Sonntag, Dezember 4, 2022
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10 Welpen bei Sommerhitze schutzlos auf Balkon “gehalten”

In Hamburg-Billstedt sorgte ein erschreckender Notfall für Furore. Auf einem Balkon hielt jemand 10 Welpen bei sommerlichen Höchsttemperaturen – ohne Schutz vor der Sonne. Vollkommen erschöpft und dehydriert riefen die Hundekinder um Hilfe – mit Erfolg.

Zum Glück war eine aufmerksame Nachbarin auf das Leid der Tiere aufmerksam geworden und machte dem üblen Treiben ein Ende. Bereits seit Tagen sollen 10 Welpen um Hilfe gewinselt haben haben. Der Grund: Jemand hielt den Wurf Labrador Retriever-Welpen auf dem Balkon einer Wohnung. Und das trotz der Hitzewelle, die Ende Juni sogar erwachsenen Menschen zu schaffen machte. Ohne jeglichen Schutz vor der Sonne oder ausreichend Trinkwasser litten die Hundekinder auf dem Hochhausbalkon in Hamburg-Billstedt buchstäblich Höllenqualen.

Der Anruf einer Tierfreundin rettete den Welpen schließlich das Leben. Zusammen mit dem Veterinäramt beschlagnahmten der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. die erst acht Wochen alten Tiere. Völlig erschöpft und dehydriert durften sie sich beim HTV ausruhen, und zum Glück erholten sich die tapferen Welpen schnell von den Strapazen. Mittlerweile konnten sogar alle 10 Welpen an ein neues Zuhause weitervermittelt werden. Mitte Juli nahm man auch das Muttertier auf, nachdem der Besitzer auch mit dieser “überfordert” war und sie freiwillig aufgab.

Unzureichende Welpenbetreuung

Leider sehen MitarbeiterInnen des HTV solche Fälle immer häufiger. Ungeplante Würfe oder der Nachwuchs von unprofessionellen “Laienzüchtern” werden leider meistens nur unzureichend betreut. “Die Regeln sind unserer Meinung nach viel zu locker. Jede oder jeder kann sein Tier decken lassen – ohne den erforderlichen Kenntnisstand oder medizinischen Hintergrund, die notwenigen örtlichen Gegebenheiten, Zeit und leider oft auch die nötigen finanziellen Mittel, die so eine Welpenaufzucht mit sich bringt“, so HTV-Tierschutzberaterin Gina Lularevic. Aus Überforderung oder Unwissenheit müssen die Welpen dann unter unzumutbaren Bedingungen oder sogar Lebensgefahr aufwachsen. Und in manchen Fällen werden Würfe mit oder ohne dem gestressten Muttertier sogar ausgesetzt.

Oftmals ist leider auch das schnelle Geld ein großer Motivator für Laienzucht oder Vermehrer. Deswegen sollte man von dubiosen Online-Welpenhändlern dringend Abstand nehmen – denn deren Welpen leiden oftmals ein Leben lang unter gesundheitlichen und psychischen Problemen. Dabei gebe es genug Hunde in Tierheimen, die sich ein schönes neues Zuhause wünschen. “Wir als Tierschutzverein haben viele Schützlinge in unserem Tierheim Süderstraße, die auf ein liebevolles Zuhause warten. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch sie eine Chance bekommen würden, als dass immer weiter der oft skrupellose Handel mit Welpen unterstützt wird“, appelliert die leitende Tierärztin des HTV, Dr. Urte Inkmann.

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