Hund im neunten Stock auf Fensterbrett ausgesetzt

hund lubin polen fensterbrett polizei
Der Hund war bei geschlossenem Fenster auf dem Fensterbrett ausgesetzt worden - dafür muss sich der Besitzer nun verantworten. / Fotos: KPP Lubin.

Letzte Woche konnten Anrainer einer Wohnsiedlung ihren Augen kaum trauen – auf dem Fensterbrett im neunten Stock saß ein kleiner Hund fest. Dass man ihn beim Lüften dort vergessen hatte, ist unwahrscheinlich. Die Besitzer müssen sich nun für die Tat verantworten.

In der polnischen Stadt Lubin der Woiwodschaft Niederschlesien ereignete sich letzte Woche ein bizarrer Vorfall. Laut einer Pressemitteilung der Polizei Lubin war gerade eine Anrainerin in einer Wohnsiedlung unterwegs, als sie eine schreckliche Entdeckung machte: Auf einem schmalen Fensterbrett saß ein kleiner Hund fest – und das im neunten Stock! Weil das Fenster geschlossen war, konnte der kleine Kerl nicht mehr ins Innere der Wohnung. Sichtlich verängstigt und gestresst blickte der Hund in die schwindelerregende Tiefe. Die Frau wollte die arme Fellnase nicht seinem Schicksal überlassen. Sie schoss ein Beweisfoto und verständigte sofort die Polizei. Als die Beamten die Wohnsiedlung erreichten, war das Fensterbrett bereits leer, der Hund war verschwunden. Als man die Besitzer sprechen wollte, öffnete niemand die Wohnungstür. Doch so leicht ließen sich die Polizisten nicht abschütteln.

Festnahme wegen Missbrauch

Über die zuständigen Behörden wurden die Wohnungsbesitzer, ein Mann und eine Frau, ausfindig gemacht und angezeigt. Bei der Befragung gab die Frau an, von den Misshandlungen nichts gewusst zu haben. In der Zwischenzeit hatten Journalisten der Redaktion von „Telewizja Regionalna“ der Polizei eine Videoaufnahme übergeben. Darauf sei derselbe verängstigte Hund auf jener Fensterbank im neunten Stock zu sehen, wo ihn auch schon die besorgte Nachbarin entdeckt hatte. Auch in diesem Fall war das Fenster geschlossen, freiwillig schien der Hund nicht dort gelandet zu sein. Ein 32-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen und muss sich nun wegen Vorwurfs der Tierquälerei verantworten. Des Weiteren lobten die Polizisten die Zivilcourage der Nachbarin. Hätte sie sich nicht ein Herz gefasst und die Qual des kleinen Hundes gemeldet, wäre vielleicht sogar Schlimmeres geschehen.