Tödliche Bakterien von eigenem Hund: Mann stirbt nach zwei Wochen

Capnocytophaga canimorsus hund mund infektion speichel ablecken zunge labrador retriever krankheit tod
Das potenziell für Menschen gefährliche Bakterium Capnocytophaga canimorsus lebt in der Mundflora von Hunden und Katzen. / Foto: Pexels

Durch Ablecken hatte ein Hund in Bremen lebensgefährliche Bakterien (Capnocytophaga canimorsus) an sein Herrchen übertragen. Zwei Wochen später war der 63-Jährige trotz Krankenhausaufenthalt tot. Im „European Journal of Case Reports in Internal Medicine“ (EJCRIM) erschien nun eine Fallstudie der beteiligten Mediziner.

16 Tage, nachdem ein 63-Jähriger Rotes Kreuz Krankenhaus wegen Fieber, Kurzatmigkeit, Muskelschmerzen und Hauteinblutungen aufgenommen wird, stirbt der Mann offenbar an den Folgen einer seltenen Bakterieninfektion. Da er keine äußeren Verletzungen aufwies, ist ein Hundebiss auszuschließen – das Bakterium Capnocytophaga canimorsus war vermutlich über die Zunge seines Hundes übertragen worden.

Rätselhafter Krankheitsverlauf

Laut dem Bericht des EJCRIM lagen beim Bremer keine Vorerkrankungen vor. Trotz stationärer Aufnahme verschlechterte sich sein Zustand zusehends, sodass der Mann auf die Intensivstation verlegt wurde. Bei Untersuchungen konnten konventionelle Erkrankungen ausgeschlossen werden, weshalb auch gängige Antibiotika wirkungslos blieben. Erst nach vier Tagen, Organversagen und Wiederbelebung brachte ein Labortest Klarheit: der Patient hatte sich mit Capnocytophaga canimorsus, einem Stäbchenbakterium, angesteckt.

Das Bakterium kommt in der Regel in der Mundhöhlenflora von Hunden und Katzen vor. Laut Robert Koch Institut (RKI), einer selbstständigen Bundesbehörde für Infektionskrankheiten mit Sitz in Berlin, können Infektionen bei Menschen ernst zu nehmende Folgen haben. Ein besonderes Risiko tragen Personen mit chronischem Alkoholkonsum, schwachem Immunsystem und einer Fehlfunktion der Milz.

Arzt konsultieren, Risiko minimieren

Der verstorbene Bremer gehörte keiner der Risikogruppen. Laut Medizinern gäbe es aber Hinweise darauf, dass bereits eine kleine Konzentration von Capnocytophaga canimorsus zu einem tödlichen septischen Schock geführt haben könnte.

Demnach sollten Hundebesitzer bei gleichzeitigen Auftreten von grippeähnlichen Symptomen, Schweratmigkeit und Hauteinblutungen rasch einen Arzt aufsuchen. Lebensrettend sei dann, dass Betroffene bis zur endgültigen Diagnose mit Penicillin und sogenannten Beta-Lactamase-Inhibitoren behandelt würden.

Auch interessant

Zum Weiterlesen empfehlen wir die Artikel „Ansteckungsgefahr von Hund auf Mensch & Mensch auf Hund“ und „Hunde impfen – Ja oder Nein?“