Kärnten: 34 Kaninchen und Hund aus verwahrloster Wohnung gerettet

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Aus dieser vollkommen ruinösen Wohnung befreite die Tierrettung Kärnten 34 Kaninchen und einen Hund. / Fotos: TIKO Klagenfurt.

Als sie die Wohnung in Paternion, Kärnten, betraten, bot sich den Tierrettern ein furchtbarer Anblick: zugerümpelte Räume, bedeckt mit Müll und Tierkot, Räumlichkeiten im desolaten Zustand und freilaufende Kaninchen und ein Hund, die sich verzweifelt zu verstecken versuchten. Nun sind die Tiere im Tierschutz-Kompetenzzentrum.

Ende Juni 2020 wurde die Tierrettung Kärnten von der Polizei beauftragt, etwa 15 Kaninchen aus einer Messie-Wohnung in Paternion im Bezirk Villach-Land zu bergen. Doch das Ausmaß der Tierquälerei überstieg die Schätzungen der Beamten um mehr als die Hälfte: Wie die Tierrettung berichtete, fanden sie neben den Kadavern bereits verendeter Tiere und zahlreichen Wanderratten insgesamt 34 völlig verwahrloste und teilweise trächtige Kaninchen und einen etwa 10-jährigen Wolfshund, der sich apathisch unter einem Küchentisch zu verstecken versuchte. Die Wohnung selbst war in einem desolaten Zustand: kaputte Möbelstücke, Dreck und Müll überall, der Tierkot bedeckte zentimetertief den Boden, das Mobiliar und sogar die Wände, und die Decke war derart von Feuchtigkeit angegriffen, dass akute Einsturzgefahr angenommen werden musste. Wie regelmäßig die Tiere Zugang zu Futter und Wasser hatten, war nicht abzuschätzen. Zur Unterstützung der Tierretter musste die örtliche Feuerwehr hinzugezogen werden.

Ungewisse Zukunft für Tiere

Nach der Bergung der Tiere aus der Ruine in Paternion wurden sie zur weiteren medizinischen Versorgung ins Tierschutz-Kompetenzzentrum nach Klagenfurt gebracht. Die Kaninchen sind teilweise abgemagert, verdreckt und verfilzt und allesamt schwer traumatisiert. Da keines der Männchen kastriert war, muss angenommen werden, dass die meisten Weibchen trächtig geworden sind. Auch der Wolfshund befindet sich in kritischem Zustand: Neben Mangel- und Unterernährung leidet der Rüde wahrscheinlich an einer schweren Ohrenentzündung und unter einem Hodentumor – zusätzlich ist er sehr schreckhaft und ängstlich. Alle Tiere werden nun wieder aufgepäppelt und gesund gepflegt.

Da noch nicht abzusehen ist, wie viele Tiere nach der Geburt der ausstehenden Jungtiere zu versorgen sind, bittet die Tierrettung Kärnten dringend um Spenden für jene Tiere, die unter alptraumhaften Bedingungen gehalten worden waren und eine Chance auf ein besseres Leben mehr als verdient haben.