Mittwoch, Oktober 5, 2022
StartNews & StoriesNewsChina: Neues Hunde-Gesetz in Yunnan sorgt für Entrüstung

China: Neues Hunde-Gesetz in Yunnan sorgt für Entrüstung

Ein kontroverses neues Hundegesetz sorgte für Aufruhr in der chinesischen Provinz Yunnan: Wegen einer Häufung von Beißvorfällen sollte Gassi gehen vollkommen verboten werden. Neben Verwarnungen und Geldstrafen bei Nichtbeachtung der neuen Regel sollte auch die Tötung der Tiere zu den Sanktionen gehören.

In letzter Zeit kam es in der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas vermehrt zu Verletzungen durch Hunde, die nicht an der Leine geführt worden waren und Passanten gebissen hatten. Auch das Aufheben der Hinterlassenschaften sollen viele HundebesitzerInnen nicht ernst nehmen, was zu Beschwerden geführt haben soll. Die chinesische Lokalpolitik reagierte jedoch mit stark übertriebenen Gegenmaßnahmen: Wie die dailymail berichtete, veröffentlichte der Kreis Weixin am 13. November eine Benachrichtigung, die HundebesitzerInnen über eine neue Gesetzgebung informierte. Laut dieser Benachrichtigung würde es in den Städten bald verboten sein, Hunde außerhalb des eigenen Wohnortes auszuführen, auch mit Leine nicht. Die Vierbeiner dürften demnach das Heimatgrundstück nicht mehr verlassen. Bei einer ersten Regelübertretung würde es eine Verwarnung geben, beim zweiten Mal winke eine Geldstrafe von 200 Yuan (etwa 25 Euro). Beim dritten Verstoß jedoch dürfe die Polizei den Hund abnehmen und sogar töten.

Harsche Kritik an Hundepolitik

Das neue Gesetz löste in ganz China, aber auch im Ausland große Entrüstung aus: Hunde müssen Gassi gehen dürfen, um ihr Grundbedürfnis nach Bewegung und Stimulation zu befriedigen. Viele empfanden das Gesetz auch als unfair, denn es bestrafe alle unschuldigen Hunde und viele verantwortungsbewusste BesitzerInnen, statt jene kleine Gruppe zu sanktionieren, deren Fehlverhalten die Beißvorfälle und Straßenverschmutzung überhaupt ausgelöst hatte. “Warum werden auch Hunde an der Leine verboten?”, will ein entrüsteter User wissen, ein anderer: “Wie kann man überhaupt ein Haustier halten, ohne Gassi gehen zu dürfen?” Leider hatte die Direktive auch wenige Befürworter, die sich für “saubere und sichere Straßen” aussprachen. Dieses Ziel kann jedoch auch erreicht werden, ohne die Hunde dafür leiden zu lassen.

Yunnan-Regierung rudert zurück

Nach dem öffentlichen Aufschrei der Entrüstung behaupteten Regierungsbeamte, dass es sich bei dem neuen Gesetz lediglich um einen Entwurf handelte, dessen Durchführbarkeit überhaupt noch geprüft werden müsse. Es könnte also noch zu Änderungen der neuen Regelung kommen. Der chinesische Medienkanal “People’s Daily” forderte statt einem allegmeinen Gassi-Verbot höhere Geldstrafen für HundehalterInnen, die tatsächlich das Gesetz brechen und andere und ihre Tiere mit ihrem Verhalten in Gefahr bringen. “Statt zu strenge Regelungen aufzustellen, sollte die Regierung die Überwachung und Vollstreckung der bereits geltenden Gestze verstärken.” Viel Hoffnung auf eine positive Wende der Situation habe man jedoch nicht: Bereits 2018 hatten Lokalpolitiker im Kreis Wenshan, ebenfalls in der Yunnan-Provinz, das Gassigehen von 7 bis 22 Uhr verboten, um “die Lebensqualität der Anwohner und öffentliche Sicherheit zu steigern”. Auch über eine Ein-Hund-Politik werde nachgedacht.

Auch in Deutschland gab es dieses Jahr neue Gesetze zum Gassi gehen – allerdings sind diese gut für die Hunde und tierschutzkonform!

Ähnliche Beiträge