Fluglinie drängt Kunden, Blindenführhund zurückzulassen

Ein Golden Retriever führt einen Mann mit Blindenstock.
Blindenführhunde sind nicht nur wichtige Orientierungshilfen für Blinde, sondern auch unschätzbare Freunde. / Symbolfoto: pexels.

Die Verwirrung um Tierreisepässe brachte eine Schweizer Billig-Fluglinie dazu, einen blinden Kunden falsch zu beraten. Sie drängten den Mann dazu, seinen Blindenführhund Wallace zu Hause zu lassen und ohne ihn zu reisen. Nun folgt eine späte Entschuldigung.

Laut dem DailyStar wurde ein sehbeeinträchtigter Kunde von der Billig-Fluglinie EasyJet falsch beraten – mit unangenehmen Folgen. Die Schweizer Luftfahrtgesellschaft drängte den 62-jährigen Tony Barclay, seinen Blindenführhund Wallace lieber zu Hause zurückzulassen. Das Duo hatte geplant, von Belfast nach London zu reisen. EasyJet fragte nach seinem europäischen Heimtierpass, ohne diesen könne der Deutsche-SchäferhundLabrador Retriever-Mischling nicht mitfliegen. Der Heimtierpass solle sicherstellen, dass das Tier über nötige Impfungen verfüge und entwurmt sei. Immer wieder gab es in verschiedenen Staaten Verwirrungen um die Gesetzgebung um den Heimtierpass. So wurde eine Gesetzesänderung um den Heimtierpass in Nordirland beispielsweise bis 1. Oktober 2021 aufgeschoben. Barclay hätte also noch durchaus mit der alten Gesetzgebung zusammen mit seinem Blindenführhund fliegen können. Doch aus Angst, Wallace könnte ihm gar abgenommen werden oder dürfte den Rückflug nicht mehr antreten, traf Barclay eine schwere Entscheidung. Er flog zusammen mit seiner Frau – und ohne Wallace.

Späte Entschuldigung

„Ich bin sehr aufgebracht und emotional aufgewühlt von der ganzen Situation, aber vor allem bin ich wütend, dass man uns in diesem Fiasko alleine gelassen hat. Wie erkläre ich meinem Hund, dass ich wieder zurückkommen werde?“, gab Barclay im Interview an. „Er kennt es nicht, dass andere sich um ihn kümmern. Er ist an seine Arbeit gewöhnt und daran, immer bei mir zu sein.“ Doch auch in Hinsicht auf seine Sehbehinderung entstanden vehemente Probleme für Barclay. Er fühle sich ohne Wallace verloren, und die Entscheidung der Fluglinie, den Hund nicht mitzunehmen, hätte ihn ein weiteres Mal wirklich blind gemacht. Im Nachhinein entschuldigte sich die Fluglinie für die suboptimale Behandlung und die falsche Beratung. Sie wollen sichergehen, dass solche Fehler in Zukunft nicht mehr vorkommen. Als Ausgleich für seine negative Erfahrung soll Barclay den Preis für die Flugtickets zurückerstattet bekommen. Für Barclay nur ein milder Trost.

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