Corona: In England sollen Hunde Virus erschnüffeln lernen

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In Großbritanien sollen Hunde lernen, anhand ihres Geruchssinns das Covid-19-Virus zu identifizieren. / Symbolfoto: pixabay.

Weltweit wird momentan nach einer Methode gesucht, um besonders gefährliche Überträger – infizierte Personen ohne Symptome – frühzeitig zu erkennen. In Großbritannien wird nun ausgetestet, ob Hunde das Virus erschnüffeln können.

Dass Hunde über einen überragenden Geruchssinn verfügen, ist bereits allgemein bekannt. Auch die Nachrichten von speziell ausgebildeten Hunden, die Malaria, Krebs und Parkinson erschnuppern können, sind nicht neu. Seit vielen Jahren finden Spürhunde nicht nur bei der Polizei und im Militär Einsatz, sondern vermehrt auch im medizinischen Bereich. In London wird nun getestet, ob es den Hunden möglich ist, auch Covid-19 zu erschnüffeln, der im Moment scheinbar die Welt stillgelegt zu haben scheint.

Die karitative Einrichtung Medical Detection Dogs (zu dt. „medizinische Erkennungshunde“) ist auf die Ausbildung und Vergabe besonderer Hunde spezialisiert, die darauf trainiert werden, Personen anhand eines bestimmten Geruchs zu identifizieren, die an einer bestimmten Krankheit wie Diabetes, Parkinson oder Malaria erkrankt sind – oftmals, noch bevor aussagekräftige Symptome auftreten. Die Obfrau der Einrichtung, Dr. Claire Guest, zeigt sich im BBC-Interview überzeugt: „Wir sind sicher, dass die Hunde Covid-19 grundsätzlich erkennen könnten.“ Jetzt arbeitet die Organisation mit Wissenschaftlern der Durham-Universität und der London School of Hygiene and Tropical Medicine zusammen, um Methoden zur Geruchspräsentation und die Genauigkeit der Hunde zu überprüfen.

Wichtige Maßnahme für die Zukunft

Könnten die professionellen vierbeinigen Schnüffler tatsächlich zum Einsatz kommen, würde dies eine große Erleichterung (auch für die weitere Zukunft) bedeuten: Man würde über eine schnelle, effektive und auch non-invasive Methode verfügen, um eine große Menge an Menschen testen zu können. Momentan werden mit den raren Testkits nur Personen mit auffälliger Symptomatik überprüft- besonders gefährlich für die Verbreitung des Virus ist daher jener Prozentsatz an Erkrankten, die keinerlei oder vernachlässigbare Symptome zeigen und nicht isoliert werden. Die Spürhunde könnten auch diese problemlos erkennen.

Prof. Steve Lindsay vom Institut für Biowissenschaften der Durham-Universität sehe besonders dem Einsatz der Hunde an Flughäfen entgegen:“Das würde uns helfen, eine Wiederkehr der Krankheit zu verhindern, nachdem wir die momentane Epidemie unter Kontrolle gebracht haben.“ Nach derzeitigen Schätzungen sollte das Training der Hunde in etwa sechs Wochen beendet sein.