Samstag, Oktober 1, 2022
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Moers: Hund von Frauchen einfach über Zaun geworfen

Eine Frau aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet hatte die Pflege zweier Hunde übernommen. Doch sie war mit den beiden Vierbeinern schnell überfordert. Sie bat mehrere Tierheime, sich der Fellnasen anzunehmen, doch man hatte momentan keinen Platz. In einer Affekttat warf sie einen der Hunde einfach über den Zaun des Tierheim Moers. Zum Glück konnte ein Passant sie daran hindern, auch den zweiten Hund zu werfen.

Momentan befinden sich viele Tierheime an der Obergrenze ihrer Kapazitäten. Wegen der sozialen Isolation und Home Office-Angebot während der Covid-19-Pandemie hatten sich viele Menschen ein Haustier angeschafft. Nun, da es zu einer Lockerung der Maßnahmen und zu einer Rückkehr zum Normalzustand gekommen ist, wandern viele dieser „Corona-Tiere“ (zurück) ins Tierheim. Experten hatten schon vor Monaten vor einer Welle von Haustieren gewarnt, die nun, da wieder normale Arbeitszeiten herrschen, plötzlich zur Bürde werden. Deswegen ist es momentan schwierig, einen Tierheimplatz für einen nicht mehr erwünschten Vierbeiner zu finden. Diese Frustration stieg auch einer 65-jährigen Frau in Moers zu Kopfe: Nachdem man mehrere Anfragen in verschiedenen Tierheimen abgelehnt hatte, ließ sie sich zu einer unbedachten Affekttat hinreißen. Kurzerhand hatte sie neben dem Gelände des Tierheim Moers geparkt und eine Hündin über den Zaun geworfen.

Einfach über den Zaun geworfen

Laut WDR-1 hörte ein Spaziergänger den dumpfen Aufprall und sah einen „verstört wirkenden Hund“ hinter dem zwei Meter hohen Zaun herlaufen. Zum Glück sprach er die Frau auf ihr verdächtiges Treiben an, diese war sofort geständig. Der zweite Hund, der wohl ebenfalls über den Zaun folgen sollte, saß noch im Auto. Auf Zureden des Mannes war die Frau schließlich damit einverstanden, mit der Tierheimleitung zu sprechen. Diese rief daraufhin die Polizei. „Die kleine Hündin wurde über einen zwei Meter hohen Zaun geworfen! Man braucht nicht viel Fantasie, um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Verletzungen sie dabei hätte davontragen können“, kommentierte das Tierheim. „Auf den ersten Blick hatte sie viel Glück und keine Verletzungen, die sofort aufgefallen sind.” Die 65-Jährige hatte die beiden Shiba Inus von einer älteren Bekannten übernommen, nachdem diese ins Pflegeheim umziehen musste. Doch sie hatte keinen Platz für zwei Hunde und war schnell mit ihnen überfordert.

Keine Entschuldigung

Nun muss sie sich wegen ihres herzlosen Verhaltens einem Strafverfahren stellen. “Wir haben immer Verständnis für Notsituationen. Leider können wir dennoch nicht immer helfen, weil unsere Möglichkeiten endlich sind”, erklärt das Tierheim Moers. “Es gibt allerdings keine Erklärung oder Entschuldigung, die eine solche Vorgehensweise auch nur im Ansatz für uns entschuldbar macht.” Die beiden Hündinnen wurden nun vom Heim aufgenommen, befinden sich aber noch nicht in der Vermittlung.

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