Böse Überraschung nach Internetkauf von Hund Shiro

Ein weißer Schäferhund sieht gelassen in die Kamera.
Viele Hunde werden über das Internet verkauft - doch oft gibt es im Nachhinein eine böse Überraschung wie bei Shiro. / Symbolfoto: pixabay.

Die Familie freute sich sehr über ihr neues Familienmitglied Shiro, das über Internetkauf zu ihnen kam. Doch der erst so ruhige Rüde stellte sich bald als Problemfall heraus: Der arme Hund litt an mehreren psychischen und körperlichen Leiden. Von diesen war auf Ebay nichts vermerkt gewesen…

Wie die Neue Westfälische berichtete, begann eigentlich alles gut: Eine Familie aus Bielefeld fand über Ebay Keinanzeigen den 15 Monate alten weißen Schäferhund-Mischling Shiro. Schnell wurde man sich einig, und auf der Heimreise vom vereinbarten Übergabeort freute sich die frischgebackene Hundebesitzerin noch, dass der Rüde sich so ruhig verhielt. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte man den Hund wahrscheinlich mit Medikamenten ruhig gestellt. Denn bereits am nächsten Tag folgte die böse Überraschung: Er verhielt sich Menschen gegenüber ängstlich und aggressiv, aßerdem humpelte er stark. Die Familie wusste nicht weiter und war gezwungen, Shiro bis auf Weiteres in den Garten zu sperren, wo er niemanden an sich heranließ. Schließlich war die Frau gezwungen, sich hilfesuchend an das Tierheim Bielefeld zu wenden. Dort nahm man Shiro fachkundig in Augenschein und entdeckte Schlimmes.

Vorenthalt von Informationen

Im Tierheim stellte sich sehr schnell heraus, dass Shiro unter starken Schmerzen litt und wahrscheinlich auch deswegen so verängstigt und aggressiv reagiert hatte. Die Diagnose umfasste eine Hüftdysplasie, eine chronische Fehlbildung des Hüftgelenks, welche jede Bewegung schmerzhaft macht. Auch eine Panostitis, eine Entzündung des Knochengewebes, wird nicht ausgeschlossen. Nun wurde Shiro auf Schmerzmittel gestellt, um sein Leiden zumindest vorübergehend zu mindern. Außerdem zeige Shiro Unsicherheit im Umgang mit Menschen, habe Angst vor geschlossenen Räumen und scheine große Aversionen gegen Halsbänder zu haben. „In seiner Grundhaltung ist Shiro jedoch dem Menschen zugewandt und freundlich. Dennoch brauchen wir nun Hundefreunde mit Sachverstand, die an den bestehenden Defiziten weiter arbeiten können. Dazu zählt vor allen Dingen auch Vertrauensbildung“, appelierte das Tierheim an mögliche neue Besitzer, an die Shiro nun weitervermittelt werden soll.

Finger weg von privaten Kleinanzeigen!

Experten raten generell vom Hundeerwerb durch Internetkauf ab, da oftmals wichtige Informationen vorenthalten werden und illegaler Welpenhandel begünstigt wird. Schwere gesundheitliche oder psychische Probleme werden am Übergabetag durch Medikamente kaschiert. Und nach dem Abschluss des Kaufs (der meist ohne Kaufvertrag erfolgt) ist es schwierig, den VerkäuferInnen rechtlich beizukommen. Des Weiteren sind auch viele Betrüger mit gefälschten Inseraten auf Internetplattformen unterwegs.