Studie aus Italien: Menschen infizierten Haustiere mit Covid-19

corona virus covid 19 hund katze
Menschen können Katzen und Hunde laut der neuesten Studie mit Covid-19 anstecken. / Symbolfoto: Pixabay

Der Coronavirus oder auch SARS-Covid-19 sorgt aufgrund seiner Neuheit auch immer wieder für neue Erkenntnisse: Ein Team von Wissenschaftlern untersuchte nun Haustiere in Italien auf das Virus und fanden, dass Menschen die Krankheit auf manche Tierarten übertragen können. Umgekehrt ist die Beweislage noch zu uneindeutig, um konkrete Aussagen treffen zu können.

Ein Forscherteam unterschiedlicher Universitäten und Laboratorien präsentierte vorab des Peer-Reviewing-Prozesses Ende Juli die Ergebnisse ihrer Studie, in der sie 540 Hunde und 277 Katzen aus Norditalien untersuchten. Die Haustiere lebten entweder in Haushalten mit Covid-19-infizierten Menschen oder in besonders von dem Virus betroffenen Gebieten wie beispielsweise der Lombardei. Neben einem Antikörpertest, der nachweist, ob die Tiere in Kontakt mit Covid-19 gekommen waren, wurden auch Abstriche aus dem Mund-, Nasen- und Rachenraum und rektal durchgeführt. Die Abstriche aller Tiere fielen negativ aus, da die Virenausscheidung zwei Wochen nach der Infektion endet. 13 Hunde und 6 Katzen wiesen Antikörper gegen den Coronavirus auf, das entspricht etwa 3.35% aller untersuchten Hunde und 3.95% aller Katzen, die in der Vergangenheit mit dem Virus infiziert waren. Was bedeutet das für unser Zusammenleben?

Vom Menschen auf das Tier

Da ein Großteil der Haustiere, die über Coronavirus-Antikörper verfügen, aus Haushalten mit Menschen stammten, die höchstwahrscheinlich vor ihren Vierbeinern mit dem Virus infiziert waren, deutet die Beweislage stark darauf hin, dass das Virus von Menschen auf das Tier übertragen wird. Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald Thomas Mettenleiter sagte der Zeit, dass die Ergebnisse der Studie wenig überraschend seien. Sie bestätigen die Einschätzung des Insituts, dass unsere Haustiere bei der Übertragung von Covid-19 keine Rolle spielen, hauptsächlich werde das Virus von Mensch zu Mensch übertragen und verbreitet. Eine Infektion des Haustieres bedeutet nicht automatisch, dass sich das Virus im vierbeinigen Körper weiter vermehren kann und durch Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot wieder ausgeschieden wird. Zudem scheinen Hunde und Katzen bessere Heilungschancen zu haben als Menschen, denn bisher gibt es keinen Nachweis für einen Haustiertod durch das Coronavirus. Allein ein Schäferhund aus den USA war am 11. Juli nach einem Coronaverdacht eingeschläfert worden, das Tier litt jedoch zusätzlich an Krebs.

Wie mit unseren Vierbeinern umgehen?

Eindeutige Beweise für eine Covid-19-Übertragung von einem Tier auf den Menschen gibt es nicht – zumal die Übertragungswege nicht immer zweifelsfrei bestimmt werden können. Laut Mettenleiter könnte es im Fall einer Nerzfarm in den Niederlanden zu einer Infizierung eines Menschen durch die Tiere gekommen sein, das Virus wurde jedoch davor von einem Menschen auf die Farm gebracht. Zudem erkranken nicht alle Tierarten: Während Hunde, Katzen, Frettchen und Flughunde am Coronavirus leiden können, scheinen landwirtschaftlcihe Nutztiere wie Schweine und Hühner immun zu sein. Versuche mit Rindern werden nun gestartet.

Grundsätzlich müssen sich gesunde Menschen keine weiteren Gedanken im Umgang mit Haustieren machen, am Virus erkrankte Menschen sollten jedoch sicherheitshalber von Haustieren ferngehalten werden.