Finnland: Arbeitslosen Schlittenhunden droht der Tod

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In Finnland könnte der ausbleibende Tourismus für die arbeitslosen Schlittenhunde den Tod bedeuten. / Symbolfoto: pixabay.

Durch die Coronakrise und den ausbleibenden Tourismus im finnischen Lappland sind nun tausende Schlittenhunde „arbeitslos“. Da die HundehalterInnen mit dem Geld zu kämpfen haben, könnte das für viele Tiere den Tod bedeuten.

Das Lappland befindet sich im nördlichsten und damit auch kältesten Teil von Finnland und ist für seine malerischen Schneelandschaften bekannt. Jedes Jahr besuchen tausende Menschen die pittoreske Region – auch, um sich einen besonderen Spaß zu gönnen: sich von einem Hundeschlitten durch die weißen Wälder ziehen zu lassen. 5000 bis 7000 Hunde (u.a. sibirische Huskys und Alaskan Malamutes) und deren HalterInnen arbeiten jeden Winter in dieser florierenden Branche. Dem finnischen Rundfunksender Yle zufolge haben diese nun durch die Coronakrise und ausbleibende Touristen mit großen Geldeinbußen zu kämpfen und befürchten, nicht mehr lange für den Unterhalt ihrer Schlittenhunde aufkommen zu können. Tierheime und Tierschutzvereine können diese schiere Menge an plötzlich „arbeitslosen“ Hunden, die aufgrund ihres großen Bewegungsdrangs nicht am einfachsten zu vermitteln sind, nicht alle auffangen. Zahllosen Tieren droht als letzte Maßnahme der Tod durch Einschläfern. Die Verzweiflung ist groß, denn für viele HundeschlittenbetreiberInnen sind die Tiere nicht nur ihre einzige Einnahmequelle, sondern auch Familie.

Internationales Hilfsprojekt

Stand-Up-Comedian Jean-Eric „Zaani“ Chaumentin und Unternehmer Ville Wallenius haben nun ein Hilfsprojekt gestartet, um die SchlittenhundehalterInnen in Not mit Futterspenden, Geld und anderen notwendigen Gütern zu versorgen.“Wir wollen recht bescheidene acht bis zehn Milllionen Euro in Spendengeldern erreichen. Klar, jetzt lächeln wir darüber, aber diese Summe ist tatsächlich notwendig. Wir hoffen, dass die Leute verstehen, wie ernst die Lage ist“, sagte Chaumentin. Das sei bitter nötig – denn bereits für den Winter gebuchte Fahrten werden nun massenweise storniert. Das gesammelte Geld soll dabei nicht direkt an die BetreiberInnen gehen, sondern sie in Form von Gutscheinen für spätere Schlittenfahrten und Futterspenden erreichen. „Wir wollen primär die Hunde retten, und durch sie auch die Firmen“, erklärt Chaumentin, der selbst Erfahrung in diesem Tourismussektor hat. „Wir reden hier von hilflosen Tiere, die nicht einfach selbst rausgehen und einen neuen Job finden können.“