Bulgarien: Über 300 Streuner in mobiler Klinik kastriert

Die Hunde kommen nach der Behandlung wieder in ihr angestammtes Territorium. Foto: © VIER PFOTEN | Hristo Vladev

Von 296 auf 495 ist die Anzahl der Streunerhunde in den letzten fünf Jahren im bulgarischen Vidin gestiegen. Innerhalb von nur drei Wochen wurden nun mehr als 300 Streuner kastriert, geimpft und registriert.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten machte sich ein Team der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN auf nach Vidin im Nordwesten Bulgariens, um in einer mobilen Klinik die dort lebenden Streunerhunde zu kastrieren. Ihre sehr stark gestiegene Anzahl – von 296 auf 495 in den letzten fünf Jahren – hatte Anlass zur Besorgnis gegeben.

„Bisher haben wir 300 Hunde in Vidin kastriert, geimpft und entwurmt. Das entspricht über 50 Prozent der dortigen Streunerpopulation“, erklärt Teamleiterin Margarita Chankova. „Die Ergebnisse können sich bereits sehen lassen, aber die Kastrationen müssen in jedem Fall fortgesetzt werden. Eine große Anzahl von Tieren wandert nämlich aus benachbarten Orten in die Stadt. Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung von Vidin das Problem an der Wurzel bekämpfen wird: der unkontrollierten Vermehrung und dem Aussetzen von Heimtieren“.

Mit der Catch-Neuter-Release Methode, der einzige Ansatz, der auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als nachhaltig und human angesehen wird, wird jeder eingefangene Hund kastriert, gegen Tollwut geimpft, gegen Parasiten behandelt und registriert. Nach 24 Stunden in der Auffangstation werden die Vierbeiner wieder in ihr angestammtes Territorium gebracht.

2008 verbot das bulgarische Parlament Massentötungen von Streunerhunden und folgte der Empfehlung der WHO und mehreren Experten, Kastration als die einzig nachhaltige Lösung zuzulassen, um die Streunerpopulation in den Griff zu bekommen. Im Oktober 2013 eröffnete VIER PFOTEN zusätzlich eine Streunerklinik in Sofia, wo seither 4.000 Hunde und Katzen kastriert wurden. In einigen Städten wie zum Beispiel Sofia, Plovdiv und Burgas haben die Behörden großflächige Kastrationsprojekte gestartet und hohe Strafen für das Aussetzen von Hunden eingeführt. Durch diese nachhaltigen Maßnahmen konnte dort die Streunerpopulation bereits deutlich verringert werden.