Hundehasser-Magazin „Kot & Köter“: Ein Rückblick

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Wulf Beleites "Kot & Köter - Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind" erhitzte die Gemüter. / Screenshot YouTube

Mit einem satirischen Anti-Hunde-Magazin hoffte der Hamburger Journalist Wulf Beleites den Nerv der Zeit zu treffen. „Kot & Köter – Die Zeitschrift für den Deutschen Hundehasser“ erschien von 2014 bis 2016, darin wollten die Mitwirkenden auf humorvolle Art und Weise Hunde und deren Halter karikieren.

„Kot & Köter – Die Zeitschrift für den Deutschen Hundehasser“ sollte laut Herausgeber Beleites, der 2018 verstarb, eine „unsentimentale und intelligente Abrechnung mit dem Mythos vom besten Freund des Menschen“ sein. 20 Jahre Planung gingen dem Start des Magazins voraus, dessen Erstausgabe im April 2014 schließlich durch Crowd-Funding finanziert wurde.

Von April 2014 bis Mitte 2016 erschien „Kot & Köter“ vierteljährlich zum einem Preis von 7,80 Euro. Bald wurde aber klar, dass sich das Projekt wirtschaftlich nicht rechnete.

Provokation und Hundehass als Stilmittel

Schon in den 90er-Jahren, lange bevor die Zeitschrift tatsächlich existierte, trat der Hamburger Journalist Beleites in diversen TV-Formaten auf, in denen er den überzeichneten Hundehasser mimte. Ob man das nun lustig fand, ist freilich Geschmacksache. Dennoch darf Satire bekanntlich alles.

Neben internationalen Kochrezepten für Hundefleisch erschienen in „Kot & Köter“ auch bissige Kommentare unter Überschriften wie „Der Nuttenpudel“. Darin hieß es unter anderem: „Nur im Reservat der zwischenmenschlichen Käuflichkeit erfüllt der Pudel einen legitimen Auftrag […]“. Am Titelblatt provozierte man beispielsweise mit Titeln wie „Die Hundeschule: Pinkellehrgang für den Einsatz in der Großtstadt“.

Video: „Kot & Köter“-Chefredakteur in diversen TV-Sendungen

Wie ernst die Aussagen Beleites bzw. die Texte der Zeitschrift gemeint waren, zeigt ein Zitat von Kurt Tucholsky, das auf der immer noch existenten Website der Zeitschrift zu finden ist:

Übertreibt die Satire?
Die Satire muß übertreiben
und ist ihrem tiefsten Wesen
nach ungerecht.

Kalkulierter Skandal ums Hunde vergiften?

Im März 2015 kam es nach einer Anzeige zu Ermittlungen wegen Verdachts auf Aufforderung zu einer Straftat. Grund dafür war das Abdrucken eines leicht abgewandelten Liedtextes von Georg Kreisler. Statt „Geh‘ ma Tauben vergiften im Park“ hieß es dort „Geh‘ ma Hunde vergiften im Park“.

Musik: Taubenvergiften von Georg Kreisler

Das Verfahren wurde bald von der Staatsanwaltschaft eingestellt, sorgte aber kurzzeitig dafür, dass die Verkaufszahlen der Zeitschrift anstiegen. Dennoch war Ende Mai 2016 Schluss. Die Fortführung rechnete sich schlichtweg nicht.

Auch wenn die Texte absolut nicht Jedermanns Humor treffen, offenbaren sie doch interessante Einblicke in das „Phänomen Hundehass“. Dabei zeigt die satirische Übersteigerung den Unsinn von Hass an sich auf – ganz egal gegen wen der Hass nun gerichtet ist und was diesem zugrunde liegt.