Letzter Schnee durch Eismaschine für sterbenden Hund

Links ist Maggie auf dem wahrscheinlich letzten Schnee ihres Lebens zu sehen, rechts ein Haufen Schnee mit einem Plakat, auf dem
Bis zum Winter würde es die sterbende Maggie wahrscheinlich nicht schaffen - also wurden ihre Besitzer erfinderisch. / Fotos: Elijah Saltzgaber and Marianna Wilson via The Dodo.

Mischlingshündin Maggie war für kalte Temperaturen geboren worden, und sie liebte Schnee ganz besonders. Dann jedoch erhielt ihre Familie eine schreckliche Nachricht: Maggie litt an Krebs, bis zum nächsten Winter würde sie es nicht mehr schaffen. Doch ihre Besitzer gaben nicht auf, es sollte schließlich ihr letzter Schnee sein – denn eine wunderbare Hündin verdiente ein wunderbares Lebensende.

Laut dem Dodo war Hündin Maggie verrückt nach Schnee, seit sie ein kleiner Welpe gewesen war. Der NeufundländerBerhardiner-Mischling war mit seinem dichten Fell für die eisigen Temperaturen der Schweizer Alpen gezüchtet worden – doch Maggie begnügte sich auch mit dem jährlichen Schneefall in ihrer Heimat Utah, USA. „Sie ließ sich immer auf den Rücken fallen und schob sich so durch den Schnee“, erzählte ihr Frauchen Marianna Wilson. „Es hat einen Riesenspaß gemacht, einem Hund dabei zuzusehen, wie er soviel Freude an Schnee hat.“ Über zehn Jahre lang war Maggie Teil der Familie von Wilson und ihrem Partner Elijah Saltzgaber. Sie gingen zusammen mit der robusten Fellnase wandern, Skifahren und Paddelboarden. Nichts schien Maggies guter Gesundheit etwas anhaben zu können. Doch dieses Jahr ging es Maggie plötzlich schlechter und schlechter, und im Juli erfolgte die niederschmetternde Diagnose: Krebs. Man würde ihr nicht mehr helfen können, und der Hündin blieb nicht mehr viel Zeit.

Ein langes, schönes Leben

„Unser Leben drehte sich um Maggie, unsere Urlaube planten wir nur für sie. Wir wollten ihr wirklich alles geben, das sie verdient hatte, und bereicherten währenddessen unser eigenes Leben“, erzählte Wilson. Der drohende Abschied fiel schwer, doch ihre Besitzer waren nun gezwungen, Maggies Lebensende zu planen. Sie hatten sich sehr gewünscht, ihr ein letztes Mal beim Spielen im Schnee zuzusehen. Bis zum Winter würde Maggie es aber nicht mehr schaffen. Doch ihre Halter hatten eine Idee. Über Facebook fragten sie in der Nachbarschaft, ob jemand eine Haushaltseismaschine habe. „Wir wollen uns am Montag von ihr verabschieden und hatten gehofft, ihr einen letzten Fleck Schnee bieten zu können“, schrieben sie in dem Post und boten an, die Maschinen selbst abzuholen. Tausende Menschen lasen den Beitrag und hunderte Menschen boten ihre Hilfe an. So wurde eine noch bessere Idee an Wilson und Saltzgaber herangetragen: Warum nicht die lokale Eislaufhalle fragen?

Maggie mit von Schnee bedecktem Gesicht.
In Schnee und Eis war Maggie ganz in ihrem Element. / Fotos: Fotos: Elijah Saltzgaber and Marianna Wilson via The Dodo.

Ice, Ice, Maggie!

Die Eishalle erklärte sich sofort bereit, zu helfen, nachdem die Besitzer ihren Grund erklärt hatten. Mittels einer Zamboni-Eismaschine, mit welcher die Eislaufbahnen gepflegt wurden, häuften sie einen riesigen Berg Schnee im Gras vor der Halle an. „Sie sind extra zwei Runden gefahren, das machen sie sonst nie.“ Saltzgaber war überwältigt, als er den Schnee mit seinem Van abholen kam und den riesigen Berg mit dem Schild „Maggies Schnee“ im Haufen sah. Er konnte gerade einmal ein Drittel des Schnees mitnehmen, danach war der Wagen voll. „Als er am Montagmorgen heimkam und wir die Türen des Van öffneten – ich kann gar nicht beschreiben, wie überwältigend und emotional das für uns war“, erzählte Wilson. „Ich bin zusammengebrochen und habe geweint, er hat geweint, meine Mutter hat geweint und Maggie verstand die Welt nicht mehr.“

Letzter Schnee für Maggie

Dass der riesige Haufen Schnee, der in ihrem Garten unter einem Sonnensegel landete, extra für sie gedacht war, verstand Maggie spätestens, als man ihren Queitschball in den kalten Berg warf. „Sie hat sich darauf gestürzt, den Ball wie immer im Schnee vergraben, und dann hat sie sich auf der Spitze niedergelassen und war so herrlich ruhig und zufrieden.“ Die Sommerhitze hatte der kranken Hündin in letzter Zeit arg zugesetzt, und nun war sie endlich wieder in ihrem Element. Wenig später war es dann soweit, eine Tierärztin kam auf Hausbesuch. Umringt von ihrer Familie durfte die Hündin friedlich entschlafen – auf einem herrlich kalten Bett aus flockigem Schnee. Einen schöneren letzten Tag konnten sich ihre Besitzer für Maggie nicht wünschen.