La Palma: In Lava gefangen – Drohne soll Hunde retten

Links ist einer der drei Hunde zu sehen, rechts die einsatzbereite Drohne.
Diese riesige Drohne soll die Hunde einfangen und aus ihrem Lavagefägnis retten. / Fotos: CNN.

Nach dem Vulkanausbruch in La Palma befinden sich noch viele Menschen und auch Tiere in dringendster Not. Weil es noch immer gefährlich ist, sich wegen des Ascheregens und der noch immer heißen Lava zu Fuß zu bewegen, trumpfen nun Drohnenunternehmen mit ihren Fluggeräten auf. Besonderes Aufsehen erregte nun eine Rettungsaktion für drei Hunde. Sie sind in einem von Lava eingeschlossenen Garten Hinterhof gefangen und sollen per Drohne geborgen werden.

Es ist bereits mehr als ein Monat her, seit auf der spanischen Insel La Palma der Vulkan Cumbre Vieja ausgebrochen ist. Ein Großteil der Insel wurde in Lava und Asche gehüllt, tausende Menschen verloren ihr Zuhause. Doch wie auch ihre Besitzer und Besitzerinnen waren zudem viele Haustiere von der Katastrophe betroffen. Leider konnten nicht alle rechtzeitig evakuiert werden, und wegen der noch immer anhaltenden Hitze und des Ascheregens ist es beinahe unmöglich, Rettungskräfte zu Fuß in die betroffenen Gebiete zu schicken. Auch Hubschrauber können den undurchsichtigen Luftraum nicht navigieren, ohne Komplikationen oder gar einen Absturz zu fürchten. Nun trumpfen Drohnenunternehmen mit ihren Fluggeräten auf. Die unbemannten Maschinen werden mit Kameras ausgestattet und durchsuchen die Insel nach menschlichen oder tierischen Überlebenden. Und drei Hunde erregten die Aufmerksamkeit der Welt.

In Lava gefangen

In einem von Lava eingeschlossenen Hinterhof eines Hauses entdeckte man drei lebendige Hunde, die nicht aus eigenen Kräften entkommen konnten. Die Tiere waren bereits abgemagert und entkräftet, doch wegen der noch immer heißen Lava man konnte nicht zu ihnen gelangen, um sie zu retten. Per Drohne schickte man ihnen Futter und Wasser, doch damit war das Problem noch nicht gelöst. Nun will das in La Palma heimische Drohnenunternehmen Ticom Soluciones eine besonders große und schwere Drohne mit einem Fangnetz ausstatten, um die Hunde auf diese Weise zu retten. Einer nach dem anderen sollen die Vierbeiner eingefangen und aus dem Hinterhof ausgeflogen werden. Da der Transport von Lebewesen per Drohne verboten ist, musste erst eine Genehmigung durch die Behörden eingefordert werden. Diese ist nun erfolgt, doch der dramatischen Rettungsaktion stehen noch weitere Herausforderungen bevor.

Rettung durch Drohne

Einerseits fürchtet man, die Hunde würden furchtsam auf die fliegende Transportdrohne reagieren – immerhin ist diese etwa vier Quadratmeter groß und fünfzig Kilogramm schwer. Wenn die Hunde sich vor ihrem ungewöhnlichen Retter verstecken, wird es schwieriger bis unmöglich, sie mit dem Fangnetz zu erwischen. Außerdem könnten sie sich in ihrer Panik verletzen oder gar einen Herzinfarkt erleiden. Andererseits kommt noch hinzu, dass das Zeitfenster zur Rettung aufgrund der Batterieleistung sehr begrenzt ist: vier Minuten, um in den Garten zu navigieren und sie zu fangen, und vier Minuten, um den Weg zurück sicher zu schaffen. Spielraum für Fehler und Komplikationen gibt es nicht – der Druck ist enorm.

Keine andere Wahl

Doch Jaime Pareira, Leiter des Unternehmens, sieht keine andere Lösung. „Für uns steht fest, dass wir die Hunde entweder rauskriegen – oder sie dort bleiben müssen. Wenn es eine andere Option gibt – nur heraus damit. Aber wenn es wirklich keinen anderen Ausweg gibt, werden wir zumindest versuchen, sie zu retten!“, sagte er im CNN-Interview. Doch die Zeit wird knapp – zu lange schon sind die drei Hunde auf sich allein gestellt. Sie brauchen medizinische Versorgung und Ruhe. Die Mission befindet sich gerade in der letzten Vorbereitungsphase. Wann es jedoch genau losgehen soll, ist noch nicht bekannt.