neuen Strategien für den Mops, die mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind.

Auch in Deutschland bemühen sich der Dachverband VDH und die wissenschaftliche Gemeinde, zusammen einen Fitnesstest für den Mops zu entwickeln, um die Wechselwirkung zwischen Kopfform, Schnauzenlänge und dem körperlichen Wohlbefinden und Belastbarkeit zu erforschen. Mit den neuen Erkentnissen soll der abnehmenden Gesundheit des Mopses entgegengewirkt werden, um ein Zuchtverbot aufgrund des Tierschutzgesetzes zu vermeiden.

In Österreich sorgen Zuchtverbände wie z.B. der Österreichische Mopsclub mit verschärften Zuchtrichtlinien wie Patellauntersuchungen, zwei Belastungstests, Keilwirbelröntgen mit Vermessung der Luftröhre und genetischen Untersuchungen auf Pug-Dog-Enzephalistis jedes Welpen dafür, dass ungesunde und vorbelastete Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden und der Gesundheitszustand der Rasse allgemein verbessert wird. Die Präsidentin des Mopsclubs, Elisabeth Arthold, sieht die verantwortungslose Zucht des „Modehund“ Mops bei zwielichtigen Vermehrern als wahres Kernproblem. Diese würden keinerlei Wert auf Gesundheit und Qualität in der Aufzucht legen, sondern einfach möglichst billig möglichst viele Welpen prouzieren, um der enormen Nachfrage nachzukommen. Die Zukunft der Möpse liegt also auch in der Hand der Liebhaber und Käufer, die Zucht gesunder und glücklicher Welpen zu unterstützen und vielleicht lieber auf den nächsten Wurf eines seriösen Züchters zu warten, statt sofort und billig einen Welpen aus dem Internet zu kaufen.

Wusstest du, dass der Mops...

… Symboltier eines freimaurerischen Ordens war?

Der wahrscheinlich 1740 in Frankreich gegründete Freimaurer-Order, der Mopsorden, wählte den Hund als Symbol für Treue, Zuverlässigkeit und Standfestigkeit. Der Orden erlaubte auch Frauen in seinen Logen. Mitglieder des Ordens wurden „Möpse“ genannt und trugen geheim ein silbernes Mops-Medaillon bei sich, die Logenmeister nannte man „Großmöpse“.

Zwar kein Mops-Medaillon, aber eine Mops-Fußmatte:

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Ein schneller Mops geht immer! (Video)

Entgegen aller Stereotypen haben gesunde Möpse genauso viel Spaß an körperlicher Betätigung wie alle anderen Hunde.

Film und Fernsehen

Auch auf der Leinwand bzw. dem Flatscreen treten Möpse immer wieder in Erscheinung. Als vierbeinige Nebendarsteller sind sie etwa in den folgenden Filmen zu sehen:

  • The Last Summer (2019)
  • Ein Mops zum Verlieben (2018)
  • Kingsman: The Golden Circle (2017)
  • Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016)
  • Tron: Legacy (2010)
  • Das Hundehotel (2009)
  • Marie Antoinette (2006)
  • Men in Black (1997) und Men in Black 2 (2002)
  • Party Animals – … wilder geht’s nicht! (2002)
  • Mansfield Park (1999)
  • Miez und Mops – Zwei tierische Freunde (1986)
  • u. a.

Trailer: Ein Mops zum Verlieben

Prominente Frauchen und Herrchen

Der Mops hat auch unter Filmstars zahlreiche Fans. Zu den prominenten Haltern gehören u. a.:

  • Jessica Alba,
  • George Clooney,
  • Tori Spelling,
  • Gerard Butler,
  • Billy Joel,
  • Robin Williams,
  • Hugh Laurie,
  • Dennis Quaid,
  • Kelly Osbourne,
  • Andy Warhol,
  • Nick Carter,
  • Paris Hilton,
  • Adrian Grenier und
  • Rob Zombie.

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