Erziehungstipps für knabbernde Hunde

erziehungstipps knabbernde hunde hund zerstört möbel
Was tun, wenn der Hund Möbel anknabbert? / Foto: Futura

Was tun, wenn Hunde an der Einrichtung knabbern?

Wenn Hunde sich an Möbeln, Schuhen oder sogar Händen und Füßen zu schaffen machen, ist das nicht nur unangenehm und teuer für die Hundeeltern, sondern kann auch auf ernsthafte physische oder psychische Probleme hinweisen.

Auch wenn die erste Reaktion auf die nervige Angewohnheit, die gerade Welpen und junge Hunde an den Tag legen, eine strenge Hand und sofortiges Abgewöhnen durch Bestrafung sein könnte, ist dieser Strategie deutlich abzuraten. Denn Hunde knabbern immer aus einem Grund, der zunächst beleuchtet werden muss.

erziehungstipps knabbernde hunde hund zerbeisst schuhe

Welpen und ausgewachsene Hunde knabbern aus unterschiedlichen Gründen

Zunächst sollte das Alter des knabbernden Hundes berücksichtigt werden. Denn Welpen und junge Hunde knabbern in der Regel aus anderen Gründen, als ihre ausgewachsenen Artgenossen.

Welpen und junge Hunde

Bei Welpen hängt das Knabbern oft mit dem Zahnwechsel zusammen, der zu Schmerzen und juckendem Zahnfleisch führt. Zudem haben Welpen viel häufiger Hunger, der sich ebenfalls im Anknabbern von allen möglichen Objekten manifestieren kann. Welpen haben kleine Mägen und sollten daher fünf Mahlzeiten pro Tag bekommen.

In der “Pubertät” testen junge Hunde, genau wie menschliche Teenager, ihre Grenzen aus. Sie fordern ihre Halter mit dem Verhalten heraus und probieren sich und ihr Umfeld aus.

Ausgewachsene Hunde

Bei ausgewachsenen Tieren sind die Ursachen schon ernster. Wahrscheinlich baut der Hund über das Knabbern Stress ab. Dieser kann aus den unterschiedlichsten Ursachen entstehen und wird oft unterschätzt.

Hunde sind oft gestresst, wenn sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, Langeweile haben, unter Trennungsangst leiden, trauern, soziale Probleme haben (zum Beispiel mit anderen Hunden), oder aber durch ihr Umfeld beunruhigt werden (Lärm, fremde Personen in der Wohnung, etc.).

Ist der Hund seit dem Welpenalter an das Knabbern als Liebkosung oder beim Spielen mit Menschen gewöhnt? Dann ist es kein Wunder, dass er auch später seine Zuneigung durch das gleiche Verhalten zeigt.

Wer Schwierigkeiten damit hat, die Ursache für den Stress beim Hund festzustellen und somit zu beseitigen, kann von der Hilfe eines/einer Hundepsychologen/in profitieren. Diese beobachten das Tier genau und können so einschätzen, was genau dem Vierbeiner zu schaffen macht.

Achtung: Wenn der Hund vor allem seine eigenen Gelenkt anknabbert, weist dies auf Schmerzen und Gelenkprobleme hin. Hier sollte auf jeden Fall ein/e Tierarzt/in kontaktiert werden.

erziehungstipps knabbernde hunde hund spielzeug

Die Ursache des Knabberns bestimmt die Gegenmaßnahmen

Je nachdem, welchen Grund der Hund für das Knabbern hat, helfen verschiedene Erziehungs- und Gegenmaßnahmen.

Bei physischen Ursachen wie dem Zahnwechsel

Zahnt der Hund (im Alter von ca. vier bis sieben Monaten), sollte er sein juckendes Zahnfleisch mit dem richtigen Welpenspielzeug massieren können. Es gibt im Fachhandel spezielles Knabberspielzeug, das gerade beim Zahnwechsel unterstützt, aber auch ganz konventionelle Optionen wie Taue und Gummitiere erfüllen den Zweck.

Bei psychischen Ursachen wie Langeweile, Stress oder dem Austesten von Grenzen

Zunächst einmal sollte die Wohnung abgesichert werden. Wertvolle und giftige Gegenstände müssen in Sicherheit gebracht werden, so gut es geht. Giftige Pflanzen zum Beispiel müssen sich außer Reichweite für den Hund befinden.

Als nächstes muss der Hund verstehen, dass das Knabbern unerwünscht ist, er aber Alternativen hat. Dazu gehören Kommandos wie “aus”, wenn der Hund beim Knabbern erwischt wird. Doch das Verbot alleine wird dem Hund nicht helfen, wenn die Ursache bestehen bleibt. Hunde müssen sowohl geistig als auch körperlich gefordert werden – durch Spaziergänge, Spiele, Tricks und Kuscheleinheiten. Resultiert der Stress aus externen Faktoren wie Lärm, sollte natürlich darauf geachtet werden, diese nach allen Möglichkeiten zu minimieren.

Und abschließend sollte der Hund Alternativen zum Knabbern an Möbeln und Schuhen haben. Die richtigen Spielzeuge und Snacks (zum Beispiel ein Kong oder Knabberball) helfen, das Bedürfnis des Knabberns anderweitig zu befriedigen. Wichtig ist hier, dass der Hund das Spielzeug nicht als Belohnung für das Knabbern an unerwünschten Gegenständen angeboten bekommt. Es muss immer zuerst klar sein, dass die ursprüngliche Knabber-Aktion keine gute Idee war.

Ein kleiner Trick 17 zum Schluss

Da die richtige Erziehung des Hundes und der Zahnwechsel Zeit brauchen, in denen das neue Sofa dran glauben muss, kann unterstützend zu den anderen Methoden ein kleines Hilfsmittel eingesetzt werden. Wir empfehlen ein Anti-Knabber-Spray wie dieses, das für Hunde unangenehm riecht und so ganz natürlich dafür sorgt, dass die vorher so spannend aussehenden Kabel und Handschuhe plötzlich nicht mehr sonderlich einladend wirken.

Advertorial